Sofreje Haft Sin vor dem Teheraner Ewin-Gefängnis

Zum iranischen Neujahrsfest am 20./21. März – dem Frühlingsanfang – ist es üblich, ein spezielles Tischgedeck vorzubereiten.

Auf einer Decke werden sieben Gegenstände aufgestellt, die alle mit dem Buchstaben „s“ beginnen. Dieser Buchstabe heißt im arabisch-persischen Alphabet „sin“, deshalb heißt das Gedeck Sofreje Haft Sin (Tischdecke der Sieben S). Wobei man die „Tischdecke“ gewöhnlich auf dem Boden ausbreitet, damit sich die ganze Familie darum versammeln kann. Gemeinsam wartet man dann auf den Beginn des Neujahrs und feiert dieses.

Das Regime der Ajatollahs hat es mit sich gebracht, dass auch dieses Jahr die Angehörigen der politischen Gefangenen auf deren Beteiligung verzichten müssen. Drei Familien haben hierauf eine originelle Antwort gefunden: Sie haben die Sofreje Haft Sin vor den Mauern des Ewin-Gefängnisses gedeckt und Fotos von den inhaftierten Studenten auf das Tischtuch gelegt, damit sie wenigstens in dieser Form anwesend sein können.

Und natürlich ist es für die Teilnehmer riskant, aber die Menschen haben die Nase voll und trauen sich trotzdem.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email