Paris: Preis für „Eine Million Unterschriften gegen diskriminierende Gesetze“

Nachdem Ayatollah Chomeini die Frauen nur als Unterfütterung seiner Massenkundgebungen auf den Straßen duldete, ansonsten ihnen aber nur einen Platz am Herd und eine Rolle als Gebärmaschinen im Krieg zugewiesen hatte, waren für die iranische Frauenbewegung schwere Zeiten hereingebrochen. Trotz aller Repressalien des Regimes, das Frauen nur als schwarze Säcke in der Öffentlichkeit duldete, ließen sich die Frauen nicht unterkriegen. Jeder, der einmal den Iran bereist hat, kann bestätigen, dass sich die Frauen keinesweges an den Kleidercode der Mollas halten. Das ist freilich nur ein oberflächlicher Eindruck.

Simin Behbahani
Viel wichtiger ist eine Kampagne, die im Jahr 2006 aufgebaut wurde, woran die Dichterin Simin Behbahani großen Anteil hatte. Die Kampagne heißt „Kompeyne jam‘-avariye yek milyun emza baraye taghyire qavanine tab‘iz-amiz“ – Kampagne zur Sammlung von einer Million Unterschriften zur Änderung diskriminierender Gesetze. Ziel war es, im ganzen Iran Unterschriften von Frauen zu sammeln, die sich die diskriminierende Gesetzgebung nicht mehr gefallen lassen wollten, die auf einer rückwärts gewandten Auslegung der Scharia – des islamischen Rechts – beruhen. Trotz aller Verhaftungen und Misshandlungen, die die Unterstützerinnen dieser Kampagne im Iran erlitten, war sie nicht klein zu kriegen.
Jetzt wurde die Kampagne in Frankreich mit dem Preis „Simone de Beauvoir“ ausgezeichnet. Am 21. Januar 2009 wurde der Preis der Dichterin Simin Behbahani stellvertretend für alle anderen iranischen Frauen in Gegenwart der französischen Ministerin für Kultur und Kommunikation Christine Albanel überreicht.

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