Ungewöhnlicher Protest in Torbat Heydarie (Ostiran)

Laut einem Bericht eines Journalisten von Shahab News hat eine Frau aus der Stadt Torbat Heydarie (Ostiran) am letzten Samstag, den 15.11.2008, auf ungewöhnliche Art und Weise ihren Protest ausgedrückt. Sie hat auf dem Platz Bar Soltani (ein zentraler Platz mit einem Kreisverkehr) ihr Auto in der Gegenrichtung abgestellt. In kurzer Zeit brach der Verkehr zusammen und über eine Stunde lang war kein Durchkommen.

Normalerweise ist bei solchen Situationen mit heftigen Auseinandersetzungen, Beschimpfungen und Streit unter den Verkehrsteilnehmern zu rechnen – nicht jedoch in diesem Fall. Lange bevor die Polizei erschien, informierten sich die Leute vor Ort gegenseitig durch Gespräche oder per Handy. Es schien klar zu sein, wer diese Frau ist, welche Probleme sie des öfteren mit der Stadtverwaltung, der Polizei und bei Gericht gehabt hat und dass ihr Mann ein Behinderter ist. Die Menschen strömten zwar in grosser Zahl auf den Platz, doch es fielen keine Schimpfwörter und es brach kein Streit aus. Man wartete, telefonierte, schickte SMS und fotografierte.

Modschtabah Sadeghian, der Gouverneur von Torbat Heydarie, hat in einem Interview mit einem Lokaljournalisten der Nachrichtenagentur IRNA gesagt, dass diese Frau psychische Probleme habe, weil ihr Mann ein Behinderter sei. Er behauptete ferner, dass diese Frau schon früher ähnlich ungewöhnliche Aktionen durchgeführt habe. Er gab allerdings zu, dass sie diesen Protest durchgeführt hat, weil sie mit einer „staatlichen Organisation“ ein Problem hatte.

Anmerkung: Im Zweifelsfall bedeutet „staatliche Organisation“ hier, die Revolutionswächterorganisation, die nicht so direkt genannt werden sollte.

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