Spekulation mit Tee und Zucker im Iran

Laut der Website Tabnak hat sich der Preis von gemahlenem Zucker, Zuckerwürfeln und Tee im Lauf der letzten 24 Stunden verdreifacht, in manchen Städten sogar vervierfacht. Es heisst weiter, dass an dem Tag, an dem in Meschkinschah (Nordwestiran) sich das Gerücht verbreitete, dass der Preis dieser Waren steigen würde, sich vor den Geschäften lange Schlangen gebildet hätten. Viele Geschäfte in Kermanscha und Umgebung gaben fälschlicherweise an, keine Vorräte dieser Waren mehr zu besitzen. Händler in Teheran, die Tee aus dem Ausland importieren, gaben einen 400% gestiegenen Preis für ihre Waren an.

Laut der Nachrichtenagentur Mehr lagerten die Tee- und Zucker-Händler der Stadt Tabriz ihre Waren an versteckten Orten, um sie nicht sofort anbieten zu müssen.

Kommentar:

Im Norden des Iran gibt es Tee-Anbaugebiete. Der dortige Tee wird mehrheitlich vom Staat billig aufgekauft und genießt auf dem Weltmarkt einen guten Ruf. Der Import von Tee wird teilweise über Firmen der Sepah-e Pasdaran (Organisation der Revolutionswächter) abgewickelt.
Die Familie des Ayatollah Mesbah-e Yasdi kontrolliert sowohl die inländische Produktion des Zuckers als auch dessen Import. Derartige Preiserhöhungen sind geeignet, diesen Kreisen enorme Gewinne zu verschaffen. Anscheinend geht der Ayatollah – ein Ziehvater von Präsident Ahmadineschad – davon aus, dass Ahmadineschads Amtszeit nicht verlängert wird, und will schnell noch seine Schäfchen ins Trockene bringen.

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