Iranisch-Kurdistan: Kriegsrecht, Entführungen, Hinrichtung

Aus den kurdischen Gebieten des Irans treffen nur spärliche Meldungen ein. Man sollte mehr erwarten.

Kriegsrecht in Kermanschah
Wie iranische Medien am 24. Juni meldeten, herrscht derzeit in der kurdischen Stadt Kermanschah im Westiran Kriegsrecht. Der Bevölkerung wurde bekannt gegeben, dass nach 16 Uhr nicht mehr als drei Personen auf der Straße zusammenkommen dürfen. Wer das Verbot missachte, werde mit strengen Maßnahmen konfrontiert. Des weiteren wurden Sondereinheiten zur Bekämpfung von Unruhen, Schlägertrupps der Bassidschis und ein Grenzbataillon in die Region Kermanschah verlegt.

Kermanschah: Studenten entführt
Wie die Webseite Kanoon-zendanian.org am 17. Juni unter Berufung auf die Studenten-Nachrichtenagentur Amir-Kabir berichtete, kam es an der Razi-Universität von Kermanschah ebenfalls zu Protesten gegen die Wahlfälschung. Bis zum 16. Juni 2009 sind sechs Studenten der Universität von Sicherheitsorganen und Männern in Zivil entführt worden. Zwei der Entführten, Siyamand Ghiyathi und Muhammad Ja‘fari gehörten zu den aktiven Studenten und waren Mitglied des Wahlstabs von Mehdi Karubi (eines „reformerischen“ Kandidaten). Laut Amir-Kabir fanden an der Uni am 14. und 15. Juni 2009 Studentendemos gegen die Wahlfälschungen statt, worauf die Staatsorgane um vier Uhr morgens in die Studentenwohnheime eindrangen und mehrere Studenten entführten.
Die Universität ist jetzt von bewaffneten Staatsorganen und Personen in Zivil umzingelt.

Hinrichtung im Zentralgefängnis von Sanandadsch
Wie iranische Menschenrechtsverteidiger berichten, wurde am Mittwoch, den 17. Juni 2009 (27. Chordad 1388), ein Kurde namens Hossein Saburi wegen Mordes hingerichtet. Der Verurteilte besaß keinen Wahlverteidiger.

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