Ahmadinejad in der Universität Teheran

Von der Regierung organisierte Studenten der Hisbollah bzw. Basiji (Milizen).

Demonstrierende Studenten

Sicherheitskräfte

Ahmadinejad sollte bereits in der letzten Septemberwoche die traditionelle Eröffnungsrede zum Semesterbeginn an der Universität Teheran halten. Als sich Studenten mit einem offenen Brief ankündigten, um ihm 10 kritische Fragen zu stellen, wurde der Termin abgesagt. In einem zweiten offenen Brief schrieben die Studenten daraufhin, dass sie wüssten, warum der Termin abgesagt wurde: weil der Staatspräsident seine Rede in einem kleinen Saal, ausschließlich vor seinen Anhängern halten wolle: eingeladenen Studenten und Professoren.

Wie vorausgesehen, kam es dann auch. Der Vortrag fand am 8. Oktober in einem kleinen Saal statt. Als Zuhörer waren nur eingeladene Personen zugelassen.

Rings um die Universität waren zahlreiche Sicherheitskräfte stationiert. Sie kontrollierten die Studenten, die von mehreren Universitäten herbeikamen, bereits an den Eingängen und liessen nur Studenten der Universität Teheran auf den Campus. Allerdings kamen zahlreiche Studenten der Imam-Sadegh-Universität und der Revolutionswächter-Universität auf das Universitätsgelände und in das Gebäude, in dem der Vortrag gehalten wurde.

Die protestierenden Studenten versammelten sich anfangs vor der literaturwissenschaftlichen Fakultät. Es wurden Reden über die gefangenen StudentInnen gehalten und deren Freilassung gefordert. Anschließend zogen die Studenten geschlossen zum Vortragssaal von Ahmadinejad. Hier stiessen sie auf Hisbollah und Basiji sowie islamistische Studenten, die Parolen gegen die USA und Israel riefen. Es kam zu einer Schlägerei.

Daraufhin bewegten sich die Studenten zum Rand des Universitätsgeländes, um Kontakt zu solidarischen Studenten und interessierten Passanten ausserhalb aufzunehmen. Die Sicherheitskräfte verhinderten dies, indem sie die Menge ausserhalb verjagten.

Als die Nachricht durchsickerte, dass Ahmadinejad zum Haupttor hinausfahren wolle, strömten alle dorthin. Doch Ahmadinejad konnte durch einen Nebenausgang verschwinden.

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