Iranische Studentinnen: Selbstmorde von Opfern sexueller Erpressung der „Hüter der Moral“

Wie berichtet, fanden an der Universität von Zanjan (Sandschan) anhaltende Studentenproteste statt, die forderten, dass der Vizerektor zurücktreten solle. Inzwischen ist über die Hintergründe mehr bekannt geworden. So hat der Vizerektor Dr. Hassan Madadi eine Studentin erpresst, sie solle seine „Ehefrau auf Zeit“ werden, anderenfalls werde er dafür sorgen, dass sie vom Studium ausgeschlossen werde. Er nannte ihr auch einen Ort und eine Zeit, wo er sie treffen wollte. Sie berichtete ihren Mitstudenten, was vorgefallen war. Da der Vizerektor mit dem

iranischen Hochschulminister Mohammad Mehdi Zahedi (Foto von ttp://www.president.ir/fa/) verwandt ist und den Studenten bekannt war, dass frühere Beschwerden gegen den Vizerektor Dr. Hassan Madadi alle im Sand verlaufen waren und die Opfer der sexuellen Erpressung des Vizerektors schutzlos ausgeliefert blieben, machten sie mit der Studentin aus, sie solle zum besagten Zeitpunkt an den vereinbarten Treffpunkt gehen und laut schreien, falls der Mann ihr etwas antun würde. Als Dr. Hassan Madadi die Tür verschloss und sich tatsächlich anschickte, die Studentin gewaltsam zu entkleiden, schrie sie laut, die Studenten brachen die Tür auf und filmten alles, da sonst zu befürchten war, dass der Täter alles bestreiten würde. Diesmal konnte sich der Täter nicht rausreden, aber was tat der Hochschulminister Mohammad Mehdi Zahedi? Er verkündete, die ganze Angelegenheit sei ein Komplott gegen den Vizerektor und es sei eine schwere Sünde, den Ruf eines Menschen derart zu schädigen. Er kündigte deshalb Untersuchungen gegen die Studenten an, die den Täter bei der Tat gefilmt hatten, und gegen die Studentin, die vom Vizerektor fast vergewaltigt worden wäre.
Dieser Fall aus Zanjan (Sandschan) ist gut dokumentiert, er dürfte aber nur die Spitze des Eisbergs darstellen. Denn laut Berichten in den iranischen Webmedien, so z.B. auf der Seite von Rah-e Kargar (Weg des Arbeiters) http://rahekargar.de/temp/20080622-01-temp.htm häufen sich Selbstmorde iranischer Studentinnen in der letzten Zeit. Es sind Selbstmorde von Studentinnen der Daneshgah-e Sistan o Baluchestan (Hochschule der Provinzen Sistan und Balutschestan), Daneshgah-e Azad-e Lahijan (Freie Hochschule in Lahijan am Kaspischen Meer), Daneshgah-e Shahid Beheshti, Teheran (Märtyrer-Beheschti-Hochschule in Teheran), Daneshgah-e Shahr Kord (Hochschule der Stadt Kord bei Isfahan), Daneshgah-e Dameghan (Hochschule von Dameghan bei Maschhad), Daneshkade-ye Olum-e Pezeshki-ye Tehran (Medizinische Hochschule Teheran) und Daneshgah-e Tarbiyat-e Moallem Hamedan (Pädagogische Hochschule Hamedan) bekannt. Ihnen allen ist gemeinsam, dass Studentinnen vom Sicherheitsdienst der Hochschule (Harasat-e Daneshgah) vorgeladen wurden, der sich angeblich um die islamische Moral kümmern soll.
Einige Studentinnen sind direkt aus dem Fenster des Büros dieses „Sicherheitsdienstes“ oder des Studentenwohnheims gesprungen, andere haben sich vergiftet. Denn eins ist klar. So lange der Hochschulminister die Übeltäter deckt, können sie und ihre Eltern nichts gegen diese ausrichten.

Bitte an alle Studentinnen und Studenten:
Sollte Hochschulminister Mohammad Mehdi Zahedi für den Ausbau von Hochschulkontakten hierher kommen, wäre es sinnvoll, die hiesige Öffentlichkeit über seine Taten im Iran zu informieren.

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