Iran: Guano made in Isfahan


Zur Safawidenzeit (16.-18. Jahrhundert) wurden in der Region Isfahan rund 3000 Taubentürme gebaut. 251 davon stehen noch in Chomeini-Schahr und im Gebiet Walaschan. Die Türme waren im Sommer kühl und boten im Winter Schutz vor der Kälte, weshalb sich dort Tauben ansiedelten. Ihr Kot war begehrter Dünger für die Landwirtschaft, da darin die Nährstoffe für den Boden und die Pflanzen in konzentrierter Form enthalten sind, ähnlich wie Guano, der allerdings nicht direkt der Kot von Vögeln ist, sondern aus der Reaktion von Kalkstein mit dem Kot entsteht.




https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=178504
vom 25. Esfand 1397 (16. März 2019)
°aks / borjhaye kabutarxane

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U-Bahn-Aktion für inhaftierte iranische Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotudeh

Das folgende Video zeigt eine Unterstützungsaktion für Nasrin Sotudeh, die vor Kurzem zu 38 Jahren Haft und 148 Peitschenhieben verurteilt worden ist.


Video

Man sieht, wie Frauenrechts-Aktivistinnen in einer U-Bahn das Wort ergreifen und den anwesenden Frauen über die ungerechte Verurteilung von Nasrin Sotudeh berichten. Dabei halten sie ein Foto der Menschenrechtsanwältin hoch. Sie fragen die Anwesenden, was Nasrin gemacht hat, dass sie eine so schwere Strafe erhalten musste. Sie habe sich nur für die Frauenrechte eingesetzt und keine Aktivitäten gegen den Staat unternommen. Die Aktivistinnen überreichen im Anschluss jeweils eine weiße Nelke als Geschenk. Die Aktivistinen gehen bei der Aktion ein hohes Risiko ein, ebenfalls festgenommen zu werden. Sie präsentieren sich zudem mutig ohne Kopftuch.

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Iran – Justizchef Ra‘issi: der falsche Ajatollah


Der sogenannte „Ajatollah“ Ra‘issi, in der Mitte mit schwarzem Turban (Zeitungsfoto der Ausgabe von imtiazdaily.ir am 12. März 2019)

Wie berichtet, wurde am 7. März 2019 Ebrahim Ra‘issi vom Religiösen Führer Ajatollah Chamene‘i zum neuen Oberhaupt der iranischen Justiz ernannt. Zeitgleich mit der Ernennung erscheinen in einigen iranischen Medien Artikel, in denen Ebrahim Ra‘issi als Ajatollah bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um eine gezielte Fälschung, da Ra‘issi lediglich den theologischen Rang eines Hodschat-ol-Eslam besitzt. Ihm fehlen die erforderlichen Studien und Publikationen sowie die formelle Anerkennung durch andere Ajatollahs. Aber so, wie mancher Politiker auf einmal einen Doktor besitzt, wenn er in höhere Ränge aufsteigt, läuft das im Iran mit dem Titel des Ajatollah. Der Religiöse Führer Ajatollah Chamene‘i ist selbst ein Beispiel dafür. Als nach dem Tod von Ajatollah Chomeini ein Nachfolger in das Amt des Religiösen Führers gewählt werden sollte, entschied sich Ajatollah Rafsandschani für ihn, weil er annahm, dass der damalige Hodschat-ol-Eslam Chamene‘i ohne eigene Hausmacht gut manipulierbar sein würde. Allerdings besaß Rafsandschani noch das politische Feingefühl, Chamene‘i im Vorfeld formal zum Ajatollah erklären zu lassen. Chamene‘i ist da etwas plumper. Er setzt auf die Medien, nach dem Motto: Wenn ich eine Lüge tausendmal wiederhole, bleibt sie schon sitzen. Ajatollah Rafsandschani hat sich übrigens in der Person Chamene‘is verkalkuliert. Er starb am 8. Januar 2017 in Teheran, angeblich an den Folgen eines Herzinfarkts, wie die deutsche Wikipedia getreu der amtlichen iranischen Propaganda verkündet. Dabei pfeifen es im Iran die Spatzen von den Dächern: Als Rafsandschani wie jeden Tag in dem für ihn reservierten Schwimmbad seine Runden drehte, ging plötzlich das Licht aus und ein Tod durch Ertrinken war angesagt. Das ist inzwischen schon so bekannt, dass dieses Jahr bei öffentlichen Demonstrationen von Fundamentalisten im Iran den Gegnern damit gedroht wurde, sie beim Schwimmen zu ertränken.
Zahlreiche iranische Intellektuelle haben gegen die Ernennung Ra‘issis zum Justizoberhaupt protestiert und dies als Ohrfeige für die öffentliche Meinung bezeichnet. Damit haben sie zweifellos Recht. Aber seit wann haben sich die iranischen Machthaber um die öffentliche Meinung geschert? 1992, als sie in Berlin mehrere iranischen Kurden ermorden ließen? 1999, als sie den Sturm von Studentenwohnheimen anordneten und die Studenten aus dem Fenster werfen ließen? 2009, als sie die Millionenproteste gegen die Wahlfälschung ein Jahr lang niederknüppeln ließen?
Ajatollah Chamene‘i ist 1939 geboren, Ebrahim Ra‘issi 1960. Irgendwann schlägt die Stunde für Chamene‘i, und deshalb hat er in Ra‘issi die Wahl für jemanden getroffen, der weiter mit aller Gewalt dafür sorgen wird, das System zu erhalten. Das hat Ra‘issi in seiner ganzen Karriere bewiesen.
Es geht um die Macht. Nicht um Titel, nicht um Dankbarkeit, nicht um Demokratie und nicht um Gerechtigkeit.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ali_Akbar_H%C4%81schemi_Rafsandsch%C4%81ni

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Iran: Underground im Kaufhaus


Video 1

Die Islamische Republik Iran hat etwas gegen Sängerinnen und gegen das öffentliche Tanzen von Frauen, gegen das gemeinsame Auftreten von Männern und Frauen (die nicht verheiratet sind) in der Öffentlichkeit, aber es gibt kein spezielles Gesetz, das Auftritte wie diesen in einem Einkaufszentrum in Teheran verbietet. Natürlich finden sich stets Begriffe wie „Störung der öffentlichen Ruhe und Ordnung“, um solche Aktionen zu bestrafen, aber diese Frauen haben die Aktion zur „Begrüßung des (bevorstehenden) iranischen Neujahrsfests“ geschickt so inszeniert, dass sie nicht direkt gegen die Scharia verstoßen und trotzdem genau das tun, was die Herrschenden nicht wollen. Eine gelungene subversive Aktion.

https://news.gooya.com/2019/03/post-24188.php
vom 11. März 2019
buye nouruz awardim baratun
zweiter Film: daf nawaziye zibaye doxtarane tehrani dar markaze xarid be pishwaze nouruz

Die Frau in dem folgenden Video tanzen ebenfalls in der Öffentlichkeit und sogar auf der Straße. Sie wollen ihre Freude angesichts des bevorstehenden Noruz-Festes ausdrücken, mit dem jedes Jahr im Iran der Frühling eingeleitet wird. Der Frühlingsanfang fällt dieses Jahr auf den 20. März.


Video 2

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Iran: Bauarbeiter fordern ausstehende 6 Monatslöhne

Die Bauarbeiter der Leiharbeitsfirma, die für das Staudammprojekt Sadde Bala Chanlu arbeiten, haben sich heute vor der Provinzverwaltung von Qaswin versammelt, um ihre ausstehenden Löhne für die letzten sechs Monate zu verlangen. Vor zweieinhalb Jahren noch hat der Provinzgouverneur Freydun Hamti dieses Projekt als zweitwichtigsten Staudamm der Provinz Qaswin bezeichnet. Er soll 80 Meter hoch werden und die Region mit Trinkwasser versorgen sowie der Bewässerung für landwirtschaftliche Flächen dienen. Damals waren 120 Arbeiter bei diesem Projekt beschäftigt. Wie man sieht, ist für die Machthabenden nicht einmal die Bezahlung der Arbeiter in diesem angeblich so wichtigen Projekt von Bedeutung. Da es sich um ein staatliches Projekt handelt, darf man annehmen, dass die Auftragsvergabe nicht nach den Regeln der freien Marktwirtschaft erfolgte und dass die staatlichen Gelder für dieses Projekt überall ankommen, nur nicht bei den Arbeitern…

https://www.peykeiran.com/Content.aspx?ID=178167
vom 20. Esfand 1397 (11. März 2019)
kargarane sherkate peymankari sadde bala xanlu moqabele ostandariye qazwin tajammo° kardand

http://boinemrooz.ir/boin-news/boinzahra-news/3323/
vom 26. Chordad 1395 (15. Juni 2016)
sadde bala xanlu az pruzhehaye awwaliyatdar dar safare ra‘ise jomhur be ostane qazwin

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Iran: Menschenrechtsanwältin zu 33 Jahren Haft und 148 Peitschenhieben verurteilt


Nasrin Sotude
Die Menschenrechtsanwältin Nasrin Sotude, die bereits eine Haftstrafe von 5 Jahren Gefängnis verbüßt, wurde von der 28. Kammer des Revolutionstribunals in Teheran unter dem Vorsitz von Richter Maqisse zu weiteren 33 Jahren Gefängnis und zusätzlich 148 Peitschenhieben verurteilt. Das Urteil wurde Nasrin Sotude im Gefängnis verkündet. Die Verhandlung gegen die inhaftierte Rechtsanwältin hatte am 9. Dey 1397 (29. Dezember 2018) in Abwesenheit der Angeklagten vor dem Revolutionstribunal stattgefunden. Die Vorwürfe waren die folgenden: „Zusammenschließung und Verbrechen gegen die nationale Sicherheit“, „Propagandistische Tätigkeit gegen das System“, „Einflussreiche Mitgliedschaft in den illegalen, gegen die Sicherheit gerichteten Gruppierungen „Verein der Menschenrechtsverteidiger – Legam“ (Legam setzt sich für die Abschaffung der Todesstrafe ein) und „Nationaler Friedensrat“", „Aufwiegelung der Bevölkerung zur Korruption und moralischen Ausschweifung und Schaffung der Basis dafür“, „Auftreten ohne den von der Scharia vorgeschriebenen Schleier am Ort der Vernehmung“ (dazu gehört Mut!), „Verletzung der öffentlichen Ordnung und Ruhe“, „Verbreitung von Lügen zur Aufwiegelung der öffentlichen Meinung“.
Allein schon die Vorwürfe machen deutlich, dass es sich um einen politischen Prozess handelt.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=92052
vom 20. Esfand 1397 (11. März 2019)
33 sale habse taze wa 148 zarbeye shalaq baraye nasrin sotude

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Weltfrauentag im Iran


In verschiedenen iranischen Städten wie Raschd, Sanandadsch und Teheran fanden zum Anlass des Weltfrauentags (8. März) Veranstaltungen statt, zum Teil schon am Vortag. Möglicherweise wurde der Vortag gewählt, weil der 8. März dieses Jahr auf einen Freitag fiel – im Iran entspricht das unserem Sonntag.
Eine interessante Aktion fand in der U-Bahn von Teheran statt. Dort stieg eine Gruppe von Frauen in die U-Bahn ein, einzelne sprachen über die Bedeutung des 8. März für die Rechte der Frau, einige Begleiterinnen klatschten dann Beifall, worauf auch andere Frauen in der U-Bahn Beifall klatschten, dann wurden an die anwesenden Frauen Blumen verteilt. Solche Aktionen sind im Iran riskant, sie können mit der Verhaftung enden.
Eher im traditionellen Rahmen bewegte sich eine Vortragsveranstaltung am 7. März in Teheran, an denen Vertreterinnen der Arbeiterbewegung, der Rentner, der Lehrer, der Schriftsteller, Dichter und anderer Künstler sowie Aktivistinnen für die Kinderrechte teilnahmen.
Folgende Frauen referierten über die angegebenen Themen:
Akram Nassiriyan – Frauen und soziale Medien
Nahid Schaqaqi – Die Wurzeln der Gewalt gegen Frauen
Negar Mas‘udi – Ehrenmorde
Asrin Darkale – Frauen als Hauptkraft der Proteste
Parwin Nachostin – Die Schwierigkeiten von Müttern, Ausweispapier für ihre Kinder zu erhalten (Anmerkung: Das betrifft oft iranische Frauen mit afghanischen Ehemännern)
Mariyam Mohammadi – 40 Jahre Frauenbewegung
Mahbube Farahsadi – Frauen in der Lehrer- und Rentnerbewegung
Der Vortragsabend wurde der inhaftierten Aktivistin Sepide Qalyan gewidmet, die wegen der Unterstützung der Arbeiterproteste von Haft-Tape im Gefängnis ist.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=91990
vom 16. Esfand 1397 (7. März 2019)
taqdime maraseme 8 mars emsal dar tehran be sepide qalyan

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Iran: Massenmörder zum Oberhaupt der iranischen Justiz


Ebrahim Ra‘issi, Oberhaupt der iranischen Justiz (links) und Hassan Rohani, Staatspräsident (rechts)

Am 7. März 2019 hat der Religiöse Führer Ajatollah Chamene‘i Ebrahim Ra‘issi zum Oberhaupt der iranischen Justiz ernannt. Ebrahim Ra‘issi war eines der vier Mitglieder der Todeskommission, die 1988 auf Anweisung von Ajatollah Chomeini eingesetzt wurde, um alle politischen Gefangenen, die die Islamische Republik ablehnten, auszusieben und hinzurichten. In der Folge wurden Tausende von Gefangenen in den iranischen Gefängnissen hingerichtet. Während das amtliche Iran dieses Vorgehen bis heute bestreitet, wurde im November 2016 eine Tonaufnahme des verstorbenen Ajatollahs Montaseri (Montazeri) von seinen Angehörigen veröffentlicht, in der er dieses Massaker als das größte Verbrechen in der Islamischen Republik“ bezeichnet. Ahmad Montaseri wurde daraufhin wegen „Verletzung der nationalen Sicherheit“ und „Geheimnisverrats“ vor Gericht gestellt. Er wurde erst zu 21 Jahren Gefängnis verurteilt, die Strafe wurde auf 6 Jahre reduziert und de facto acht Tage nach seiner Verhaftung freigelassen.
Ebrahim Ra‘issi rechtfertigte auch die Hinrichtung von Teilnehmern der Protest gegen die Fälschung der Präsidentschaftswahlen im Jahr 2009.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/78823/
vom 07.03.2019, 18:42
riyasat-e naqed.e jeddiye hoquqe bashar bar qowweye qad.aye

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Kinderehen im Iran – eine Ausstellung

Frauenrechtsaktivistinnen haben am gestrigen Montag, den 4.3.2019, in einem bekannten Teheraner Park eine Plakatausstellung gegen Kinderehen – d.h. der Verheiratung von Mädchen im Alter von 10, 12, … Jahren mit erwachsenen Männern – gezeigt.


Ausstellung zu Kritik von Kinderehen im Iran

Die Ausstellung wurde von zwei der Aktivistinnen in einem Vortrag erläutert, der auch in dem Video zu sehen ist.

Zunächst wird berichtet, dass die Zahl der Kinderehen im Iran in den letzten 7 Jahren zugenommen hat. (In der Zeitung Emtiaz wird am 3.3.2019 die Zahl von über 30.000 betroffenen Mädchen genannt). Die Mädchen, so die Rednerinnen, haben in diesen Situationen häufig seelische Erkrankungen.

Die Rechtslage sieht so aus, dass Ehen im Iran mit 13-jährigen Mädchen legal sind. Aber auch jüngere Mädchen von neun oder zehn Jahren können verheiratet werden, wenn ein Ajatollah gefunden wird, der dafür seine Zustimmung gibt. Obwohl die Mädchen als ehefähig gelten, so sind sie doch nichts rechtsfähig in dem Sinne, dass sie selbst vor Gericht gehen können, um z.B. Straftaten ihren Männer anzuzeigen. Dafür müssten sie 18 Jahre alt sein. Dieser rechtsfreie Raum wird von den Männern ausgenutzt.

Kinderehen sind eng mit der Armut im Iran verbunden. Typischerweise werden die Mädchen von ihren Familien verkauft.

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Streik der Bahnarbeiter von Tabriz (Iran)

Seit drei Tagen streiken die Eisenbahner der Stadt Tabriz (Nordwestiran).


Eisenbahner blockieren Schienenverkehr bei Tabriz

Heute, Dienstag, den 5. März 2019, wurde zusätzlich mit der Station Sera-i ein Knotenpunkt des Bahnverkehrs blockiert, so dass kein Zugverkehr Richtung Tabriz möglich war. Die Bahnlinie wurde dafür sabotiert.

Die Eisebahner streiken, weil seit vier Monaten ihre Löhne ausstehen. Zusätzlich verlangen sie die im Iran übliche Auszahlung ihrer Sonderzahlung zum Jahresende an Nouruz (in etwa dem deutschen Weihnachtsgeld entsprechend).

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Iran: 3-tägiger landesweiter Streik der Lehrkräfte


Seit gestern, Sonntag, den 03. März 2019, streiken die Lehrkräfte im Iran landesweit für drei Tage. In der Islamischen Republik Iran ist Freitag Ruhetag, nicht der Sonntag! Die Lehrkräfte kommen weiterhin in die Schule, bleiben aber im Lehrerzimmer und erklären den Schülern lediglich, warum sie streiken. Auf diese Weise sind auch die Familien der Schüler im ganzen Land informiert, was die Gründe und Forderungen der Lehrkräfte sind.


1. Freilassung aller Lehrerinnen und Lehrer, die wegen ihrer beruflichen Forderungen in Haft sind und Einstellung sämtlicher Verfahren in diesem Zusammenhang.
2. Beseitigung sämtlicher rechtlicher Hindernisse für die Bildung einer Berufsvertretung der Lehrkräfte im ganzen Land – also einer Art Lehrergewerkschaft.
3. Bereitstellung ausreichender Mittel im staatlichen Budget für das nächste Haushaltsjahr (beginnt im Iran im Frühling). Das betrifft die Finanzierung der Schulen wie auch die ausreichende Bezahlung der Lehrkräfte und die Auszahlung der ausstehenden Löhne und Zusatzzahlungen.
4. Gleichstellung der Renten von Lehrkräften mit denen anderer staatlicher Bediensteter im Ruhestand, um sicherzustellen, dass die Renten über der Armutsgrenze liegen.
5. Aufhebung der jetzigen Krankenversicherung und Ersatz durch eine besser funktionierende, die sowohl diejenigen im aktiven Lehrdienst wie die Lehrkräfte im Ruhestand umfasst.
6. Der Schulbesuch soll gemäß Artikel 30 der Iranischen Verfassung kostenlos bleiben. Die Politik, die Eltern für schulische Dienstleistungen finanziell zu belasten, muss beendet zu werden.
Die Forderungen der Lehrkräfte werden auch von Schülern unterstützt.

http://www.iran-emrooz.net/index.php/news1/78774/
vom 03.03.2019, 16:30
tahassone mo°alleman dar dahha shahr iran

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Iran: Der hässliche Nationalismus

Aufgrund der herrschenden Ideologie, die von einer islamischen Nation, der Ummat ausgeht, haben die führenden Geistlichen der Förderung der verschiedenen Sprachen und Kulturen im Iran nie besondere Aufmerksamkeit gewidmet. Turkmenen, Kurden, Aseris, Araber oder Balutschen waren in ihren Augen höchstens Unruhestifter, die es zu verhaften und niederzuschlagen gilt, wenn sie sich öffentlich mit ihren Interessen bemerkbar machten. Schnell wurden ihre Proteste als Werkzeug fremder Mächte dargestellt, die nur im Sinne haben, die Islamische Republik zu zerstören. Da schon die Vorgänger der Ajatollahs, der Schah von Persien und seine Militärs, in den Minderheiten nur Störenfriede sahen, die man im Zaum halten muss, hat die gewaltsame Unterdrückung von Minderheiten und ihrer Sprachen im Iran eine lange Tradition. Unterdrückung führt aber häufig dazu, dass die Unterdrückten sich als separate Gruppe wahrnehmen. Mit anderen Worten, sie erzieht diese Minderheiten zu nationalistischem Denken. Das ist die eine Seite.
Die andere Seite ist im Nationalismus der persischsprachigen Bevölkerung zu finden. Wohl die Mehrheit der persischsprachigen Schiiten im Iran dürfte mit der Herrschaft der Ajatollahs heute unzufrieden sein. Deshalb suchen viele ihr Heil in der Abwendung von der Religion und in der Zuwendung zu dem, was vor dem Islam war. Der Islam wird als aufgezwungene Importware durch die Araber betrachtet und somit als etwas Uniranisches. Iranisch ist das, was die Geistlichkeit aus religiösen Gründen am liebsten verboten hätte: Das Neujahrsfest Nourus, die längste Winternacht Schabe Yalda, die letzte Nacht von Dienstag auf Mittwoch im iranischen Kalender, die Tschaharschanbeye suri heißt und ebenfalls mit Feiern begangen wird. Auch die Besinnung auf irgendwelche vorislamischen Herrscher wie Kurusch (Kyros) usw. ist ein Produkt der Abwendung von der Religion.
Mit anderen Worten: Die Islamische Republik Iran treibt sowohl die nominelle Mehrheitsbevölkerung der Persischsprachigen wie auch die Minderheiten, die häufig mehrheitlich Sunniten und nicht Schiiten sind, in nationalistisches Fahrwasser und legt damit die Basis für eine künftige Sprengung des Irans als gemeinsamem Staat.
Vor diesem Hintergrund lohnt es sich, ein Auge darauf zu haben, wo heute im Iran Nationalismus thematisiert wird. Ein jüngster Fall ist die Äußerung des Vorsitzenden der Reiter-Föderation des Irans namens Mas‘ud Chalili. Er beklagte, dass die (iranischen) Turkmenen den Reitsport „monopolisieren“ und forderte die Bildung einer separaten Gruppe (von Reitern), um das Monopol dieser „Stammessippe von hungerleidenden, aufmüpfigen, drogensüchtigen Pijama-Gekleideten“ (das bezieht sich auf die Hosen der Turkmenen) zu brechen – im Original spricht er von ashireye pizhamepushhaye faqire sarkeshe mo‘tad.


Sardar Azmun

Darauf hat ein bekannter iranischer Fußballer, der turkmenischer Herkunft ist, und Sardar Asmun (Azmun) heißt, protestiert und folgendes auf seiner Instagram-Seite geschrieben: „Unser Volk (= die Turkmenen) lebt friedfertig (wörtlich: mit Liebe) zusammen mit den Afghanen, Persern, Türken und Balutschen. (…) Ihre rassistischen Äußerungen (gemeint ist Mas‘ud Chalili) über die Turkmenen hat uns nicht nur im Herzen getroffen, jetzt ist es uns schon zu viel, wenn wir nur Ihren Namen hören. Wir sind wirklich unzufrieden mit den Medien, wie wir in einem Land leben, wo doch unsere Religion der Islam ist und wo wir behaupten, Muslime zu sein, aber jeden Tag sind wir Zeugen von Beleidigungen und tausender Formen rassistischen Verhaltens, ohne dass ihr (= die Medien) darauf reagiert.“
Auch ein Parlamentsabgeordneter hat seine Kritik über diese rassistischen Äußerungen gegen die Turkmenen geäußert.

Kleiner historischer Rückblick
In der Geschichte der Revolution von 1979 spielen die Turkmenen eine besondere Rolle. Der Schah und seine Offiziere hatten sich in Turkaman-Sahra, der Region im Nordosten des Irans, wo die Turkmenen leben, beträchtliche Ländereien mit Gewalt angeeignet. Im Zuge der Revolution flohen die Generäle und der Schah, so dass sich in Turkaman-Sahra die Intellektuellen und Linken durchsetzen konnten und aus den Ländereien selbstverwaltete Genossenschaften und Kollektive Betriebe aufbauten. Dies war Ajatollah Chomeini ein Dorn im Auge. Er schickte das Militär nach Turkaman-Sahra, aber die Bevölkerung verteidigte die gewonnene Freiheit und dank der Revolution und der Flucht der Generäle hatte sie auch Waffen. Sie versetzten dem Militär der Ajatollahs eine Niederlage. Darauf ließ Chomeini die Anführer verhaften und nach Teheran bringen. Es kam zu gewaltigen Protesten unter den Turkmenen, so dass Chomeini angeblich anordnete, die inhaftierten Führer nach Turkaman-Sahra zurück zu bringen. Unterwegs wurden vier der turkmenischen Führer – Tumaj, Maxtum, Wahedi, Jorjani – entführt und hingerichtet. Die vier Ermordeten wurden unter den Turkmenen zur Legende und es entstand eine Art turkmenische Nationalhymne in Gedenken an die vier, die im Internet zu hören ist. Der zugehörige Text darunter ist eine gekürzte Wiedergabe des zugehörigen persischen Texts auf Deutsch.


https://www.youtube.com/watch?v=rQkh910wThg
chahar adheraxshe xalqe torkaman
Tumaj, Maxtum, Wahedi, Jorjani
18. Bahman 1358 (knapp ein Jahr nach der Revolution) entführt und nach schweren Folterungen am 29. Bahman 1358 hingerichtet. Die Führung der Islamischen Republik hat damals dieses Verbrechen geleugnet, aber der Todesrichter Hodschatoleslam Sadeq Chalchali, der auch bei der Verfolgung der Kurden eine berüchtigte Rolle spielte, hat Ende der 1360-er Jahre (Ende der 1980-er) in einem Interview mit der Teheraner Zeitung Keyhan zugegeben, dass diese vier Führer der turkmenischen Autonomiebewegung von der Islamischen Republik verhaftet und erschossen wurden. Laut Chalchali waren die meisten Verantwortlichen an der Staatsspitze darin eingeweiht.

https://news.gooya.com/2019/03/post-23928.php
vom 3.3.2019
ra‘ise federasyune sawarkariye iran torkamanhara pizhamepushhaye faqir sarkeshe mo°tad xand

https://fa.wikipedia.org/wiki/%D8%B5%D8%A7%D8%AF%D9%82_%D8%AE%D9%84%D8%AE%D8%A7%D9%84%DB%8C
sadeq_xalxali
vom 25. Februar 2019

https://tr.wikipedia.org/wiki/Sad%C4%B1k_Halhali
vom 13.10.2018

https://en.wikipedia.org/wiki/Sadegh_Khalkhali
vom 14. Dezember 2018

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26 EU Parlamentarier appellieren an den iranischen Staatspräsidenten Rouhani, 8 Umweltaktivisten freizulassen

Die EU Parlamentarier fassen in Ihrem Offenen Brief die bekannten Fakten bezüglich der acht im Iran festgenommenen Umweltschützer zusammen. Sie kritisieren ihre Festnahme im Januar oder Februar letzten Jahres unter dem Vorwand angeblicher Spionagetätigkeit und zitieren die auch hier bereits berichten Foltervorwürfe und sonstigen Missstände, die einen fairen Prozess verhindern. So haben die Umweltschützer keinen Zugang zu Rechtsanwälten ihrer Wahl. Letztlich wird von Staatspräsident Rouhani gefordert, sich für die Freilassung der Gefangenen einzusetzen und bis dahin ein offenes und faires Gerichtsverfahren auf der Basis der Menschenrechtsverpflichtungen des Irans sicherzustellen.

Der Offene Brief im Wortlaut auf englisch:

H.E. Hassan Rouhani
President of the Islamic Republic of Iran
Brussels, 25 February 2019

Dear President Rouhani,

We, the undersigned Members of the European Parliament, are writing to express our strong concerns over the prolonged detention of eight environmental human rights defenders and serious violations of their due process and fair trial rights and to urge their immediate and unconditional release.

Houman Jokar, Sepideh Kashani, Niloufar Bayani, Amirhossein Khaleghi, Sam Rajabi, Taher Ghadirian, Morad Tahbaz, and Abdolreza Kouhpayeh, all members of a local environmental group, the Persian Wildlife Heritage Foundation, were arrested in January and February 2018 and have been detained without access to a lawyer of their own choosing. On February 10, the family of Seyed Emami, an Iranian-Canadian university professor who was also detained with others, reported that he had died in detention in unknown circumstances. Iranian authorities claimed that he committed suicide, but they have not conducted an impartial investigation into his death and have placed a travel ban on his wife, Maryam Mombeini. We understand that the Iranian judiciary has accused the activists of using environmental projects as a cover to collect classified strategic information while a committee established under your authority has found no evidence into these allegations. In a worrisome development, in November, the judiciary elevated the charge for four individuals to „corruption on earth“, which can carry the death penalty.

We are concerned that the trial of eight activists, that has begun behind closed doors on 30 January 2019, falls seriously short of fair trial standards. Judge Abdolghassem Salavati at Branch 15 of Tehran’s revolutionary court reportedly prevented a defendant from appearing in court with a lawyer of his own choosing, and after one of the defendants told the court she has been absent from the past two sessions of the trial, that she had been tortured in detention.

As stressed during a February 2016 debate in our Foreign Affairs Committee with Foreign Minister Zarif, and repeatedly in urgency resolutions adopted by this House, we believe that respect for international human rights standards should be at the core of EU-Iran bilateral relations, and it is cases like these that serve as a litmus test for your government’s commitment to make progress in its human rights record.

We therefore call on you to use the authority of your office, as the President and Head of the national security, to secure the release of these environmental defenders and, pending their release, to ensure a fair and open trial based on Iran’s human rights obligations and constitutional protections.

Yours sincerely,

Ana Gomes (S&D)
Elmar Brok (EPP)
Marietje Schaake (ALDE)
Barbara Lochbihler (Greens/EFA)
Theresa Griffin (S&D)
Ernest Urtasun (Greens/EFA)
Jiri Pospisil (EPP)
Bodil Valero (Greens/EFA)
Julie Ward (S&D)
Bart Staes (Greens/EFA)
Antonio Marinho e Pinto (ALDE)
Margrete Auken (Greens/EFA)
Tunne Kelam (EPP)
Soraya Post (S&D)
Klaus Buchner (Greens/EFA)
Carlos Coelho (EPP)
Eugen Freund (S&D)
Maria Heubuch (Greens/EFA)
Karoline Graswander-Hainz (S&D)
Eva Gro Joly (Greens/EFA)
Marita Ulvskog (S&D)
Karima Delli (Greens/EFA)
Csaba Sogor (EPP)
Philippe Lamberts (Greens/EFA)
Patricia Lalonde (ALDE)
Pascal Durand (Greens/EFA)

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Iran – Kurdische Autonomie im Nordirak: Kurdin in Sanandadsch verhaftet


Arzu Miraki ist eine iranische Sportlerin, die Kick-Boxing betreibt. Sie ist Mitglied des Kick-Boxing-Clubs der Stadt Suran in der Kurdischen Autonomie im Nordirak. Als ihr Team gegen die Kick-Boxing-Mannschaft von Isfahan gewann, hielt Arzu Miraki die Fahne der Kurdischen Autonomie im Nordirak hoch, also des Landes, das sie vertrat. Als sie nach Sanandadsch reiste, wurde sie dort verhaftet. Seitdem, also seit zwei Wochen, gibt es keine Nachricht von ihr.
Anmerkung: Da sie aus Sanandadsch stammt, kennt sie die Lage dort und ist mit der politischen Verfolgung der Kurden im Iran vertraut. Die Nachricht liefert keine Hintergründe, warum sie trotzdem nach Sanandadsch reiste.

https://news.gooya.com/2019/02/post-23749.php
vom 25. Februar 2019
warzeshkare zan sanandaji parchame kordestanra dar °eraq bar afrasht wa dar iran dastgir shod

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Iran – Teheran: Rentner protestieren vor dem Parlament


Fünf verschiedene Organisationen, die die Interessen von Rentnern vertreten, hatten gestern zu einer Kundgebung vor dem iranischen Parlament aufgerufen. Die Teilnehmer protestierten dagegen, dass ihre Rente nicht an die Inflation angepasst wird und dass die staatliche Rentengesetzgebung nicht eingehalten wird. Sie forderten auch die Freilassung inhaftierter Studenten und Arbeiter. Sie zogen anschließend weiter zur Planungs- und Budgetbehörde und forderten den Rücktritt des Amtsleiters.

http://www.akhbar-rooz.com/article.jsp?essayId=91726
vom 5. Esfand 1397 (24. Februar 2019)
tajammo°e bazneshastegan moqabele majles

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