Iranischer Gesetzentwurf zur „Familienförderung“ nach Protesten vorläufig zurückgezogen


Laut der Regierungs-Website Asr-e Iran, sind gestern, den 31.08.2008, mehr als einhundert Aktivistinnen, Frauenrechtlerinnen, Ärztinnen, Journalistinnen und Anwältinnen, darunter Shirin Ebadi, Anwältin und Nobelpreisträgerin, sowie Simin Behbahani, vor dem iranischen Parlament zusammengekommen. Sie konnten fünfzig Abgeordnete besuchen und ihnen ihre Ablehnung des Gesetzentwurfs zur „Familienföderung“ übermitteln.

Bereits im Vorfeld hatte es im In- und Ausland zahllose Proteste gegen diesen Gesetzentwurf gegeben.

Nach dieser Protestaktion hat das Parlament den Entwurf vorläufig auf Eis gelegt.

Shadi Sad, Anwältin und Frauenrechtsaktivistin, sagte in einem Gespräch mit Asr-e Iran: „Wir alle freuen uns, dass diese „Familienförderung“ von der Agenda gestrichen wurde. Paragraph 23 dieses Entwurfs besagt, dass ein Mann neuerdings ohne Einverständiserklärung seiner Gattin eine weitere Frau heiraten können soll. Wir machen mit unserem Protest weiter, bis wir sicher sein können, dass dieser Entwurf nicht verabschiedet wird.“ Die Anwältin sagte weiter: „Ich wundere mich, dass die weiblichen Abgeordneten nicht einmal mit uns sprechen wollten.“

Es heisst, dass 65 derjenigen Abgeordneten, die sich bislang für diesen Entwurf stark gemacht hatten, zwei oder mehr Frauen „besitzen“.

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