Kein Selbstmord sondern Totschlag

In der Stadt Hamedan behaupten Studentinnen und Studenten, dass der Selbstmord von Zahra (wir haben berichtet) keineswegs ein Selbstmord sondern ein Totschlag durch Folterung war.

Laut Bericht einer Journalistin namens Narges Judaki (Sarmaye-Zeitung), haben mehr als 30 Menschenrechtsaktivistinnen am Freitag vormittag die Eltern von Dr. Zahra Baniyaghub besucht.

Die 27-jährige Ärztin Dr. Zahra Baniyaghub war am 12. Oktober mit ihrem Verlobten in einem Park in Hamedan festgenommen worden. Nach 48 Stunden, während deren ihre Eltern von Teheran nach Hamedan reisten um von der Polizei Informationen über den Aufenthaltsort ihrer Tochter zu erhalten teilten ihnen die Beamten mit, dass Zahra Selbstmord begangen habe.

Der Vater von Zahra glaubt überhaupt nicht an einen Selbstmord und aus diesem Grund einen Brief an den Staatspräsidenten und den Leiter der Judikative geschrieben. Bislang erhielt er keine Antwort.

Der Bruder von Zahra, Rahim, sagt, dass auf dem Dokument der Behörde stehe, dass sie sich um 9 Uhr morgens umgebracht habe. Um 8:30 Uhr habe er aber noch mit ihr telefoniert und bei diesem Gespräch habe sie ganz normal geklungen. Der Bruder kann nicht glauben, dass sie sich innerhalb einer halben Stunde zu einem Selbstmord entschieden haben soll.

Ihre Mutter sagt, dass ihre Tochter hochbegabt war und bei der Aufnahmeprüfung der Universität an 21. Stelle von mehr als 1 Mio BewerberInnen stand. Nach Beendigung ihres Studiums wollte sie als Fachärztin Urologin werden.

Die Schwiegertochter der Familie sagte beim Teeausschenken für die anwesenden Menschenrechtsaktivistinnen, dass sie sich große Sorgen um ihren Mann Rahim mache und dass er den ganzen Tag nur weine. Auch die Mutter sei gesundheitlich stark angeschlagen. Sie denkt, dass die Familie selbst in 30 Jahren nicht vergessen haben werden, was geschehen ist.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email