Archiv für Juni 2008

50.000 „ehrenamtliche“ Polizisten im Iran zusätzlich

Laut der staatlichen Nachrichtenagentur Vahede Markazikhabar hat der Generalmajor Azizollah Rajab Zade heute in einem Interview mit Journalisten gesagt, dass im Laufe dieses Jahres 50.000 ehrenamtliche Polizisten ausgebildet werden. In diesem Projekt erhalten die neuen Polizisten eine vollständige Ausrüstung und müssen der regulären Polizei jederzeit zur vollen Verfügung stehen. Angeblich seien die ehrenamtlichen Polizisten dazu da, Verbrechen zu verhindern, bevor sie geschähen. Das Projekt habe eine Ausbildungskapazität von bis zu 300.000 ehrenamtlichen Polizisten.

Als Beispiel nannte Zade Aufgaben im Bereich der Bekämpfung von Straftaten (gemeint sind Strassenblockaden, ungenehmigte Demonstrationen oder Versammlungen vor öffentlichen Gebäuden, Verstösse gegen Bekleidungsvorschriften, fliegende Händler etc.)

Anmerkung: Der Iran befindet sich derzeit in einer politischen und wirtschaftlichen Krise. Zahlreiche Unruhen im ganzen Iran erzeugen bei der Regierung einen zusätzlichen Bedarf nach polizeistaatlichen Organen, mit denen diese Entwicklung unter Kontrolle gehalten werden kann.

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Irans Korruption: Der Fisch fängt vom Kopf an zu stinken

Wie eine Reihe persischer Webseiten berichtet, hat Dr. Abbas Palizdar, ein hochrangiger Funktionär des iranischen Justizapparats (Dabir-e Komite-ye Tahqiq va Tafahoss-e Qove-ye Qaza‘iye) begonnen, auszupacken. Am Samstag, den 3. Mai 2008 (14. Ordibehesht 1387 iran. Kalender), sprach Dr. Abbas Palizdar vor Studenten der Universita“t Hamedan und am 27. Mai (7. Chordad 1387) vor Studenten der Universität Shiraz (Schiras). Er beschuldigte über 50 hochrangige Staatsmänner, darunter neun sehr einflussreiche und bekannte iranische Geistliche konkreter korrupter Handlungen.

Er bezieht sein Wissen aus ihm vorliegende Ermittlungsakten und schildert auch, wie die Verfahren endeten. Die Täter wurden teilweise von der Justiz freigesprochen oder zu so geringen Geldstrafen verurteilt, dass man damit im Iran nicht mal ein Ei kaufen könnte.

Die Vorwürfe im Einzelnen:

1. Ayatollah Emami Kaschani (Mitglied des Wächterrats)
Der Sekretär des Ermittlungs- und Untersuchungskomitees des Justizapparats öffnete am Samstag, den 14. Ordibehesht 1387, vor einer Studentenversammlung an einer Universität in Hamedan den Vorhang der wirtschaftlichen Korruption im Iran. Der Weblog „Man wa shoma“ hat einen Teil seiner Worte seiner Rede entnommen, die gefilmt wurde, und die im folgenden zitiert werden:
„Einer von den geistlichen Herrschaften ist gekommen und hat gesagt: Ich habe eine körperlich behinderten Sohn und will eine Rehabilitierungsstiftung aufbauen damit mein Sohn unter meiner Aufsicht bleibt, und diese Stiftung haben wir auch schon registriert. Und dann kam er und sagte: Ich brauche finanzielle Stiftung, geben Sie mir den Bergbaubetrieb Soundso in Dehbid (Provinz Fars), sprich den besten Bergbaubetrieb der Welt. Dann kam er wieder und sagte: Das ist zu wenig, überlassen Sie mir dazu noch eine weitere Mine in der Provinz Zenjan (Sendschan). Bis heute hat dieser Herr unter dem Vorwand der finanziellen Unterstützung für seine Rehabilitierungsstiftung vier Minen in seinen Besitz gebracht.“
Darauf fragten die Studenten beharrlich nach, wie denn diese Person heiße, worauf Palizdar sagte: Es handelt sich um den Ayatollah Emami Kaschani (Mitglied des Wächterrats und einer der vier regelmäßigen Freitagsprediger von Teheran).

2. Ayatollah Yazdi (Ehemaliger Leiter der Justiz, ehemaliges Mitglied des Wächterrats, jetzt Mitglied des Expertenrats und Generalsekretär eines sehr einflussreichen geistlichen Gremiums in Qom (Dabir Jame‘e-ye Rouhaniyat-e Houze-ye Elmiye-ye Qom)

„Der Ayatollah ging zum Führer (=Ayatollah Chamene‘i) und sagte: Ich möchte für die „Schwestern“ (Anrede für Muslimas) in Qom eine Universität in Qom einrichten. Dies wurde genehmigt. Direkt nach dieser Genehmigung kümmerte er sich um finanzielle Unterstützung. Er verlangte: Überlasst uns die Plastik-Fabrik „Dena“. Herr Nematzade (ein verantwortlicher Beamter) versprach, ihm die Fabrik für 126 Milliarden Tuman zu überlassen. Dabei hatte die Fabrik einen wirklichen Wert von 600 Milliarden (Tuman). Dann hat er (der Ayatollah) Herrn Nematzade einen Brief geschrieben und um Preisnachlass gebeten. Nach mehrfachem Briefwechsel fiel der Preis auf 10 Milliarden. Und dann sagte er: Wir haben kein Geld. 80 Prozent bezahlen wir in Raten. Nematzade akzeptierte das. Und dann sagte er: Die übrigen 20 Prozent haben wir im Moment auch nicht zur Verfügung. Nach dem Verkauf von Immobilien der Firma zahlen wir den Betrag. So einfach kam der Ayatollah in den Besitz dieser Firma. Und einige Zeit später verkaufte er die Firma auf der Börse.“
„Kürzlich schrieb Ayatollah Yazdi an den Industrieminister Foruzesh: Mein Sohn Hamid ist arbeitslos. Bitte richten Sie es so ein, dass er Holz aus den Wäldern im Nordiran exportieren kann.
Dabei war Hamid-e Yazdi zum selbigen Zeitpunkt Generaldirektor im Justizapparat, also nicht arbeitslos. So wurden die Wälder des Nordens geplündert. Dann sind sie hingegangen und haben die einheimische Bevölkerung im Nordiran verhaftet, die nicht mehr als ihr Brennholz aus den Wäldern besorgt hatten. Darauf kam es im Nordiran zu Unruhen vor dem Gefängnis (worauf die Behörden gezwungen waren, die Gefangenen freizulassen).

3. Hodschat-ol-Eslam Ali-Akbar Nateq Nuri, Vorsitzender für Sonderermittlungen des Amts von Ayatollah Chameine’i (Ra’is-e Bazresi-ye Vizhe-ye Daftar-e Ayatollah Ali Chamene’i), zusammen mit Mohsen Rafiqdust (einer der Gründer der Sepah-e Pasdaran, d.h. der Revolutionswächter), Habib-ollah Asgarouladi (einer der wichtigsten Kapitaleigner im Basar, Generalsekretär der „Islamischen Koalitionspartei“, Financier für die Wahl verschiedener Politiker, spielte früher eine wichtige Rolle bei der Wahl Ahmadineschads zum Präsidenten) und zwei weitere Personen

„Die Fabrik Iran Khod-rou (iranische Automobilfabrik) lieferte dem iranischen Justizapparat außerhalb jeglicher gesetzlicher Regeln Autos vom Typ „Persia“ zum halben Preis, wobei die andere Hälfte in Raten zu bezahlen war (d.h. jeder einflussreiche Staatsanwalt oder Richter konnte dieses Auto zu so günstigen Konditionen kaufen). Einige der Käufer bezahlten nicht einmal diese Raten, sobald das Auto auf ihren Namen registriert war. Das führte zu diversen Protesten. So trat eine Stiftung namens „Nahj ol-balaaghe“ (Buch über die Taten und Worte des ersten Schiiten-Imams Ali) auf, die von der Fabrik verlangte: Wir brauchen 500 Autos zu den gleichen Konditionen.
Und was glauben Sie, wer sind die Mitglieder dieser Stiftung „Nahj ol-balaaghe“? Die Herren Ali-Akbar Nateq Nuri, Rafiqdust, Asgarouladi, Hossein Dinparvar und Mo’ezi.

4. Ayatollah Alam ol-Hoda (Freitags-Imam von Maschhad, Vertreter des Revolutionsführers Ayatollah Chamenei in Maschhad, Mitarbeiter von Ayatollah Abbas Wa’ez Tabbasi, dem Verantwortlichen für die Reza-Stiftung (Astan-e Qods-e Razavi – weitere Einzelheiten zu ihm finden sich auf dieser Webseite) sowie Ali Fallahian (ehemaliger Geheimdienstminister, laut Mykonos-Prozess Mitverantwortlicher für den Mord an iranischen Kurdenführern in Berlin)

(Immer noch in Zusammenhang mit den günstigen Autolieferungen von Iran Khod-rou)
„Dann traten zwei weitere Institutionen Bashgah-e Perspolis (Sportclub Persepolis) unter der Leitung von Abeddini und die Stiftung „Bonyad-e Hamgera’i-ye Andishe“ (Stiftung der gemeinsamen Ausrichtung des Denkens) auf und sagten: Wir wollen ebenfalls von diesen Autos.
Dabei ist anzumerken, dass die Stiftung „Bonyad-e Hamgera’i-ye Andishe“ dem Ayatollah Alam ol-Hoda (Freitags-Imam von Maschhad) und Hodschat ol-Eslam Ali Fallahian, dem ehemaligen Geheimdienstminister, gehört.“

5. Ayatollah Abbas Wa’ez Tabbasi, Verantwortlicher der Reza-Stiftung (Astan-e Qods-e Razavi – weitere Einzelheiten zu ihm finden sich auf dieser Webseite)

„Zwölf große Minenbetriebe in der Provinz Chorasan gehören dem Ayatollah Wa’ez Tabbasi. Und die Akte Al-Makaseb betrifft seinen Sohn.“

(Hier wird geht der Text nicht weiter ins Detail. Jedenfalls geht es in der Akte „Al-Makaseb“ darum, wie der Sohn des Ayatollahs sich unter Berufung auf die hohe Stellung seines Vaters Hotels, Grundstücke und verschiedene Fabriken angeeignet hat, ohne dafür zu bezahlen. Die Eigentümer gingen zwar vor Gericht, konnten aber nichts gegen ihn ausrichten. Die Akten existieren aber.)

6. Ayatollah Mesbah-e Yazdi und Ayatollah Makarem-e Shirazi (beide haben eine einflussreiche islamische Schule und sind anerkannte Rechtsgelehrte und Mitglied des Expertenrats und haben so großen Einfluss auf den Wächterrat, dass jedes Gesetz, das im Parlament vorgelegt wird und ihnen missfällt, vom Wächterrat als unislamisch blockiert wird)

„Über den Zucker-König und die Zucker-Mafia (gemeint sind die beiden) muss ich sagen, dass sie bereit waren, 700 Milliarden Tuman zu bezahlen, damit ihre Akte beiseite gelegt wird.“
(Die Produktion und der Import des Zuckers liegt in der Hand der Familien der beiden Ayatollahs, die allerdings ihre Söhne etc. als Eigentümer vorschieben, um nicht direkt in die Schusslinie der Kritik zu geraten. Aufgrund von Beschwerden der Arbeiter im Zuckerrohrsektor (siehe z.B. Shekar-e Haft-Tape) ist in der Justiz eine dicke Akte über sie abgelegt worden, die auf diese Weise in eine Sackgasse gelangt ist.

7. Ayatollah Akbar Hashemi Rafsanjani (ehemaliger Präsident, jetzt Vorsitzender des Expertenrats und Vorsitzender des Rats zur Wahrung der Interessen des Systems, einer der großen Kapitalisten des Irans)
„Ein Drittel der Insel Kish (einer steuerfreien Zone für ausländische Investoren!) und der Park-e Jangali-ye Chitgar (ein Vergnügungspark bei Teheran) gehören der Familie von Akbar Hashemi Rafsanjani, worauf eine Akte über die Korruption der Familie zusammengestellt wurde (erg.: in der Folge von Beschwerden Dritter). Gegenwärtig betragen die Ausgaben des Gestüts von Rafsanjanis Tochter für die Verfütterung von Melonen an ihre Pferde – als Nachtisch – 100.000 Tuman (während ein Arbeiter im Iran am Tag 6.000 Tuman verdient). Über die Erdölgesellschaft dieser Familie, die in Kanada gegründet wurde, will ich gar nicht weiter reden.
Der mittlere Sohn Mehdi Hashemi, Direktor der Firma für Treib- und Brennstoffe, stellte die hübschesten Mädchen in seiner Firma an und missbrauchte sie. Filme hierüber wurden in seinem Büro entdeckt.“
(Anmerkung: Offensichtlich wurden diese Dokumente besorgt, als Rafsanjani gegen Ahmadineschad zur Präsidentenwahl antrat und in der zweiten Runde belegen konnte, dass die Wahlergebnisse zu seinem Nachteil gefälscht wurde. Er legte dem Revolutionsführer zahlreiche Beweise dafür vor. Vermutlich wurde ihm dort die Gegenrechnung aufgemacht, was man veröffentlichen könnte, wenn er diese Dokumente publik machen würde. Nach dem Gespräch mit dem Revolutionsführer verzichtete Rafsanjani jedenfalls darauf, seine Rechte im Zusammenhang mit der Wahlfälschung weiter zu verfolgen.)

Quellen: http://www.kanoon-zendanian.org/DOCuments%20(htm)/080608Efsahgari.htm, Keyhan (London) Nr. 1210, 1211, 1212 (alle im Juni 2008), unter Berufung auf die iranische Nachrichtenagentur Borna (www.bornanews.ir/)
Interview von Ali-Akbar Alani, Abgeordneter des iranischen Parlaments der 7. Sitzungsperiode (in der Zeitung Keyhan/London Nr. 1211 veröffentlicht)

Kommentar:
Alles, was aus den Reaktionen verschiedener iranischer Kreise zu diesen Erklärungen hervorgeht, weist darauf hin, dass die Vorwürfe von Dr. Abbas Palizdar zutreffen. Abbas Palizdar wurde verhaftet. Hossein Shariatmadari, der Herausgeber der Zeitung „Keyhan“ (Teheraner Version), der offensichtlich auch von Palizdar beschuldigt wurde (Einzelheiten drangen allerdings nicht an die Öffentlichkeit), schrieb in einem Artikel, dass Dr. Abbas Palizdar nicht allein auftrete, sondern einem Team angehöre, das viele Informationen auch aus dem militärischen und Sicherheitsbereich zusammengestellt habe, zu denen Palizdar aufgrund seiner Funktion gar keinen Zugang haben könne. Diese Informationen hätten sie zur eigenen Absicherung diversen Stellen zugeleitet, so dass sie im Falle einer Verhaftung mit deren Veröffentlichung drohen könnten. Es sei wichtig, diejenigen herauszufinden, die Palizdar diese Informationen besorgt hätten.

Nachdem also an der Richtigkeit der Anschuldigungen Palizdars kaum Zweifel bestehen dürften, sollten wir uns der Frage zuwenden, warum sie veröffentlicht wurden, welchen Zweck die Veröffentlichung verfolgt und wer dabei ausgespart wurde.

Die letztgenannte Frage lässt sich rasch beantworten: In die Schusslinie der Korruptionskritik sind vor allem jetzige Gegner und Konkurrenten von Präsident Ahmadineschad geraten. Ziel der Kritik dürfte also sein, bestimmte Geistliche und Politiker in der Öffentlichkeit zu diskreditieren.

Die Ursachen hierfür dürften im weiteren Rahmen der iranischen Innen- und Außenpolitik zu suchen sein.
So ist der Geistlichkeit bewusst, dass die Unruhe in der Bevölkerung aufgrund des sinkenden Volkseinkommens und der hohen Arbeitslosigkeit immer explosiver wird. Als Antwort auf dieses Problem gibt es zwei Ansätze, deren Anhänger sich sowohl in der Geistlichkeit als auch in ihrem bewaffneten Arm, den Pasdaran, finden.
Der eine Ansatz besagt, dass man in der Frage der Uran-Anreicherung auf das Angebot der Industriemächte eingehen solle und sich im Gegenzug den Zufluss von Investitionen ins Land sichern sollte, um so den Arbeitsmarkt zu beleben und die Unruhe in der Bevölkerung zu reduzieren. Um diesen Ansatz zu verfolgen, ist die Entfernung von Ahmadineschad und seiner Leute von der Macht erforderlich, da er mit seinem scharfzüngigen Auftreten auch gegenüber Israel eine Belastung für jede glaubwürdige Öffnung darstelle.

Der andere Ansatz, der von Ahmadineschad und seinen geistlichen Unterstützern vertreten wird, besagt, dass eine solche Öffnung zum Untergang des Systems führen würde und die Geistlichkeit am Schluss nichts mehr zu sagen hätte. Sie befürworten eine Militarisierung des Systems, müssen allerdings ebenfalls auf die Stimmung in der Bevölkerung Rücksicht nehmen. Deshalb schlagen sie vor, anstelle von Subsidien (staatlich finanzierten Preisreduktionen) zum Beispiel für Nahrungsmittel jeder Familie direkt Bargeld auszubezahlen, das aus den Erdöleinnahmen stammt. Vor Sanktionen müsse man keine Angst haben, weil der Iran dann mit Gottes Hilfe mit eigenen Entdeckungen und Erfindungen eine Ausweg finden würde. Zugleich müsste im Fall einer Militarisierung verhindert werden, dass die Gegenseite die Bevölkerung mobilisieren kann, was am leichtesten über die Diskreditierung der Gegner machbar sei. Das heißt, man macht dem breiten Publikum bekannt, was für korrupte Menschen die Politiker und Geistlichen sind, die die Gegenposition zu Ahmadineschad und seinen Leuten vertreten. Sollte sich diese Linie durchsetzen, ist damit zu rechnen, dass ein Teil der Pasdaran für einen Putsch eingesetzt wird, der von der Verhaftung zahlreicher Studentenführer, Gewerkschaftsführer, Frauenrechtlerinnen und natürlich der Geistlichen und Politiker der Gegenseite begleitet wäre. Denn nur so ließe sich für einige Zeit die Proteststimmung in der Bevölkerung unterdrücken.

Sichtbar ist schon jetzt, dass sich beide Seiten auf den Konflikt vorbereitet haben. Dr. Palizdar wurde demnach mit seiner Kritik von Ahmadineschads Leuten vorgeschickt. Nächster Schritt war seine Verhaftung, wohl das Werk der kritisierten Geistlichen. Nächste Etappe waren Demonstrationen von mehreren tausend Menschen in Teheran und Maschhad, die die Freilassung von Dr. Palizdar forderten und wohl nicht nur von menschenrechtsbewegten Aktivisten ausgingen. Die Demonstranten wurden von Polizisten und Herren in Zivil besonders massiv angegriffen und verhaftet.

Die kritisierten Geistlichen gehen vorerst noch nicht dazu über, ihre Dossiers über Ahmadineschads Amtszeit als Bürgermeister von Ardabil und Teheran oder über den Sohn des Revolutionsführers Chamenei zu veröffentlichen, weil auch die Gegenseite noch einige Akten in der Hand hält. Vorerst beschränken sich die Kritisierten darauf, Ahmadineschad in der iranischen Öffentlichkeit als unglaubwürdig und schädlich darzustellen, da er mit seinem kompromisslosen Auftreten in der Uranfrage zu einer weiteren Isolierung des Irans führe und die Wirtschaftskrise vertiefe. Sie weisen in ihren Zeitungen ständig darauf hin, dass Ahmadineschad unfähig ist, zu regieren und die Probleme des Landes zu lösen. Natürlich bereiten sie sich auch auf die drohende Verhaftungswelle vor, indem sie ihre eigenen Leute unter den Pasdaran organisieren. Diese Aktivitäten bleiben aber vorerst im Dunkeln.

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Aufnahmeprüfungen zu den Universitäten im Iran

Jedes Jahr finden im Iran von Mitte Juni bis Mitte Juli Aufnahmeprüfungen zu den Universitäten statt. Es bewerben sich dieses Jahr ca. 1,5 Mio. AbiturientInnen für einen Studienplatz aber nur ca. 400.000 werden es schaffen, ein Studium aufzunehmen. Im oberen Foto ist ein Prüfungssaal voller junger Frauen zu sehen. Im unteren Foto sieht man, wie die Mütter auf ihre Töchter warten, während diese geprüft werden.

Es ist für die jungen Frauen und für ihre Familien schon aus Prestigegründen immens wichtig, dass die Töchter ein Studium aufnehmen. Das Studium ermöglicht den jungen Frauen, ein freieres und ungezwungeneres Leben zu führen, sich zu bilden und später einen einigermassen gut bezahlten Beruf zu ergreifen – etwas was für diejenigen, die die Prüfungen nicht bestehen, in weite Ferne rückt.

Letztere müssen damit rechnen, keinen oder einen nur schlecht bezahlten Arbeitsplatz zu finden und weiter bei der Familie wohnen zu müssen. Sie haben weniger Chancen zu heiraten und können im Fall einer Heirat nicht auf eine Morgengabe in gleicher Höhe wie eine Studentin oder Hochschulabsolventin hoffen. Nicht wenige junge Frauen werden unter solchen Bedingungen seelisch krank.

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Das überlegene Modell: Die Bordelle der Ayatollahs

Gegenüber dem Westen geben sich die iranischen Mollas gern als moralisch überlegen. Bei ihnen würde die Ehre der Frau geachtet, im materialistischen Westen sei sie nur Sexobjekt. Wie die Wirklichkeit aussieht, zeigt folgende Anzeige aus dem Iran, mit der die Ayatollahs für ihre Zuhälterdienste werben.

„Zum bestmöglichen Wohlergehen der Brüder, die als Pilger die Grabstätte von Imam Resa (in Maschhad) aufsuchen, um ihm die Füße zu küssen, und in der Absicht, ihnen zu ermöglichen, ihre geschlechtlichen Bedürfnisse während ihres Pilgeraufenthalts im Heiligen Maschhad auf islamisch erlaubtem Wege zu befriedigen, hat die Verwaltungsstiftung des Heiligtums (Astan-e Mobarak-e Rasawi) Maßnahmen ergriffen, ein Zentrum für die Schließung von Ehen auf Zeit (Sighe) mit Jungfrauen und geschiedenen oder verwitweten Frauen einzurichten. Das Hauptbüro dieses Zentrums befindet sich auf dem Gelände des Heiligtums, neben dem „Naqare Khane“- Haupteingang, das von Hadsch-Agha Karimi als Verantwortlichem geleitet wird (sein Weblog ist: http://hajimasalaton.blogfa.com). Die Dauer der Ehe auf Zeit (Sighe) hängt von der Dauer des Aufenthalts in Maschhad ab. Für Zeitehen von einem Tag bis zu einer Woche können die Brüder die Örtlichkeiten benutzen, die das Heiligtum ihnen dafür zur Verfügung stellt. Für Zeitehen, die über eine Woche hinausgehen, obliegt die Besorgung einer Bleibe den Brüdern selbst. Der zu entrichtende Betrag für eine Zeitehe mit jungfräulichen Schwestern beträgt 70.000 Tuman für eine Woche, für nicht jungfräuliche Schwestern hängt der Preis von deren Alter ab. Für jede geschlossene Zeitehe ist ein Betrag von 30.000 auf das Bankkonto des Heiligtums zu überweisen. Für die Überweisung stellt die Leitung des Heiligtums eine Quittung aus.
Im übrigen werden alle Schwestern, die Gutes tun wollen und neben dem Zugewinn an spiritueller Gnade, die darin besteht, den pilgernden Brüdern geeignete Bedingungen zu schaffen, ohne Übertretung des religiös Verbotenen und unbesorgt ihre Pilgerreise zu absolvieren, auch nebenbei ein kleines Einkommen haben möchten, aufgefordert, ihre Personalien inklusive Alter, Stand der Jungfräulichkeit, Beruf mit einem Ganzkörperfoto an das Büro für Zeitehen an der Ostflanke des Heiligtums, neben dem Scheich-Bahai-Gewölbe zu richten. Die interessierten Schwestern können sich auch an das Weblog von Hadsch-Agha Seyyed Andschawi htt://seyyedanjavi.persianblog.ir wenden und die erforderlichen Informationen über das Weblog oder auf telefonischem Weg von Herrn Seyyed Andschawi erhalten.“
Quelle: http://www.peikeiran.com/article_body.aspx?ID=12474 dort zitiert aus
www.meydaan.org (nähere Angaben fehlen leider)

Kommentar:
Das Grabmal des Imam Resa, des achten schiitischen Imams, liegt in Maschhad (Ostiran). Für Schiiten gehört der Besuch von Mekka, Kerbela und Maschhad zu den religiösen Pflichten. Jährlich besuchen Millionen von Pilgern das Heiligtum in Maschhad. Die Stiftung Astan-e Qods-e Rasawi (im Text als Astan-e Mobarak-e Rasawi bezeichnet), die das Heiligtum des Imam Resa verwaltet, gehört zu den größten und reichsten Stiftungen des Irans. Sie besitzt über 100 große und kleine Fabriken, fast 900 Hotels, mehrere Tausend Hektar landwirtschaftlich genutzte Flächen, und hat eine Reihe von Import-Export-Gesellschaften gegründet. Ihre Aktivitäten sind auf die Regionen nördlich und östlich der iranischen Provinz Chorassan ausgerichtet, also nach Turkmenistan, Usbekistan, Afghanistan, bis hin nach China (Volksrepublik). Als derjenige, der in dieser Stiftung das Sagen hat, gilt Ayatollah Tabassi mit seiner Familie, die überall in den Verwaltungsorganen der Stiftung Einfluss hat. Die Stiftung hat unabhängig vom iranischen Staat wirtschaftliche Kontakte nach Europa und den USA. Über diese Stiftung werden die Gelder an weitere Stiftungen kanalisiert, die unter derm Kontrolle anderer Geistlicher stehen. Ein Beispiel ist die Stiftung „Bonyad-e Imam“ in der Hand des Revolutionsführers Ayatollah Chamenei, die ebenfalls Gelder von der Stiftung aus Maschhad erhält. So profitiert der ganze schiitische Klerus vom Geldsegen dieser Stiftung.

Ayatollah Abbas Vaez Tabasi

 

 

 

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Iranischer Rekord bei Gefängnisinsassen

Nach verschiedenen iranischen Nachrichtenagenturen hat Ali-Akbar Yaseghi, Leiter des iranischen Gefängniswesens, erklärt, dass sich in iranischen Gefängnissen zwischen 140.000 und 150.000 Gefängnisinsassen befinden (AdÜ: Die Geheimgefängnisse sind dabei vermutlich nicht mitgerechnet). Er führte aus, dass der Anteil der Gefängnisinsassen an der Gesamtbevölkerung des Irans höher sei als in anderen Ländern. Von 100.000 iranischen Einwohnern befänden sich 200 im Gefängnis. Zum Vergleich: in Asien sind es 140 und in der ganzen Welt durchschnittlich 184 Gefängnisinsassen je 100.000 Einwohner.

Dr. Soltani, ein iranischer Jurist, sagte in einem Interview mit Radio Farda:“Leider produzieren unsere Gesetze selber Verbrechen. Es gibt viele Fälle, die in der restlichen Welt keinerlei Vergehen darstellen, aber im Iran als Verbrechen bestraft werden.“

Ali-Akbar Yaseghi behauptete, dass es im Iran keine politischen Gefangenen gäbe, weil dieser Begriff im iranischen Gesetz nicht definiert sei. Dr. Soltani vertritt jedoch die Auffassung, dass dieser Begriff in der iranischen Verfassung genau definiert ist.

Weiter behauptete Yaseghi, dass die Insassen in den Gefängnissen lernen und alle Schulstufen, bis hin zum Abitur, durchlaufen und nachher sogar studieren können. Frau Zeynab Peyghambarzade, die selber letztes Jahr im Ewin-Gefängnis war, berichtete in einem Interview mit Radio Farda, dass in der Frauenabteilung zwar ein Zimmer mit der Beschriftung „Universität“ (Payam Nur) existiere, die Tür jedoch stets verschlossen gewesen sei.

Der Leiter des iranischen Gefängniswesens meinte bezüglich den Kindern inhaftierter Mütter, dass sie gut gepflegt würden. Mahboube Hosseinzade, Frauenrechtsaktivistin, sagte allerdings, dass die Kinder im Ewin-Gefängnis sich in einer sehr schlechten Situation befänden. Als sie selbst in diesem Gefängnis war, hatte sie persönlich erlebt, wie Kinder missbraucht wurden. Zu der Aussage, dass es sogar eine spezielle Mutter-Kind Abteilung im Gefängnis gäbe, erklärt Frau Hosseinsade, dass diese Abteilung reine Propaganda sei und lediglich der Irreführung von ausländischen Journalisten diene.

Anmerkung: Was die Situation in diversen anderen Staaten angeht, sind die Aussagen des Direktors des iranischen Gefängniswesens Herrn Yaseghi nicht korrekt.
Um nur ein Beispiel zu zitieren:
http://www.tagesspiegel.de/politik/international/US-Gefaengnisse;
Jeder hundertste US-Bürger sitzt im Gefängnis
Erstmals in der Geschichte der USA befindet sich ein Prozent der erwachsenen Bevölkerung im Gefängnis. Zu Beginn des Jahres saßen rund 2,32 Millionen Menschen in Haft. (28.2.2008)
Das bedeutet, dass bei einer US-Bevölkerung von 300 Millionen Menschen auf 100.000 Menschen 773 Gefangene kommen (Iran: 200 auf 100.000). (
In Russland kommen auf 100.000 Menschen 532 Gefangene. (Dez. 2006)
(Quelle: http://de.wikinews.org/wiki/Die_meisten_Gefangenen
_weltweit_leben_in_US-Gef%C3%A4ngnissen)

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Iranische Studentinnen: Selbstmorde von Opfern sexueller Erpressung der „Hüter der Moral“

Wie berichtet, fanden an der Universität von Zanjan (Sandschan) anhaltende Studentenproteste statt, die forderten, dass der Vizerektor zurücktreten solle. Inzwischen ist über die Hintergründe mehr bekannt geworden. So hat der Vizerektor Dr. Hassan Madadi eine Studentin erpresst, sie solle seine „Ehefrau auf Zeit“ werden, anderenfalls werde er dafür sorgen, dass sie vom Studium ausgeschlossen werde. Er nannte ihr auch einen Ort und eine Zeit, wo er sie treffen wollte. Sie berichtete ihren Mitstudenten, was vorgefallen war. Da der Vizerektor mit dem

iranischen Hochschulminister Mohammad Mehdi Zahedi (Foto von ttp://www.president.ir/fa/) verwandt ist und den Studenten bekannt war, dass frühere Beschwerden gegen den Vizerektor Dr. Hassan Madadi alle im Sand verlaufen waren und die Opfer der sexuellen Erpressung des Vizerektors schutzlos ausgeliefert blieben, machten sie mit der Studentin aus, sie solle zum besagten Zeitpunkt an den vereinbarten Treffpunkt gehen und laut schreien, falls der Mann ihr etwas antun würde. Als Dr. Hassan Madadi die Tür verschloss und sich tatsächlich anschickte, die Studentin gewaltsam zu entkleiden, schrie sie laut, die Studenten brachen die Tür auf und filmten alles, da sonst zu befürchten war, dass der Täter alles bestreiten würde. Diesmal konnte sich der Täter nicht rausreden, aber was tat der Hochschulminister Mohammad Mehdi Zahedi? Er verkündete, die ganze Angelegenheit sei ein Komplott gegen den Vizerektor und es sei eine schwere Sünde, den Ruf eines Menschen derart zu schädigen. Er kündigte deshalb Untersuchungen gegen die Studenten an, die den Täter bei der Tat gefilmt hatten, und gegen die Studentin, die vom Vizerektor fast vergewaltigt worden wäre.
Dieser Fall aus Zanjan (Sandschan) ist gut dokumentiert, er dürfte aber nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Denn laut Berichten in den iranischen Webmedien, so z.B. auf der Seite von Rah-e Kargar (Weg des Arbeiters) http://rahekargar.de/temp/20080622-01-temp.htm häufen sich Selbstmorde iranischer Studentinnen in der letzten Zeit. Es sind Selbstmorde von Studentinnen der Daneshgah-e Sistan o Baluchestan (Hochschule der Provinzen Sistan und Balutschestan), Daneshgah-e Azad-e Lahijan (Freie Hochschule in Lahijan am Kaspischen Meer), Daneshgah-e Shahid Beheshti, Teheran (Märtyrer-Beheschti-Hochschule in Teheran), Daneshgah-e Shahr Kord (Hochschule der Stadt Kord bei Isfahan), Daneshgah-e Dameghan (Hochschule von Dameghan bei Maschhad), Daneshkade-ye Olum-e Pezeshki-ye Tehran (Medizinische Hochschule Teheran) und Daneshgah-e Tarbiyat-e Moallem Hamedan (Pädagogische Hochschule Hamedan) bekannt. Ihnen allen ist gemeinsam, dass Studentinnen vom Sicherheitsdienst der Hochschule (Harasat-e Daneshgah) vorgeladen wurden, der sich angeblich um die islamische Moral kümmern soll.
Einige Studentinnen sind direkt aus dem Fenster des Büros dieses „Sicherheitsdienstes“ oder des Studentenwohnheims gesprungen, andere haben sich vergiftet. Denn eins ist klar. So lange der Hochschulminister die Übeltäter deckt, können sie und ihre Eltern nichts gegen diese ausrichten.

Bitte an alle Studentinnen und Studenten:
Sollte Hochschulminister Mohammad Mehdi Zahedi für den Ausbau von Hochschulkontakten hierher kommen, wäre es sinnvoll, die hiesige Öffentlichkeit über seine Taten im Iran zu informieren.

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Zanjan (Iran): Erfolgreicher Studentenprotest

Heute, den 17. Juni 2008, konnten die über 3000 streikenden Studentinnen und Studenten der Universität Sandschan (Zanjan) einen Erfolg verbuchen. Der Rektor der Universität trat vor die Streikenden, um sich vor ihnen und vor Gott zu entschuldigen. Die Streikenden hatten unter anderem gefordert, dass der stellvertretende Rektor Dr. Hassan Madadi seines Amts enthoben wird, weil er unter Ausnutzung seiner Amtsstellung Studentinnen erpresst und vergewaltigt hatte. Der Rektor gab bekannt, dass der Beschuldigte der Justiz übergeben wurde.
Angesichts der Tatsache, dass die Streikenden immer mehr Unterstützung aus der Stadt Sandschan erhielten, bestand für die Herrschenden die Gefahr, dass auch die Stadtbevölkerung sich den Protesten anschließen würde, wenn sie nicht reagierten.

Allerdings ist das letzte Wort in dieser Sache noch nicht gesprochen. Eine unabhängige Justiz gibt es im Iran nicht, und es ist gut möglich, dass der mutmaßliche Täter stillschweigend wieder laufen gelassen wird. Und zu denken gibt die Tatsache, dass in einer Zeitschrift der Pasdaran (Revolutionswächter) darauf hingewiesen wird, dass gewisse Kräfte an den Unis Unruhen schüren wollen und Studenten extremistischen Aktivitäten nachgingen. Da man annehmen darf, dass der inhaftierte Vize-Rektor eng mit den Pasdaran zusammenarbeitet, verheißt das nichts gutes für die aktiven Studenten, die in der Folge selbst Opfer politisch motivierter Verhaftungen werden könnten.

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Ein Kind bei der Arbeit

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Traditionelle Musikinstrumente im Iran

Avaz-e-dohol shenidan az dur khosh ast

In diesem Bild sind die Instrumente Sas (Sorna), die persische Oboe, und Dohol, ein zweiseitiges Schlaginstrument, zu sehen. Schon der berühmte persische Dichter Molana Rumi hat beide Instrumente in seinen Gedichten erwähnt.

Die Dohol wird beidhändig, an der Oberseite mit einem dicken, zum Ende gebogenen Holz (Changal) und auf der Rückseite mit einem dünnen Zweig (Deyrak) gespielt. Sie begleitet typischerweise die Sas (Sorna) bei festlichen Zeremonien – ganz besonders bei Hochzeiten.

Es gibt im Persischen ein Sprichwort “Avaz-e-dohol shenidan az dur khosh ast”, was wörtlich soviel heisst wie „Die Dohol klingt angenehm aus der Ferne“.

Vgl. Iranische Musikinstrumente (wikipedia)

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Sitzstreik in einer Universität für Lehramtsstudenten

Heute ist der dritte Tag eines Sitzstreiks von Studenten an der Teheraner Universität für die Ausbildung zum Lehramt. Dieser Sitzstreik hat seine Ursache in verschiedenen Mängeln beim Lehrbetrieb sowie in der schlechten Qualität des Mensaessens.

Gestern haben 50 StudentInnen mit einem Hungerstreik begonnen. Die Sicherheitskräfte und die Polizei haben die Universität umstellt und abgeriegelt. Am gestrigen Abend haben sich 800 StudentInnen gesammelt und sind zum Studentinnenheim gezogen. Unterwegs wurden viele Parolen gegen die Polizei und die Sicherheitskräfte gerufen.

Die Sicherheitskräfte haben nun die Verbindung zwischen den 800 DemonstratInnen und den Hungerstreikenden unterbrochen, so dass die Hungerstreikenden isoliert sind.

Ausserdem haben die Sicherheitskräfte und Polizei den Eltern der StudentInnen gedroht, dass ihre Kinder festgenommen und vor Gericht gebracht werden, sollten sie weiter streiken.

 

 

 

 

 

 

 

 

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Schikanöse Behandlung im Saghghez-Gefängnis (Iranisch – Kurdistan)

Karim Alimohammadi befindet sich seit 14 Jahren als Politischer Gefangner im Gefängnis von Saghghez.

Seine Frau hat in einem Interview der Nachrichtenagentur Mokrian gesagt, dass ihr Mann und sein Bruder in die Abteilung für Kriminelle verlegt worden sind und beide in einer Nacht von Kriminellen mit Flaschen attackiert und verletzt wurden.

Die Frau führte weiter aus, dass ihr Mann krank sei aber die Gefängnisleitung ihm die Behandlung in einem Krankenhaus verweigere. Angeblich benötige er eine Genehmigung der Staatsanwaltschaft.

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Das Leben von Arbeitern hat keinen Wert in der Islamischen Republik Iran

Aufgrund von Versäumnissen beim Arbeitsschutz 25 Arbeiter gestorben

Staatliche iranische Zeitungen haben berichtet, dass am 25. Mai 2008 zuerst die Chemiefabrik Kimyagostaran Sepehr und kurz darauf die unmittelbar benachbarte Chemiefabrik Kimyagaran Emrooz niederbrannten. Die Fabriken befinden sich im Industriegebiet der Stadt Shahid Babai Bazneh, in der Nähe der Stadt Zahand (Zentraliran).

Sofort nach Ausbruch des Brandes kamen 25 Arbeiter ums Leben und mehr als 50 Arbeiter zogen sich schwere Brandverletzungen zu, so dass sie ins Krankhaus eingeliefert werden mussten. Nach letzten Informationen geht es ihnen sehr schlecht.

Das Feuer war so heftig, dass beide Betriebe zu 80% zerstört wurden. Menschen, die sich 300 Meter von den Fabriken entfernt aufhielten, wurden noch verletzt.

Die Fabrikbesitzer müssen sich völlig mangelhafte Sicherheitsvorkehrungen vorwerfen lassen und auch die Regierung hatte es versäumt, diese Betriebe richtig zu kontrollieren. Die Feuerwehr konnte nur verspätet eingreifen, weil in der näheren Umgebung der Fabriken keine Feuerwehrstation vorhanden war.

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Spekulation mit Tee und Zucker im Iran

Laut der Website Tabnak hat sich der Preis von gemahlenem Zucker, Zuckerwürfeln und Tee im Lauf der letzten 24 Stunden verdreifacht, in manchen Städten sogar vervierfacht. Es heisst weiter, dass an dem Tag, an dem in Meschkinschah (Nordwestiran) sich das Gerücht verbreitete, dass der Preis dieser Waren steigen würde, sich vor den Geschäften lange Schlangen gebildet hätten. Viele Geschäfte in Kermanscha und Umgebung gaben fälschlicherweise an, keine Vorräte dieser Waren mehr zu besitzen. Händler in Teheran, die Tee aus dem Ausland importieren, gaben einen 400% gestiegenen Preis für ihre Waren an.

Laut der Nachrichtenagentur Mehr lagerten die Tee- und Zucker-Händler der Stadt Tabriz ihre Waren an versteckten Orten, um sie nicht sofort anbieten zu müssen.

Kommentar:

Im Norden des Iran gibt es Tee-Anbaugebiete. Der dortige Tee wird mehrheitlich vom Staat billig aufgekauft und genießt auf dem Weltmarkt einen guten Ruf. Der Import von Tee wird teilweise über Firmen der Sepah-e Pasdaran (Organisation der Revolutionswächter) abgewickelt.
Die Familie des Ayatollah Mesbah-e Yasdi kontrolliert sowohl die inländische Produktion des Zuckers als auch dessen Import. Derartige Preiserhöhungen sind geeignet, diesen Kreisen enorme Gewinne zu verschaffen. Anscheinend geht der Ayatollah – ein Ziehvater von Präsident Ahmadineschad – davon aus, dass Ahmadineschads Amtszeit nicht verlängert wird, und will schnell noch seine Schäfchen ins Trockene bringen.

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