Archiv für Februar 2008

Aufstand gegen die „Sitten“polizei

Wie die Webseite Asre-nou (Neues Zeitalter) am 26.2.2008 unter Berufung auf die Zeitschrift „Amir kabir“ berichtet, versuchte eine Sittenstreife am Vortag in Sadeqiye im Westen von Teheran, eine junge Frau festzunehmen, weil sie nicht nach ihren Vorstellungen verschleiert war. Als die junge Frau sich wehrte, wurde sie mit Polizeiknüppeln blutig geschlagen. Angesichts dieses Anblicks protestierten die Passanten gegen die Festnahme und hinderten den Polizeitransporter am Wegfahren. Die Protestierenden steckten auch einige Mülleimer in Brand. Darauf packten die Polizeibeamten einen Jugendlichen und steckten ihn in einen Mülleimer, was die Menge noch wütender machte. Schließlich wurde eine Sondereinheit zur Bekämpfung von Aufständen herbeigerufen und die Menge mit Luftschüssen auseinander getrieben. Es sollen mindestens 15 Personen verhaftet worden sein.
http://asre-nou.net/1386/esfand/6/m-sadeghie.html

Wie üblich, unterscheidet sich die Polizeiversion deutlich:
Der Leiter der Pressezentrale der Polizeidirektion von Teheran behauptete, nach der Festnahme der jungen Frau hätten einige Leute Steine gegen das Polizeifahrzeug geworfen und dabei die Frau verletzt. Die Polizei habe die junge Frau darauf in ein Krankenhaus gebracht und sieben Steinewerfer verhaftet.
http://www.kanoon-zendanian.org/DOCuments%20(htm)/080226Sadghieh.htm

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Das Regime Ahmadineschad: Schutzpatron von Vergewaltigern

Wie die Webseite Peykeiran am 21. Februar 2008 unter Berufung auf die Nachrichtenagentur „YAS News“ berichtet, kam es in der Umgebung des Wallfahrtsorts Ibrahim im Kreis Dashtestan (Zentraliran) zu einem Überfall auf ein junges Ehepaar, das eine Pilgerfahr zum Heiligtum des Ibrahim unternehmen wollte. Der Ehemann musste unter vorgehaltenem Messer mit ansehen, wie seine Frau vergewaltigt wurde.
Als ein Erittlungsorgan dieses Kreises Nachforschungen anstellt, findet es die Täter heraus. Es wendet sich an die Chefs der Polizeibehörden des Kreises und bittet darum, die Täter festzunehmen. Noch drei Wochen später ist nichts geschehen.
Es ist offensichtlich, dass die Vergewaltiger den Schutz des Regimes genießen.
Quelle:
http://www.peykeiran.com/iran_news_body.aspx?ID=47660

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Tanzverbot im Kindergarten im Iran

Der Kulturberater von Ahmadinejad, Javad Schamghadri, erklärte in einem Interview mit der Nachrichtenagentur Mehr, dass heutzutage die Erzieherinnen und Erzieher in den Kindergärten, die eine wichtige Rolle bei der islamischen Erziehung spielten, die Ziele der Islamischen Revolution nicht verstünden. Anstatt die Kinder im Sinne des Islam und der Scharia zu erziehen, lasse man sie im Kindergarten tanzen und gebe ihnen Tanzunterricht. Dieses Erziehungsmodell richte sich gegen Islam und Scharia und müsse geändert werden.

„Wenn ich nicht tanzen kann, ist es nicht meine Revolution.“ Emma Goldmann

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Valentins-Tag in der Islamischen Republik Iran

Seit einigen Jahren ist der Valentins-Tag im Iran bei der neuen Generation, gerade auch bei Intellektuellen oder Akademikern, die im Ausland studiert haben, sehr wichtig geworden. Die Menschen feiern jedes Jahr und beschenken sich gegenseitig. Deswegen haben viele Geschäfte besonders in den großen Städten diesen Tag aufgegriffen und bieten bestimmte Geschenke zum Kauf an.

Am 14.2. hat der iranische Geheimdienst zusammen mit der Polizei diese Geschäfte in allen Städten angegriffen, die Dekorationen zerstört und die Waren beschlagnahmt. Ein Sprecher der Polizei hat behauptet, diese Tradition gehöre zur westlichen Kultur, verletze die islamische Kultur und sei ein Verstoß gegen die Scharia.

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Weibliche und männliche Telefonzellen im Iran


Bild: Unisex-Telefonzellen in London

Seit einigen Tagen sind die Telefonzellen in der heiligen Stadt Quom weiblich und männlich geworden. Frauen dürfen nur die weiblichen, Männer nur die männlichen Telefonzellen benutzen. Das bedeutet, dass wenn eine Person in der falschen Telfonzelle telefoniert, die Scharia verletzt wird, die Person festgenommen und bestraft werden muss.

Die Stadt Quom ist wie der Vatikan in Rom. Ein Regierungssprecher hat behauptet, dass diese neue Regel langsam im ganzen Iran umgesetzt werden wird.

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ُُStudenten im Iran vor Gericht


Die StudentInnen an der Universität Amir-Kabir sind sehr aktiv und kritisch. Es finden dort regelmäßig studentische Versammlungen und öffentliche politische Diskussionen statt. Als Ahmadinejad letztes Jahr an dieser Universität einen Vortrag hielt, haben die StudentInnen sehr kritische Fragen gestellt und Parolen gerufen. Sie zeigten auf den Kopf gestellte Bilder von Ahmadinejad und verbrannten teilweise seine Bilder. Das hat wohl seinen Stolz verletzt.

Aus diesen Gründen versuchte die iranische Regierung und besonders ihr Geheimdienst diese Bewegung zu unterdrücken. Beispielsweise organisierte sie ihre Anhänger gegen eine regierungskritische Studentenzeitschrift an dieser Universität. In einer Nacht hat der iranische Geheimdienst eine besonders radikale Fälschung dieser Zeitschrift hergestellt, gedruckt und verteilt. Am nächsten Tag nahm der Geheimdienst drei verantwortliche Redakteure der Zeitschrift fest und behauptete, die gefälschte Ausgabe stamme von ihnen. Diese drei Studenten (Ahmad Ghassaban, Ehssan Mansouri und Majid Tawakoli) wurden im Ewin – Gefängnis brutal gefoltert. Der Geheimdienst wollte sie zwingen, im Fernsehen aufzutreten und öffentliche Geständnisse abzulegen, was sie jedoch nie taten. In diesem Zusammenhang hat der Geheimdienst auch zahlreiche andere beteiligte Studenten festgenommen.

Aufgrund des schnell durchgezogenen Verfahrens, gelang es den drei Studenten nicht rechtzeitig, die Beweise ihrer Unschuld herbeizubringen, so dass sie in der ersten Instanz verurteilt wurden. Befreundeten Studenten gelang es jedoch, genaue Beweise dafür, wer die gefälschte Ausgabe in welcher Druckerei hergestellt hat, zusammenzutragen, so dass die drei Studenten in einem zweiten Verfahren freigesprochen wurden. Trotzdem wurden sie nicht freigelassen sondern vor ein drittes Gericht gebracht, das am gestrigen Sonntag, den 17.2.2008, über den Fall verhandelte.

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„Wir haben alle Fragen“ – Unruhe bei Wahlveranstaltung an der Universität Schiraz

Gestern abend, am 17.2.08, fand eine Wahlveranstaltung des Gouverneurs Mohammad Reza Rezazade an der Universität Schiraz (Südiran) statt. Im Iran stehen in der ersten Märzwoche Parlamentswahlen an, für die auch Rezazade kandidiert. An dieser Wahlveranstaltung haben verschieden Studentengruppen teilgenommen und ihre Fragen gestellt.

Eine der Fragen war, warum der Gouverneur erst nach zwei Jahren zum ersten Mal an der Universität erscheine und ob das etwas mit den Wahlen zu tun habe. Und weiter: warum er in den letzten zwei Jahren keine Studentenzeitschriften zugelassen und sämtliche Proteste und Demonstrationen verboten habe.

Die anwesenden Basiji und Hisbollah-Gruppen haben scharf gegen diese Fragen reagiert und es entstand einige Unruhe im Raum. Die Basiji und Hisbollahgruppen kritisierten die Fragesteller, anstatt eigene Fragen an den Gouverneur zu richten.

Dieses undemokratische Verhalten wiederholte sich auch bei anderen kritischen Fragestellern, die nicht den islamistischen Gruppierungen angehörten. Aus diesem Grund wurden dann, wie auf dem 2. und 3. Bild zu sehen ist, Plakate in die Höhe gehalten, auf denen folgender Satz geschrieben stand: „Wir haben alle Fragen!“.

Der Gouverneur ging auf die kritischen Fragen nicht ein sondern pries den Staatspräsidenten Ahmadinejad als besten Präsidenten und das Modell der Islamischen Republik als die beste Demokratie weltweit.

Die Kandidaten für die Parlamentswahlen werden im Iran vom Wächterrat vorausgewählt. Dieses Mal wurden ausschliesslich Anhänger von Ahmadinejad und Chamenei zugelassen – selbst die sogenanten Reformisten erhielten diesmal keine Genehmigung zur Teilnahme an den Wahlen.

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Slumgürtel um Teheran










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Sich umbringen um zu töten

Die iranische Frauenzeitschrift Zanan (persisch: Frauen) darf nicht mehr erscheinen. Auf dem Umschlag ihrer letzten Ausgabe (Nr. 140) war eine Frau abgebildet, die ihr Gesicht mit Kufiya (Palästinensertuch), Sonnenbrille und Schleier verbirgt. Als Titel ist in grossen Lettern zu lesen: „Selbstmord um zu töten“ (Koshte mishavand ta bokoshand) und als Untertitel: „Bericht über Frauen, die Märtyrerinnen werden möchten“.

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Winter in iranisch-Kurdistan





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9 Kinder und Jugendliche in Gefahr, hingerichtet zu werden

Menschenrechtsaktivisten im Iran haben eine Liste mit neun Kindern und Jugendlichen bekannt gemacht, die vom Gericht zum Tode verurteilt worden sind und hingerichtet werden sollen.

Die betroffenen Personen durften zum Zeitpunkt ihrer Verurteilung nicht hingerichtet werden, weil sie noch minderjährig (unter 18 Jahre) waren. Einige von ihnen sind heute um die 15 Jahre alt, andere stehen kurz vor der Erreichung des 18. Lebensjahres.

Die Menschrenrechtaktivisten habe in einem Brief an Menschenrechtsorganisationen in aller Welt die genauen Namen und das Alter der Betroffenen aufgeführt und fordern von ihnen Unterstützung in diesen Fällen.

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Streik beim iranischen Reifenhersteller Alborz


„4 Monate Lohn!“

Die Fabrik des Reifenherstellers Alborz mit 3000 Beschäftigten steht in der Nähe von Teheran. Seit zwei Wochen wird diese Fabrik – mit Unterbrechungen – immer wieder bestreikt. Aufgrund von Versprechungen, auf die Forderungen der ArbeiterInnen einzugehen, wurde der Streik mehrmals unterbochen.

Laut der Nachrichtenagentur Dastranj haben die ArbeiterInnen am heutigen Tag ihren Streik wieder aufgenommen und sich auf dem Werksgelände versammelt. Es wurden Feuer gemacht, Reden gehalten und Parolen gerufen. Sie riefen: „Auch wenn die Arbeiter getötet werden, so bekommen sie doch ihr Recht!“, „Einheit, Einheit – das Geheimnis unseres Sieges!“ und „Oberbürgermeister und Leiter der Gendarmerie: das ist unsere letzte Warnung!“.

Ein Vertreter des Arbeitsamtes versuchte die Menge zu besänftigen und wies darauf hin, dass diese Fabrik nicht allein dastünde sondern dass 20 weitere vergleichbare Industriebetriebe im ganzen Land vor ähnlich Problemen stünden. Und er sagte weiter, dass sie alle Probleme lösen würden.

Die ArbeiterInnen sagten daraufhin, dass ihre Ohren voll von solchen Versprechungen seien und dass sie ihren Streik nicht abbrechen würden.

Es wurde ein Manifest mit folgendem Inhalt verlesen:

- Die ausstehenden Löhne müssen ausgezahlt werden.
- Ein kompetenter Direktor muss gewählt werden.
- Die Löhne und Überstundenentgelte müssen rechtzeitig bezahlt werden.
- Ein Rat muss gegründet werden, der die gesamte Produktion und den Vertrieb kontrolliert.
- Ein ausreichender Vorrat an für die Produktion erforderlichen Rohstoffen und Vorprodukten muss ständig auf Lager sein.
- Die Produktion muss wieder auf 70 Tonnen pro Tag erhöht werden.

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Steinigung im Iran

Laut der Nachrichtenagentur Iran-Emroz, sind Mitte Januar letzten Jahres zwei Schwestern mit den Namen Zohre (27 J.) und Azar (28 J.) Kabiri festgenommen worden, weil der Mann einer Schwester zur Polizei gegangen ist und behauptet hat, beide hätten mit fremden Männern eine sexuelle Beziehung.

Jede der beiden Frauen hat ein Kind. Sie wohnen in in der kleinen Stadt Schariyar, die 40 km von Teheran entfernt liegt.

Nach ihrer Festnahme wurden die Frauen vor Gericht gebracht und jeweils zu einer Strafe von 99 Peitschenhieben verurteilt. Es ist nicht bekannt, warum die beiden Frauen nach dem Vollzug dieser Strafe nicht entlassen wurdden und nach 6 Monaten ein weiteres Mal vor Gericht erscheinen mussten. Beim zweiten Mal wurden sie zu Steinigungen verurteilt. Die Urteile wurden von einem Obergericht bestätigt.

Zur Zeit befinden sich beide Frauen im Gefängnis und warten auf die Steinigung.

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