Mir-Hossein Mussawis Botschaft

Nachdem sich die Anhänger eines Wandels des iranischen Regimes als hartnäckig erwiesen haben und auf die Straße gingen, obwohl der Kandidat Mir-Hossein Mussawi abgelehnt hatte, teilzunehmen und sich darauf beschränkte, die Teilnehmer zu friedlichen Kundgebungen aufzurufen, konnte er nicht weiter stumm bleiben. Immerhin hatte das Regime gegen die Protestierenden Hisbollahis und Sondereinheiten eingesetzt, die mit Streumunition, Messern und Ketten auf die Menschen losgingen. Es gab mehrere Tote und Verletzte. Dies konnte er nicht unkommentiert lassen, wenn er nicht sein Gesicht verlieren wollte. So gaben die Kandidaten Mir-Hossein Mussawi und Karubi eine Erklärung ab, in der sie den Angehörigen der Ermordeten ihr Beileid aussprachen und diese als „Schahid“, als Märtyrer auf dem Weg der Freiheit, bezeichneten. Sie forderten die Gläubigen dazu auf, am Donnerstag eine Gedenkfeier für die Toten abzuhalten und ließen durch ihren Vertreter einen Antrag bei der Staatsanwaltschaft von Teheran einreichen, dass die Mörder ermittelt und vor Gericht gestellt werden. Außerdem riefen sie zu einer schweigenden Trauerkundgebung am kommenden Freitag (19.06.2009) auf. Die Kundgebung soll am Haft-Tir-Platz in Teheran starten und zum Platz des Freitagsgebets führen. Als Redner haben Mussawi und Karubi eine wichtige Person gefunden: Ajatollah Chamenei, den Revolutionsführer.
Wenn die Rechnung aufgeht, wird Chamenei vor Hunderttausenden von Menschen sprechen, während sonst bei seinem Freitagsgebet in der Regel 10.000-20.000 Menschen erscheinen. Mussawi wird gewies versuchen, daraus politisches Kapital zu schlagen. Andererseits bietet die Anwesenheit von Ajatollah Chamenei auch einen gewissen Schutz der Demonstranten vor Angriffen durch radikale Schläger Ahmadineschads.

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