Präsidentenbesuch: Eine Masseninszenierung

Unlängst wurde ich gefragt, was für Leute das sind, die heute dem iranischen Präsidenten Ahmadineschad zujubeln. Eine berechtigte Frage, die wir am Beispiel eines Besuchs in der Provinz Yasd erläutern wollen.
So erklärte der Provinzgouverneur von Jasd im Vorfeld, dass alle Staatsbediensteten, die den erlauchten Worte des Präsidenten lauschen wollen, dies natürlich tun dürften, das heißt, er gab ihnen indirekt die Freiheit, statt zu arbeiten an der Straße zu stehen und sich die Rede des Präsidenten anzuhören.
An dem Tag, an dem der Präsident mit seinem Gefolge in Yasd eintraf (Mittwoch 18.2.2009), fiel der Schulunterricht aus. Die LehrerInnen mit ihren Schulklassen dienten als Staffage für den Weg des Präsidenten vom Flughafen Yasd bis zur Redetribüne. An die SchülerInnen wurden Fähnchen verteilt, die sie zur Begrüßung schwenken sollten.
Soldaten wurde der Befehl erteilt, an diesem Tag in Zivil aufzutauchen, um die leeren Reihen zu füllen. Und in die umliegenden Dörfer und Kleinstädte wurden Busse geschickt, um die Bevölkerung dort einzusammeln. Wer mitmachte, bekam einen Jeton für Essen und Trinken. Das machte nochmal 15.000 bis 20.000 Zuschauer.
Außerdem wurden die Motorradfahrer der Gegend engagiert, vor dem Tross des Präsidenten einen Corso abzuhalten.

Mit diesen Maßnahmen lässt sich doch eine eindrucksvolle Menschenmenge präsentieren…

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email