Archiv für Dezember 2007

Zwei Turteltauben in Teheran


Ein Pärchen Turteltauben trifft sich an einem regnerischen Herbsttag am Straßenrand in Teheran.
Regen hin, Regen her, sie machen Picknick. Plötzlich hören sie ein verdächtiges Reifengeräusch.
„Oh weh!“ meint die eine, „wenn die Pasdaran uns erwischen, geht es uns an den Kragen“. „Wir haben ja keine Heiratsurkunde“ pflichtet ihr die andere bei. „Am Schluss bringen sie uns um wie Zahra Bani Yaqub, die sich ohne Papiere mit ihrem Verlobten getroffen hat. Jetzt lebt sie nicht mehr.“

Und sie ergriffen die Flucht.

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Solidaritätsveranstaltung für Journalistinnen im Iran

Am letzten Donnerstag Abend haben sich die JournalistenInnen und AktivistInnen der iranischen Frauenbewegung beim Treffpunkt des Journalistenvereins zusammengefunden um ihre Solidarität zu zeigen und auszudrücken, dass die gefangenen JournalistInnen nicht vergessen sind.

Schwerpunkt des Treffens war die Solidarität mit Mariam Hosseinkha und Jelweh Jawaheri.
Beide Frauen sind derzeit im berüchtigten Ewin-Gefängnis in Teheran inhaftiert.

Shahla Lahiji, Leiterin des Roshangaran – Verlags, hat scharf gegen die Inhaftierung der beiden Journalistinnen protestiert und darauf hingewiesn, dass ihre Kolleginnen nichts verbrochen haben, sondern nur ihre Ideen geäußert haben. Nasrin Sotudeh, Anwältin von Mariam Hosseinkha, sagte auf der Veranstaltung, dass jemand, der für ein Kapitalverbrechen inhaftiert wird, gegen ein Kaution von 1 Mio. Toman (ca. 1000 €) entlassen wird – von den inhaftierten Frauen wird jedoch eine Kaution von 100 Mio. Toman (das sind 100.000 €) verlangt.

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Ein Mörder als „Held“ der iranischen Nation


Kazem Darabi


Darabis Verwandte kurz vor seiner Ankunft

Aus wikipedia:

Am 11. Oktober 2007 entschied der Deutsche Bundesgerichtshof nach § 456a StPO, dass Kazem Darabi im Dezember 2007 nach 15 Jahren Haft freigelassen und anschließend in den Iran abgeschoben werden soll. Er wurde am Montag, den 10. Dezember 2007, aus der Haft entlassen und über den Flughafen Köln/Bonn in den Iran geflogen. Am Flughafen Teheran-Imam Khomeini wurde Darabi in Anwesenheit der iranischen Presseagenturen IRNA und IRIB von seiner Familie und dem stellvertretenden Generaldirektor für Europa im iranischen Außenministerium Mohammad Bagheri und weiteren hochrangigen Regimevertretern warm empfangen und als „Held der Nation“ verehrt. In einer Pressekonferenz am selben Tag vor inländischen und ausländischen Journalisten bestritt Darabi alle ihm vorgeworfenen Straftaten und kündigte ein von ihm auf deutsch verfasstes Buch über seine Verurteilung und die Demokratie in der BRD an.

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Moderne iranische Busse


Auf diesem Bild sieht man einen neuen Bus, wie er für den ganzen Iran eingesetzt werden soll. Die Kette trennt Männer und Frauen. Die Männer sitzen vorn, die Frauen hinten.

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3 Mio. Kinder können im Iran die Schule nicht besuchen

Am heutigen 10. Dezember hat die Kinderhilfsorganisation UNICEF dazu aufgefordert, mehr Anstrengungen zur Förderung von Kindern weltweit zu unternehmen.

Letzten Mittwoch fand in Teheran eine Tagung statt, bei der ein Referent (Herr Ziahi) darüber informierte, dass im Iran derzeit ca. 3 Mio. Kinder die Schule aus verschiedenen Gründen verlassen haben. Die meisten von ihnen sind Mädchen. Sie müssen die Schule nicht nur aufgrund von finanziellen Problemen verlassen, sondern weil sie 13 Jahre alt geworden sind und heiraten müssen oder weil sie zu Hause auf kleine Kinder aufpassen müssen.

Herr Schirzad Abdullahi, Fachmann des Erziehungs- und Bildungsministeriums, nennt verschieden statistische Untersuchungen. Zwischen 1,7 Mio. und 3,5 Mio. Kinder haben laut diesen Quellen die Schule verlassen. Weiter sagt er, dass die meisten dieser Kinder aus Familien stammen, die in Slums an den Rändern von Großstädten leben oder in kleinen Dörfern, in denen es keine Schule gibt.

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Winter und Scharia im Iran






Die Polizei hat in den letzten Wochen die Iranerinnen und Iraner gewarnt, dass diesen Winter die Kleidung streng kontrolliert werde und niemand gegen die Regeln der Scharia verstossen dürfe. Lange Stiefel in Kombination mit engen Beinkleidern, (Turn-)Schuhe mit besonderen Mustern oder westlichen Symbolen, oder westlich wirkende Frisuren bei Männern sind in der Öffentlichkeit verboten.

Wie man auf diesen Fotos erkennen kann, führen solche Verstöße gegen die Scharia zu Festnahmen durch die Polizei. Hier sind Festnahmen durch Polizistinnen zu sehen, die zwar äußerlich kam von anderen islamisch gekleideten Frauen im Iran zu unterscheiden sind, aber unter ihrem Tschador Waffen tragen.

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Gedenktag der iranischen Studentenbewegung II







Viele verschiedene Nachrichtenagenturen berichteten über die grosse Demonstration der islamisch orientierten Studentenvereine (Daftar-e Tahkim-e Wahdat) an der Universität Teheran vom Sonntag, den 9.12.2007. Ca. 2000 Studentinnen und Studenten nahmen an dieser Demonstration teil.

Zuerst versammelten sie sich vor der juristischen Fakultät und sangen gemeinsam ein sehr bekanntes Lied („Yare dabestani“). Anschliessend bewegten sie sich zur Technischen Fakultät. Sie hielten zahlreiche Plakate hoch, auf denen Parolen geschrieben standen wie z.B. „Wenn es Gefangene gibt, werden wir darunter sein“, „Die politischen Gefangenen müssen freigelassen werden“, „Frauenrecht = Menschenrecht“, „Universitäten unter dem Stiefel der Fundamentalisten“. Sie führten Plakate mit Fotos von bereits vor Monaten inhaftierten Studenten mit sich.

Der Demonstrationszug bewegte sich innerhalb des Campus der Universität. Es war zunächst nicht möglich, durch das verschlossene Tor auf der Ostseite hindurch auf die vorbeiführende Strasse des „16. Adhar“ zu gelangen bzw. von dort den Campus zu betreten. Das Tor wurde später mit Gewalt geöffnet, so dass die StudentInnen von beiden Seiten zueinander gelangen konnten.

Die Polizei griff nicht ein, sondern beschränkte sich bei den übrigen Toren auf die Kontrolle der Studentenausweise. Wer kein Student war, bzw. nicht an dieser Universität eingeschrieben war, durfte den Campus nichtbetreten.

Laut den jüngsten Nachrichten sind seit dem 4. Dezember ca. 30 StudentInnen festgenommen worden. Auch bei der gestrigen Demonstration der islamisch orientierten Studentenvereine kam es zur Festnahme von StudentInnen, von denen aber alle bis auf fünf wieder freigelassen wurden. U.a. waren 3 kurdische Demonstranten festgenommen worden.

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Gedenktag der iranischen Studentenbewegung I








Am 16. Adhar 1332 (Ende 1953) griffen die iranischen Sicherheitskräfte des Schahregimes die Universität von Teheran an, um die Studentenproteste auf dem Gelände der Universität zu unterdrücken. An der Technischen Hochschule wurden bei diesem Angriff drei bekannte Vertreter der Studentenbewegung ermordet. Es waren: Schariat Rasawi, Mohadess Qandschi und Bosorg Nija. Seit dieser Zeit begehen die Studentinnen und Studenten den 16. Adhar Jahr für Jahr als Gedenktag der Studentenbewegung. Dieses Andenken fand in der Öffentlichkeit statt, wenn die Umstände es zuließen, ansonsten im kleineren Kreise.

Dieses Jahr demonstrieren die Studenten sämtlicher Universitäten Teherans mit dem Beginn des neuen Studienjahres für die Verteidigung ihrer Rechte und Interessen und für die Freilassung der inhaftierten Studenten.

Obwohl die Regierung täglich neue Studenten inhaftiert, haben sich die Studenten nicht einschüchtern lassen und eine Feier zum 16. Adhar organisiert. In diesem Jahr haben sich die Studenten dabei in zwei Gruppen aufgeteilt: Die Studenten des Daftar-e Tahkim-e Wahdat, des islamisch orientierten Studentenverbands, und die Studenten der Linken. Die linken Studenten beschlossen, heute, den 4. Dezember (oder den 13. Adhar), eine Gedenkveranstaltung vor der Technischen Hochschule der Universität von Teheran abzuhalten. Der Staat setzte darauf die Sicherheitskräfte ein, um sämtliche Eingänge ins Universitätsgelände zu kontrollieren. Der Innenbereich der Universität wurde ebenfalls unter strikte Kontrolle gestellt. Bis um 13 Uhr waren die StudentInnen damit beschäftigt, Flugblätter an die MitstudentInnen zu verteilen. Das Organisationskomitee der linken Studenten wollte sich von der Polizeipräsenz nicht abschrecken lassen. Punkt 13 Uhr erschienen rund vierhundert Demonstranten vor der Technischen Hochschule und eröffneten die Kundgebung. Wenig später waren es schon 500 Studenten. Die Studenten lasen ihre eigene Erklärung vor und riefen Parolen wie: Die Universität ist keine Kaserne.

Dann richteten sie eine Rednertribüne ein, auf der verschiedene Redner auftraten und die Freilassung der inhaftierten Studenten forderten. Um 14 Uhr hatten sich schon über 700 Studenten versammelt. Die Sicherheitskräfte hielten sich vor den Toren der Universität bereit und riefen eine größere Zahl von Bussen herbei, um die Studenten zu verhaften und abzuführen.

Laut den letzten Nachrichten löste sich die Kundgebung nach 14 Uhr allmählich auf, um einer Verhaftung zu entgehen. Derartige Kundgebungen sollen an der Mehrzahl der iranischen Hochschulen abgehalten und zahlreiche Teilnehmer verhaftet worden sein.

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