Wann kommen die Flüchtlinge?

Schon am ersten Tag nach der Wahl und der Wahlfälschung im Iran vom 12. Juni 2009 kam es zu einer Serie von Verhaftungen. Die ersten Opfer waren Studenten, die zweite Serie betraf Parteien und Politiker, die die Kandidatur von Mir-Hossein Mussawi unterstützt hatten, die dritte Serie betraf Wahlkampfkomitees von Mir-Hossein Mussawi.
Man kann davon ausgehen, dass ein Teil der potentiellen Opfer durch Kontakte in den Staatsapparat im Vorfeld von ihrer geplanten Verhaftung erfahren haben oder durch glückliche Umstände bislang nicht erwischt wurden. Diese Menschen sind jetzt untergetaucht, und in dem Maß, wie die Repression sich ausweitet, wird die Zahl der Untergetauchten größer.
Bislang ist in der Türkei noch keine Flüchtlingswelle eingetroffen. Wie die Zeitung www.gazetevan.com am 21. Juni 2009 berichtete, fand am Vorstand im Kulturpark der Stadt Van ein Flüchtlingsfest statt, an dem der UNHCR, amnesty international, Mazlum-Der und andere Gruppen beteiligt waren und rund 500 Flüchtlinge aus dem Iran, Irak, Afghanistan und Pakistan teilnahmen.
Es gab Aufführungen von Folklore-Tänzen. Hinweise auf neu eingetroffene Flüchtlinge gab es in der Zeitung nicht, weder in den Vortagen, noch bis jetzt – den 24. Juni.
Durch Kontakte in den Iran ist bekannt, dass viele Menschen aus den kurdischen Grenzgebieten (Westiran) derzeit eher versuchen, nach Teheran zu kommen, um an den Demonstrationen gegen die Wahlfälschung teilzunehmen, in den kurdischen Gebieten selbst wurde ein umfassender Proteststreik veranstaltet.
Was aber bekannt ist, dass viele Verletzte jetzt Schutz benötigen. In die Krankenhäuser können sie nicht gehen, da dort die bewaffneten Organe Posten errichtet haben, um die Verletzten zu inhaftieren. So bleiben nur noch wenige Zufluchtmöglichkeiten:
Die westlichen Botschaften in Teheran. Wenn eine Botschaft aber Flüchtlinge aufnimmt und ihre medizinische Behandlung ermöglicht, gibt es kein Zurück mehr. Die Regierung Ahmadineschad würde sie verhaften, sobald sie die Botschaft verlassen, und sei es nur zu dem Zweck, zu beweisen, dass die Proteste vom Ausland „gesteuert“ werden.
Jetzt ist also die Zeit gekommen, sich auf die Aufnahme von iranischen Flüchtlingen vorzubereiten und dies auch von den Regierungen in Berlin, Wien etc. einzufordern.
Billige Grußadressen an die iranischen Demonstranten, wie sie in den europäischen Parlamenten geäußert werden, sind eine Sache, helfen eine andere.

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