Wahlkampf im Iran


Hier haben die gefräßigen Mollas ein Loch in die iranische Landkarte gefressen. Und weil der Herr links oben – Ayatollah Chamenei, der Führer – meint, sein Bildnis sei genug, dürfen die einzelnen Kandidaten in diesem Wahlkampf auch nicht mit ihrem eigenen Foto auf den Plakatwänden werben.
Der Wächterrat und das Innenministerium haben die Kandidatenlisten zudem so gründlich ausgesiebt, dass die meisten sogenannten „Reformer“ gestrichen wurden und nur noch eine Fraktion der Geistlichen überhaupt den Wettkampf um die Futtertröge antreten darf.
Immerhin fällt auch was fürs Volk ab:

Kinderarbeit

und Müll.
Während früher sich nur die im Ausland aktive Opposition traute, zum Wahlboykott aufzurufen, sind diesmal erstmals seit 30 Jahren auch im Iran Stimmen an die Öffentlichkeit getreten, die Ayatollah Chameinis drohende Aufforderung „Wahlbeteiligung ist ein religiöse Pflicht“ widersprachen und erklärten, dass bei einer derart zusammengestrichenen Kandidatenauswahl nicht mehr behauptet werden könne, dass das Parlament eine Volksvertretung sei. Es sei deshalb besser, die Wahlen zu boykottieren.

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