Warum ist die Studentenbewegung für den Religionsführer Chamenei von besonderer Wichtigkeit?

Obwohl die regierungsnahen Medien angekündigt hatten, dass Chamenei zum 16. Adhar (7. Dezember, Gedenktag anlässlich der Erschiessung von drei Studenten im Jahr 1953), an der Universität in Teheran eine Rede halten würde, fand diese Veranstaltung nicht statt. Ohne erneute Bekanntmachung in den Medien war er jedoch gestern, Sonntag, den 15.12.2008, an der staatlichen Universität für Wissenschaft und Technik und hielt eine lange Rede. In dieser Rede versuchte er, die Studentenbewegung in die Nähe der Islamischen Revolution zu rücken. Dem Publikum erklärte er, dass die Studentenbewegung die Pflicht habe, die Islamische Revolution zu verteidigen.

Die ganze Umgebung der Universität und die Universität selbst waren umgeben von Geheimdienst und Polizei. Sein Publikum setzte sich ausschliesslich aus Dozenten, Professoren, Beschäftigten der Universität sowie StudentInnen, die ausgewiesene Anhänger der Regierung waren, zusammen. Da ihre Zahl nicht ausreichte, um den Saal zu füllen, wurden weitere StudentInnen aus der Umgebung – teilweise mit Bussen – herbeigebracht. Weder in persischen Zeitungen noch in sonstigen Medien existiert ein Photo des Publikums – stets wurde nur das Konterfei des Religionsführes abgebildet.

Seit 30 Jahren versuchen die religiösen Machthaber im Iran, die Studentenbewegung mit Folter, Hinrichtungen, Gefängnis, Exmatrikulationen, etc. unter Kontrolle zu halten – und es ist ihnen nur ungenügend gelungen. Nun versuchen sie, sich selbst an die Spitze dieser Bewegung zu setzen und sie so zu vereinnahmen.

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