Iran: Weitab der Hauptstadt – Sistan und Balutschistan


Während die Weltöffentlichkeit sich auf das Geschehen in der Hauptstadt Teheran konzentriert, treffen recht wenige Informationen darüber ein, was in den iranischen Regionen vorgeht, inwieweit die Proteste gegen die Wahlfälschung auch dort von der Bevölkerung unterstützt werden. Denn es wird verschiedentlich behauptet, dass Ahmadineschad nach wie vor große Unterstützung auf dem Land genieße. Da es im Iran zahlreiche Volksgruppen gibt, die mehr oder weniger organisiert sind, werden wir in einer losen Folge die Lage in den verschiedenen Regionen betrachten, soweit Informationen zugänglich sind. Der erste Teil ist die im Süden des Irans an Pakistan und Afghanistan angrenzende Region Sistan und Balutschestan mit der Hauptstadt Zahedan (Sahedan). Die Region besitzt traditionell durchlässige Grenzen, es blüht der inoffizielle Grenzhandel, die Politik von Ahmadineschads Statthaltern vor Ort hat in der Vergangenheit schon zu mehreren bewaffneten Aktionen der Balutschen gegen die Staatsgewalt geführt.
Direkt nach der Verkündung der Wahlergebnisse am 13. Juni 2009 kam es in Zahedan zu einer spontanen Protestkundgebung der Bevölkerung gegen die Wahlfälschung.
Am Montag, den 15. Juni, demonstrierten die Studenten der Universität von Sistan und Balutschistan in Zahedan, wurden aber daran gehindert, das Universitätsgelände zu verlassen.
Laut Angaben der von http://iranianminorityshumanright.blogspot.com (Ref.IMHRO.59) vom 15. Juni wurden bei Demonstrationen in Zahedan am 13. und 14. Juni drei Menschen von den staatlichen Organen getötet.
Am 14. Juni eröffneten die Studenten der Universität von Sistan und Balutschistan in Zahedan einen Sitzstreik gegen die Wahlfälschungen und die brutale Unterdrückungspolitik des Regimes. Der Sitzstreik hält bis heute an.
Hier ein Foto:

Die Menschen halten in der Hand Kerzen in Gedenken an die in Teheran ermordete Demonstrantin Neda Agha-Soltan und die anderen Opfer der Verfolgung. Auch die Familien der Studenten sind anwesend.
Detailliertere Informationen liegen zur Zeit nicht vor, es scheint aber, als sei es den Behörden gelungen die Proteste auf die Universität zu beschränken.

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