Die iranischen Machthaber haben Angst vor der eigenen Bevölkerung

Am 16. November ging das Großmanöver zu Ende, über das wir hier berichtet haben. Jeden Tag fand es in einem anderen Teil von Teheran statt.
Der Leiter des Goßmanövers behauptete, dass es hierbei um die „Sicherheit unseres Landes“ gehe. Aber das, was die 30.000 Revolutionswächter, Polizei und Bassidschi-Milizen in den sechs Tagen vorgeführt haben und was auch diese Bilder zeigen, macht deutlich, dass es nicht um die Verteidigung des Iran gegen einen Feind von außen geht. Wer sind also die Feinde?

Zu Beginn der Islamischen Revolution standen die Machthaber mit beiden Beinen fest auf dem Boden. Wann immer die Regierung wollte, konnte sie die Massen organisieren, egal ob gegen innere oder äußere Feinde. Nach dreißig Jahren, ist diese Phase vorbei. Nicht nur bei 80% der Bevölkerung sondern auch bei den unteren und mittleren Chargen der Machthaber selbst gibt es eine substanzielle Unzufriedenheit.

In den letzten Jahren hat die Regierung die Studentenbewegung, die Frauenbewegung, die Arbeiter- und Lehrerbewegung, etc. mit allen Mitteln unterdrückt, beruhigen konnte sie sie jedoch nicht. Sogar ausländische Islamisten von der Hamas aus Palästina oder von der Hisbollah aus dem Libanon wurden rekrutiert und im Iran eingesetzt.

Ausserdem stand der Regierung durch die hohen Öleinnahmen der letzten Zeit dafür das nötige Geld zur Verfügung: noch im Juli stand der Ölpreis bei 147 Dollar pro Barrel. Seit Ausbruch der weltweiten Finanzkrise haben sich die Probleme des Irans verschärft. Wie aber soll der Iran, nachdem der Ölpreis unter 50 Dollar pro Barrel gefallen ist, der wirtschaftlichen Probleme Herr werden?

Ein Teil der Machthaber sieht mittlerweile die Islamische Revolution selbst in Gefahr. Sie fürchten, dass mit den Methoden von Ahmadinejad, das ganze Land zerrissen wird. Die Fraktion um Ayatollah Chamenei, Ayatollah Mesbahe Yazdi und Ahmadinejad will sich dagegen mit einer verstärkten Militarisierung der Gesellschaft vor zukünftigen sozialen Bewegungen verteidigen. Diese zwei einflußreichen Meinungen prägen täglich das Bild in den staatlichen Medien.

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