Hinrichtung im Gefängnis von Khuy/ Iran

15. Januar 2008 / 25. Dey 1386

Die iranische Nachrichtenagentur Iran Press News veröffentlichte ein Foto des hingerichteten
Kurden Hasan Hikmet Demir, eines Mitglieds der Kurdenpartei Pezhak. Er soll türkischer Staatsangehöriger gewesen sein. Bei seiner Festnahme hatte er Erfrierungen an Händen und Füßen, wurde aber nicht zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht, sondern direkt zum Verhör gebracht. In der Haft wurde ihm ein Bein amputiert. Er wurde dann mit der Tragbahre ins Gefängnis von Khuy gebracht und im Hof des Gefängnisses in der Gegenwart von Pasdaran (Revolutionswächtern) mit einem Strick gehenkt.

Khuy ist eine kurdische Stadt in der Nähe der iranisch-türkischen Grenze.

Zusammenfassung aus dem Persischen, Georg Warning, 15.1.2008
Quelle:
www.peiknet.com (Hauptseite) und
http://www.peiknet.com/1386/03DEY/22/PAGE/35KHOI.htm


Foto vor der Hinrichtung im Gefängnis von Khuy

Detailliertere Informationen hierzu wurden von amnesty international
veröffentlicht:

Urgent Action

UA-Nr: UA-104/2007-1
AI-Index: MDE 13/003/2008
Datum: 08.01.2008

DROHENDE FOLTER / GESUNDHEITSZUSTAND / TODESSTRAFE

Weitere Informationen zu UA 104/07 (MDE 13/051/2007, 3. Mai 2007)

Iran: Hasan Hikmet Demir (alias Agit), türkischer Staatsbürger

Hasan Hikmet Demir (alias Agit), Mitglied einer kurdischen Oppositionspartei, wurde nach vorliegenden Informationen am 20. Dezember 2007 im Gefängnis von Khoy durch den Strang hingerichtet.

Angaben zufolge war er 2006 aus dem Gefängnis von Orumieh im Nordwesten des Iran geflohen, aber im April 2007 in der Region Khoy 96 Kilometer nördlich von Orumieh wieder gefasst worden. Zum Zeitpunkt seiner Festnahme herrschten extrem niedrige Temperaturen; er erlitt dadurch Erfrierungen an den Beinen. Obwohl Hasan Hikmet Demir sich zunächst geweigert haben soll, ein Bein amputieren zu lassen, wurde ihm offenbar ein Bein oberhalb des Knies abgenommen. Es ist nicht bekannt, ob er seine Zustimmung zu dieser Operation gegeben hatte. amnesty international am 8. Januar 2008 zugegangene Informationen deuten darauf hin, dass er nicht die erforderliche medizinische Versorgung erhalten hat und in den Monaten vor seiner Hinrichtung im Gefängnis von Khoy gefoltert wurde.

Quelle:
http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/210b31aa146ed695c125682b003a7b54/8cc834c050c9c76fc12573cd005b83f5?OpenDocument

Urgent Action

UA-Nr: UA-104/2007
AI-Index: MDE 13/051/2007
Datum: 03.05.2007

DROHENDE FOLTER / GESUNDHEITSZUSTAND

Iran:

Hasan Hikmet Demir (alias Hassan Hekmat Damir alias Agit), türkischer Staatsbürger

Hasan Hikmet Demir (alias Agit), Mitglied einer kurdischen Oppositionspartei, war Angaben zufolge im April dieses Jahres nach über einem Jahr Haft aus dem Gefängnis geflohen und wurde anschließend wieder gefasst. Er soll sich nun in einer Hafteinrichtung des Geheimdienstministeriums (Etela’at) in Orumieh, in der nordwestlichen iranischen Provinz West-Aserbaidschan, in Einzelhaft befinden und in Gefahr sein, misshandelt oder gefoltert zu werden.

Als er in einer verschneiten Gebirgsregion nahe der Grenze zur Türkei aufgegriffen wurde, hatte er Erfrierungen an den Füßen. Die ihn behandelnden Ärzte sollen dazu geraten haben, beide Füße zu amputieren, was er jedoch ablehnte. amnesty international befürchtet, dass Hasan Hikmet Demir möglicherweise in der Haft nicht angemessen medizinisch versorgt wird.

Nach seiner Ergreifung wurde Hasan Hikmet Demir zunächst in das Gefängnis von Orumieh zurückgebracht, wo er zuvor inhaftiert gewesen war, später jedoch in eine Hafteinrichtung des Geheimdienstministeriums im selben Ort verlegt. Dort soll er verhört und massivem psychischen Druck sowie körperlichen Misshandlungen ausgesetzt worden sein.

HINTERGRUNDINFORMATIONEN

Die Volksgruppe der Kurden ist eine von vielen Minderheiten im Iran, mit einem Anteil von etwa sieben bis zehn Prozent der Bevölkerung. Die Kurden leben in der Provinz Kurdistan und den übrigen an den Irak und die Türkei angrenzenden Gebieten im Nordwesten des Landes. Viele Jahre kämpften kurdische Organisationen wie die „Kurdistan Democratic Party of Iran” und „Komala” gegen die iranische Regierung, aber in jüngster Zeit haben sie den bewaffneten Kampf für die Unabhängigkeit der Kurdengebiete eingestellt, und versuchen statt dessen innerhalb der föderalen Strukturen des Landes sich mit friedlichen Mitteln für eine regionale Autonomie einzusetzen. Die erst seit kurzem bestehende PJAK, der iranische Arm der in der Türkei beheimateten „Kurdischen Arbeiterpartei“ (PKK), kämpft indes seit kurzem in der Grenzregion zum Irak gegen die iranischen Behörden.
Quelle:
http://www2.amnesty.de/internet/deall.nsf/90b6c7484b35f10ec1256aa10077406e/16e4ae8ec305ca7ec12572d4006e9150?OpenDocument

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