Chamenei samt Anhängern, Basiji, Pasdaran, Hisbollah und Polizei gegen die eigene Bevölkerung

Als die Wahlergebnisse am Samstag, den 13. Juni, bekannt wurden, kochte bereits am selben Tag die Unruhe in der Bevölkerung langsam hoch. Moussavi und Karrubi erklärten, bei ihrer Meinung über den Wahlbetrug zu bleiben, bis das iranische Volk sein Recht bekommt. Sie verlangten beide Neuwahlen. Jeden Tag kam es im ganzen Land zu Demonstrationen insbesondere zweimal in Teheran mit jeweils mindestens 400.000 TeilnehmerInnen laut Augenzeugenberichten. Für den Samstag, den 20. Juni, hatten Moussavi und Karrubi erneut im ganzen Land zu friedlichen Massendemonstrationen aufgerufen. In Teheran wurde zur Strasse zwischen dem Platz der Revolution und dem Platz der Freiheit mobilisiert.

Beim Freitagsgebet hielt Chamenei dann eine wichtige Rede, in der er seine Position sehr klar zum Ausdruck brachte: Er hat direkt Ahmadinejad unterstützt und den Ausgang der Wahlen bestätigt. Wenn einzelne Kandidaten damit nicht einverstanden seien, könnten sie den Weg des Gesetzes beschreiten. Sie (gemeint sind Moussavi und Karrubi) dürften die Menschen nicht zu Protesten auf den Strassen aufrufen und das ganze Land in Unruhe versetzen. Chamenei machte deutlich, dass er sein Leben – falls nötig – für die Islamische Revolution opfern wolle.

Das war ein grünes Licht für die Spezialeinheiten, die Polizei, die Milizen, die Pasdaran und die verschiedenen Anhänger von Chamenei und Ahmadinejad, die Demonstrationen am Samstag mit Gewalt aufzulösen.

Freitag Abend, genau um 10 Uhr, sind im ganzen Land Millionen von Iranerinnen und Iraner auf ihre Hausdächer gestiegen und haben zwei Parolen gerufen: „Allahu Akbar“ und „Tod dem Diktator“. Am frühen Samstag Morgen waren dann die Strassen in allen Städten voller bewaffneter Kräfte. Nicht nur der ganze Iran sondern die ganze Welt wartete auf die Reaktion von Moussavi und Karrubi. Moussavi rief trotz aller Drohungen weiter zu den Demonstration auf und ergänzte, dass er sich mit rituellen Waschungen auf das Märtyertum vorbereite. Für den Fall, dass er festgenommen würde, solle im ganzen Land ein Generalstreik stattfinden.

In Zentralteheran versuchten am Samstag, den 20. Juni, zehntausende Menschen von verschiedenen Seiten aus, friedlich die o.g. Demonstrationsorte zu erreichen. Die Plätze und die umliegenden Strassen wurden von einem großen Polizeiaufgebot kontrolliert, das den Zugang verhinderte.

Die Demonstranten trafen ein und versuchten, durch die Polizeiabsperrungen hindurch auf die Demonstrationsplätze zu gelangen.

Sie wurden wurden brutal, zunächst mit Faustschlägen, Tritten und Knüppeln angegriffen, später dann mit Tränengas, Wasserwerfern, Messern und Schusswaffen.

Die Demonstraten und insbesondere die Jugendlichen, Frauen wie Männer, verteidigten sich mit Steinen und brennenden Barrikaden.

Dieser Kampf dauerte bis zum späten Abend, mit dem Ergebnis, dass die Krankenhäuser voll waren mit Verletzten.

Laut letzten Nachrichten aus dem Iran sind im ganzen Land ungefähr 200 Menschen getötet und tausende verletzt worden. Offiziell wurde von 20 getöteten Personen gesprochen.

In der folgenden Nacht wurde auf den Dächern Teherans folgende drei Parolen gerufen: „Allahu Akbar“, „Tod dem Diktator“ und „Tod mit Chamenei“.

Am Sonntag flackerten sporadische Proteste an verschiedenen Orten auf.

Moussavi betonte erneut, für die Rechte der Bevölkerung weiterhin friedlich demonstrieren zu wollen.

Der unter Arrest stehende Ayatollah Montazeri bekundete sein Beileid für die bei den Protesten getöteten Menschen und rief für Mittwoch, Donnerstag und Freitag zu einer landesweiten Trauer auf.

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