Ahmadinejads leere Versprechungen


Ahmadinejad ist der erste iranische Staatspräsident, der regelmässig jeden Monat einer anderen Stadt des Irans einen Besuch abstattet. In seinem Tross reisen normalerweise die Minister seines Kabinetts. Mit diesen Rundreisen wird die Vorstellung verbunden, dass hier ein Präsident in regelmässigen, engen Kontakt zu seinem Volk tritt und so dessen Sorgen und Nöte aus erster Hand kennenlernt. Die Regierungsmannschaft wird am Flughafen stets von einem Imam des Freitagsgebets in Empfang genommen.


Auf dem Weg vom Flughafen zum Veranstaltungsort, wo Ahmadinejad eine Rede halten soll, wird die Fahrzeugkolonne von organisierten Menschen (Regierungsanhängern, Beschäftigten aus staatl. Betrieben, Schulen, etc.) begleitet und empfangen.


Auf beiden Seiten der Strasse stehen Menschen, die teilweise applaudieren, teilweise ihre Forderungen zum Ausdruck bringen. Als ein Beispiel von vielen ist auf diesem Plakat folgender Spruch zu lesen: „Herr Staatspräsident! Unser Gebiet hat keine Strassen, weder mit noch ohne Asphalt.“ Viele der Leute haben auch Briefe geschrieben; allein für diese Reise, sagte der Gouverneur, seien 61 Kilo Briefe eingegangen. (Anmerkung: Ob diese Briefe überhaupt gelesen werden?)


Hier ist die Bühne zu sehen, von der herunter Ahmadinejad seine Rede hält. Der Platz ist alles andere als gut gefüllt. In den ersten Reihen, und noch innerhalb einer Absperrung befinden sich hochrangige Persönlichkeiten (Geistliche, Militärs, Revolutionswächter, Geheimdienst, Staatsverwaltung, …) aus der Region. Auch sie müssen offensichtlich vor dem restlichen Publikum geschützt werden, obwohl auch dieses sich aus organisierten Anhängern der Regierung zusammensetzt.

Viele Reisen und viele leere Versprechungen können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Armut, Arbeitslosigkeit und Inflation im Iran zugenommen haben.

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