Iran: Fotograf nach 10 Jahren freigelassen


Dschafar Eqdami

Dschafar Eqdami war vor zehn Jahren verhaftet worden, als er Fotos vom Chawaran-Friedhof bei Teheran machte. Auf diesem Friedhof wurde ein Teil der Opfer des Gefangenenmassakers von 1988 heimlich vergraben. Das Massaker war auf Anordnung von Ajatollah Chomeini durchgeführt worden. Bis heute sind die Mitglieder der Todeskommissionen, die überall im Iran festlegten, welche Gefangenen hingerichtet werden sollten, nicht vor Gericht gestellt worden. Im Gegenteil: Viele von ihnen üben heute einflussreiche Ämter aus. Und wie man sieht, reicht schon ein fotografischer Beleg von ihrem Treiben, um auf ein Jahrzehnt hinter Gittern zu kommen. Wie Eqdami berichtet, war er wegen seiner Fotos sogar gefoltert worden. Jetzt hat er das Gefängnis lebend wieder verlassen.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=162483
vom 22. Mordad 1397 (13. August 2018)
javani ke az qabrestane koshtare 1367 °aks gerefte bud, ba°d az dah sal az zendan azad shod

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Iran: Dritter Tag der Straßenproteste

Die Unzufriedenheit im Iran wächst. Die Proteste haben inzwischen auch Teheran erreicht, wo sie mit massivem Einsatz von Einheiten zur Aufstandsbekämpfung beantwortet wurden. Auch in den Städten Arak, Isfahan, Qahderdschan, Schahin-Schahr, Nadschaf-Abad, Maschhad, Sari, Ahwas, Kermanschah, Schiras und Karadsch gingen die Menschen auf die Straße und riefen Parolen gegen den Religiösen Führer Ajatollah Chamene‘i und gegen die Regierung. Ein Schwerpunkt der Proteste landesweit waren wirtschaftliche Themen, nämlich Inflation und Arbeitslosigkeit.

Am Donnerstag, den zweiten August (11. Mordad), waren Proteste in Isfahan und Schiras gewaltsam aufgelöst worden: Die Sicherheitskräfte setzten hierzu Tränengas ein, gaben Schüsse ab und verprügelten Demonstranten. Als Reaktion warfen die Demonstranten Steine auf die Beamten und machten Feuer auf der Straße, um die Wirkung des Tränengases zu verringern. Es wird von Festnahmen berichtet.
Bei der Niederschlagung der Proteste waren nicht nur die sogenannten Sicherheitskräfte, sondern auch die Bassidschi-Milizen und Beamten in Zivil beteiligt.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=88003
vom 12. Mordad 1397 (3. August 2018)
gozareshhaye taze az sewomin ruze e°terazate xiyabani dar iran

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Iran – Ahwas: Einebnung der Massengräber mit dem Bulldozer


Wie die Webseite °Edalat baraye iran (Justice for Iran / Gerechtigkeit für den Iran) am 25. Juli 2018 meldete, hat die Stadtverwaltung von Ahwas vor ca. einem Monat die Massengräber des Gefängnismassakers vom September 1988 sowie die Gräber anderer politischer Gefangener verwüsten lassen. Begründet wird dies mit dem Bau eines geplanten „Boulvards“ und neuer Grünflächen. Im September 1988 sind allein in Ahwas mindestens 44 politische Gefangene umgebracht worden. Augenzeugen berichten, dass die Überreste der Leichen zu nächtlicher Stunde in neu gegrabene Löcher gekippt wurden. Schon in den Vorjahren hatte die Stadtverwaltung die Massengräber mit Müll und Bauschutt zugeschüttet, um die Angehörigen daran zu hindern, ihren Toten die letzte Ehre zu erweisen.
Die Kampagne Gerechtigkeit für den Iran hat einen Film von der Zerstörungsaktion der Massengräber veröffentlicht, der hier zu sehen ist.
Wer weiß, vielleicht spüren ja die Täter von damals, dass ihre Macht zu Ende geht, und versuchen mit dieser Aktion, ihre Spuren so gut es geht zu verwischen.

https://www.radiofarda.com/a/massgrave-destruction-in-ahvaz/29389869.html
vom 3. Mordad 1397 (25.07.2018)
taxribe kamele gurhaye jam°iye ahwaz tawassote shahrdari

https://www.radiofarda.com/a/massgrave-destruction-in-ahvaz/29389897.html

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Iran: Landesweite Streikaktionen der LKW-Fahrer

In den meisten großen Städten des Irans, so in Teheran, Maschhad, Isfahan, Jasd, Ahwas, Qaswin, Schahre Kord streiken die LKW-Fahrer seit dem 23. Juli. Sie haben die LKWs in den Terminals der Städte geparkt und verweigern die Durchführung von Aufträgen. Es geht darum, dass die Kosten für die LKW-Fahrer wie Treibstoff, Versicherungsausgaben, Autobahngebühren, Reparaturkosten und Ersatzteile zwar deutlich gestiegen sind, die Preise für das Mieten von LKWs jedoch vom Staat festgelegt werden und nicht erhöht wurden.

Sadeq Laridschanis Drohungen
Schon im Vorjahr hatten die LKW-Fahrer gestreikt, ihn jedoch abgebrochen, nachdem Sadeq Laridschani, das Oberhaupt der iranischen Justiz, ihnen am 7. Chordad 1396 (also am 27. Mai 2017) mit Strafverfolgung gedroht hatte und davon gesprochen hatte, dass „der Feind“ hinter solchen Aktionen stecke. Solche Äußerungen signalisieren den Unterdrückungsorganen – Pasdaran, Geheimdienst, Polizei – dass sie freie Hand haben.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/76032/
vom 24. Juli 2018
doure dowome e°tesabe hazaran kamyundar dar shahrhaye moxtalefe iran

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Iran – Kurdistan: Bewaffneter Überfall auf Pasdaran

Bei einem bewaffneten Überfall in der Nacht von Freitag auf Samstag sollen mindestens 11 Revolutionswächter (Pasdaran) ums Leben gekommen sein. Die kurdische Organisation Pezhak, die angeblich der PKK nahesteht, soll die Verantwortung für den Überfall auf sich genommen haben. Dies sei die Rache für den Tod von vier Guerrilleros sowie für die Ermordung des Menschenrechtlers Eqbal Moradi im Nordirak.
Die Gegend um Mariwan ist jetzt stark militarisiert.
Anmerkung: Es sieht so aus, als würde die Pezhak eine ähnliche Strategie wie die PKK einschlagen und auf die militärische Karte setzen. Die PKK hatte dies im türkischen Grenzgebiet zu Syrien versucht, als die weltpolitische Situation günstig erschien und der Eindruck aufkam, dass die Kurden als Gegenleistung für den Kampf gegen den Islamischen Staat in Syrien bestimmte Zugeständnisse seitens der USA erhielten. Der Schein trügte. Staatspräsident Erdogan nutzte den Städtekrieg in der Türkei, um sich militärisch in Szene zu setzen und verwüstete ganze Städte. Seinem Wahlerfolg in der Region hat das nicht geschadet.
Es ist denkbar, dass die Pezhak angesichts der Drohungen des US-Präsidenten gegen die iranische Regierung den Moment für günstig hält, jetzt ebenfalls vermehrt auf militärische Aktionen zu setzen. Aber wer als Begründung das Motiv „Rache“ herbei bemüht, verrät wenig strategisches Denken.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=87766
vom 30. Tir 1397 (Samstag, 21. Juli 2018)
chandin pasdar dar yek hamleye nezami dar atrafe mariwan koshte shodand

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Iran: Protest wegen Wassermangel

Der Mangel an Trinkwasser in Borasdschan (Region Buschehr) hatte in den letzten Wochen schon mehrfach zu Protesten geführt. An diesem Sonntag sollen sich etwa 80 Bürger an der Einfahrtsstraße von Borasdschan versammelt haben und den Verkehr über eine halbe Stunde zum Erliegen gebracht haben, indem sie quer über die Fahrbahn Autoreifen legten und in Brand setzten.

https://www.radiofarda.com/a/iran_bushehr_borazjan_protest_water_shortage_police/29382016.html
vom 31. Tir 1397 (22. Juli 2018)
tajammo°e e°terazi dar borazjan °aleyhe kambude abe sharb

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Heute drei Hinrichtungen im Iran

Wie die iranische Menschenrechtsvereinigung in ihrem Organ „Horana“ berichtet, wurden heute Faruq Darya‘i (25 Jahre), Mahmud Hamse-sade (aus der Jugend-Abteilung des Zentralgefängnisses von Orumiye) und Kamal Soltani, im Zentralgefängnis von Orumiye hingerichtet. Sie waren angeblich wegen „Mordes“ verurteilt worden. Laut Angaben von „Horana“ werden im Iran über 60% der verhängten Todesurteile geheim gehalten.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=160569
vom 1. Mordad 1397 (23. Juli 2018)
se zendani dar orumiye e°dam shodand

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Iran – Irak: Kurdenmorde im Nahen Ausland

Was die Türkei kann, können wir auch. Wir erinnern uns. Die Bildung einer kurdischen Autonomie in Syrien wie auch das Unabhängigkeitsreferendum der KurdInnen im Nordirak Ende September 2017 diente der türkischen Regierung als Vorwand, militärisch dort einzumarschieren und ihre Interessen mit Gewalt durchzusetzen. Das Unabhängigkeitsreferendum im Nordirak führte zudem auch dazu, dass sich die türkische und die iranische Regierung näher kamen und gemeinsam Sanktionen gegen die kurdische Regierung im Nordirak verhängten. In diesem Umfeld ist es zu sehen, dass die iranischen Machthaber auch kein Problem darin sehen, kurdische Kritiker aus dem Iran, die sich im Nordirak aufhalten, dort zu ermorden, so wenig, wie sie sich davon abhalten ließen, einen bekannten iranischen Medienherausgeber in Istanbul umzubringen.
Das jüngste Opfer dieser Auslandsmorde, die aller Wahrscheinlichkeit nach von den iranischen „Sicherheits“organen organisiert wurden, ist Eqbal Moradi. Seine von sieben Kugeln durchsiebte Leiche wurde in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch letzter Woche bei Pandschuin (Provinz Soleymaniye, Nordirak) in der Nähe eines Flusses gefunden. Eqbal Moradi war führendes Mitglied der Menschenrechtsgesellschaft Kurdistans. Er war Vater von Sanyar Moradi, einem politischen Gefangenen, der zum Tode verurteilt wurde, und Onkel von Loqman Moradi, der derzeit in Haft ist und ebenfalls zum Tode verurteilt wurde. Vor 10 Jahren war Eqbal Moradi in der Gegen von Pandschuin schon einmal Opfer eines Mordversuchs, den er aber überlebte.
Vorausgegangene Opfer staatlicher iranischer Morde im Nordirak sind Salah Rahmani, ein aktives Mitglied der Demokratischen Partei Kurdistans – Iran, und dessen Sohn Sabah Rahmani, am 10. Esfand 1396 (1. März 2018) in Erbil (Nordirak) ermordet wurden. Am 15. Esfand 1396 (6. März 2018) wurde Qader Qaderi, einer der herausragenden Führer des militärischen Flügels der Demokratischen Partei Kurdistan – Iran, in Hartel (Provinz Soleymaniye, Nordirak) durch über 20 Schüsse ermordet.

http://www.rahekargar.net/browsf.php?cId=1091&Id=38&pgn=
vom Mittwoch, 27. Tir 1397 (18. Juli 2018)
e°lamiyeye hey‘ate ejra‘iye sazemane kargarane enqelabiye iran (rahe kargar) dar mahkumiyate terore eqbal moradi

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Erdbeben im Iran


In den vergangenen Tagen waren im Iran in mehreren Regionen Erdbeben zu spüren. Sie lagen zwischen 4,7 und und 5,8 Grad auf der Richter-Skala. Das Erdbeben in der Region Kerman ereignete sich von Sonntag auf Montag, das in der Region Kermanschah am Vortag. Ein Vertereter der Hilfsorganisation „Roter Halbmond“ berichtete von 337 Verletzten bei diesen beiden Erdbeben. Durch den Iran verlaufen mehrere aktive Plattengrenzen, die immer wieder zu heftigen Erdbeben führen.

https://www.radiofarda.com/a/earthquake-kermanshah-kerman/29384406.html
vom 1. Mordad 1397 (23. Juli 2018)
dast-e kam 337 nafar dar zamin-larze-haye kermanshah wa kerman zaxmi shodand

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Iran: Hochschuldozenten kritisieren Staatspräsident

125 iranische Hochschuldozenten haben in einem offenen Brief an den iranischen Staatspräsidenten Hassan Rouhani kritisiert, dass in der Folge der landesweiten Proteste vom Dezember 2017/Januar 2018 zahlreiche Studenten verhaftet und zu langen Gefängnisstrafen verurteilt wurden. Die Dozenten weisen darauf hin, dass Hassan Rouhani im Wahlkampf versprochen habe, für mehr akademische Freiheit zu sorgen. Die Studierenden, die inhaftiert und verurteilt wurden, seien für ihre Kritik am System bekannt gewesen. Von mehr Freiraum für die Universitäten könne da nicht die Rede sein.

https://www.radiofarda.com/a/iran-students-uninersities-rohani-/29367724.html
vom 25. Tir 1397 (16. Juli 2018)
name be hasan rouhani: 125 ostade daneshgah be bazdasht wa sodure ahkame qaza‘i °aleyhe daneshjuyan e°teraz kardand

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Iran: Geplünderte Sozialversicherung


Gewerkschaftsvertreter vor der Iranischen Sozialversicherung in Teheran

Heute haben Gewerkschaftsvertreter vor der Iranischen Sozialversicherung in Teheran protestiert. Sie wiesen darauf hin, dass der Staat die Gelder der Sozialversicherung, also die eingezahlten Beträge der Arbeitnehmer, veruntreut hat, indem er sie an Leute mit Beziehungen als Kredit verlieh. Diese Leute meldeten dann den Konkurs an und zahlten weder den Kredit zurück noch die Zinsen. Said Mortasawi, der ehemalige Richter, Staatsanwalt und Folterer von Sahra Kasemi, hatte als Direktor der Sozialversicherung solche korrupten Sitten praktiziert. Jetzt, bei geplünderten Kassen, wird gespart. Es heißt, dass zwischen 70 und 120 Medikamente, von der Liste der Arzneien gestrichen werden, die die Sozialversicherung für die Arbeitnehmer und Rentner übernimmt. So werden also die Verluste aus dem staatlich organisierten Betrug an die Arbeiter und Rentner weitergereicht.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/75875/
vom 16.07.2018, 12:45
tajammo°e e°teraziye kargaran dar moqabele sazemane tamine ejtema°i

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Ewin-Gefängnis (Teheran, Iran): Ex-Sprecher der Lehrergewerkschaft im Hungerstreik

Mahmud Beheschti Langarudi, Gewerkschaftsaktivist und ehemaliger Sprecher der Lehrergewerkschaft für die Region Teheran, ist aufgrund seiner Gewerkschaftstätigkeit im Ewin-Gefängnis inhaftiert. Da die Behörden seine Forderungen ignorieren, befindet er sich seit 14 Tagen im Hungerstreik. Er hat mindestens 6,5 kg Gewicht verloren, außerdem hat er möglicherweise eine Entzündung der Bauchspeicheldrüse, die unbehandelt tödlich verlaufen kann. Eine Infusion lehnte Mahmud Beheschti Langarudi ab.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=160012
vom 24. Tir 1397 (15. Juli 2018)
chahardahomin ruze e°tesabe ghaza‘iye mahmud beheshti langarudi, fa°°ale senfiye mo°alleman dar zendan

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Iranschahr (Iran): Staat schützt Vergewaltiger


Am 25. Chordad (vor ca. einem Monat) hatte der sunnitische Geistliche Moulawi Teyyeb Molahezi, der Freitagsimam von Iranschahr, in seiner Freitagsansprache zum Fest des Fastenbrechens (Eide Fetr) darauf hingewiesen, dass in Iranschahr bis jetzt 41 Mädchen Vergewaltigungen zum Opfer gefallen seien. Er behauptete, eine Person sei in diesem Zusammenhang festgenommen worden, und zwar jemand, der viel Geld habe. Er bezeichnete ihn als Oubasch, also als gewalttätigen Kriminellen aus dem Umkreis der Bassidschis und Pasdaran. Die Reaktion der Behörden kam umgehend. Der Generalstaatsanwalt des Irans erklärte, die Zahl von 41 Vergewaltigungsopfern in Iranschahr sei eine Lüge und drohte dem Freitagsimam von Iranschahr damit, ihn deshalb gerichtlich zu verfolgen.
Weiterhin wurde bekannt, dass am 19. Tir (also am 10. Juli) vom Geheimdienst der Pasdaran Videos mit „Geständnissen“ von sieben verhafteten Balutschen ausgestrahlt wurden, die wegen der Vergewaltigungen in Iranschahr protestiert hatten und zum Teil auf Instagram Fotos und Filme von diesen Protesten veröffentlicht hatten.
Moulawi Abdo-l-Ghaffar Naqschbandi, der provisorische Freitagsimam des Landkreises Rask, sowie Moulawi Fasl-o-r-Rahman Kuhi, der Freitagsimam von Paschamag Sarbas, kritisierten, dass die Behörden deutlich mehr Eifer an den Tag legten, diejenigen zu verfolgen, die sich für die Rechte der Frauen einsetzten, als diejenigen, die für die Vergewaltigungen verantwortlich seien. Es sei offenkundig Ziel der Behörden, die Menschen einzuschüchtern, die gegen diese Zustände protestierten. Die Geistlichen kritisierten auch, dass die sogenannten Geständnisse nicht vor den gesetzlich zuständigen Instanzen abgelegt wurden.
Das alles spricht dafür, dass die Vergewaltiger tatsächlich aus dem Kreis derjenigen stammen, die über den Gesetzen stehen, und das sind namentlich die Angehörigen der sogenannten Sicherheitsorgane.

https://www.radiofarda.com/a/iranshahr-baluchestan-rape-case/29362673.html
vom 23. Tir 1397 (14. Juli 2018)
do emam jom°eye ahle sonnat: be jaye e°teraf-giri, be parwandeye tajawozha residegi konid

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Südiran: Wasserproteste und ein Toter in Kamaraj

Kamaraj, ein Dorf westlich von Kazerun, Südiran, war diese Woche Schauplatz von heftigen Auseinandersetzung rund um die knappe Wasserversorgung.

Seit einigen Jahren nimmt der Wasserspiegel des in der Nähe von Kamaraj gelegenen Flusses stetig ab. Grund ist die zunehmende Trockenheit der Region, verstärkt durch Bewässerungsmassnahmen der Landwirte. Es ist in der Gegend nämlich üblich, seine für den täglichen Bedarf und für die Bewässerung der Landwirtschaftsflächen erforderlichen Wassermengen direkt dem Fluss zu entnehmen. Dafür kommen zahlreiche kleine Pumpen zum Einsatz.

Die Bezirksregierung hat diese Wasserentnahme verboten, das Verbot bislang aber nicht effektiv durchgesetzt. Den Dorfbewohner wurde keine Alternative aufgezeigt. Die Pumpen blieben somit weiter in Betrieb und der Wasserspiegel sank weiter.

Diese Woche hat sich die Bezirksregierung aus Kazerun zusammen mit der örtlichen Polizei vorbereitet und die illegalen Pumpen eingesammelt. Daraufin kam es zu starken auch gewaltförmigen Protesten in Kamaraj. Es flogen Steine und brennende Barrikaden wurden errichtet. Die Polizei reagierte mit Schusswaffen. Heute starb ein Bauer durch Schüsse. Ca. 20 Demonstranten wurden verletzt. Auch die Polizei beklagte ca. 12 Verletzte in ihren Reihen.

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Iran: 20 Jahre Gefängnis für das Abnehmen des Kopftuchs


Wie gestern bekannt wurde, hat die iranische Justiz Schaparak Schadscharsade zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt, weil sie in der Öffentlichkeit ihr Kopftuch abgenommen hat, um gegen die Zwangsbekleidung zu protestieren. Sie gehört zu den „Frauen der Revolutionsstraße“, die diese Protestform gewählt hatte.
Heute hat sie in einem Gespräch, das auf youtube veröffentlicht wurde, darauf hingewiesen, dass sie zwei Jahre dieser Strafe in Haft verbüßen muss, die weiteren 18 Jahre hängen dann wie ein Damokles-Schwert über ihre Zukunft. Hinzu kommt, dass der Staatsanwalt gegen das Urteil Widerspruch eingelegt hat. Er findet die zwei Jahre Haft, die sie auf alle Fälle hinter Gittern muss, zu wenig. Schaparak Schadscharsade hat einen 9-jährigen Sohn und ist verheiratet.

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=159454
vom 17. Tir 1397 (8. Juli 2018)
shaparak shajarzade az doxtarane xiyabane enqelab be do sale habse ta°ziri wa 18 sale ta°liqi mahkum shod

https://news.gooya.com/2018/07/post-16547.php
vom 9. Juli 218
hokme shaparak shajarzade az zabane xodash, e°teraz be hejabe ejbari: 20 sal
https://youtu.be/0PrKQn9vbCY

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