Iran nach dem Wahlputsch: Aus den Regionen

Ingenieur Hamid Maddah Shurche, der im Wahlkomitee von Mir-Hossein Mussawi in Maschhad aktiv war, hatte nach der Wahlfälschung mit anderen Anhängern einen Sitzstreik in der Gouharshad-Moschee in Maschhad durchgeführt, die neben dem Grab des 8. Imams der Schiiten Imam Resa liegt. Darauf wurde er von den „Sicherheitskräften“ verhaftet. Während der Haft wurde er so brutal gefoltert, dass er nach seiner Freilassung infolgen innerer Verletzungen gestorben ist. Die amtliche Autopsie sprach von einer Gehirnblutung.

Im Untersuchungsgefängnis von Schahrud (zwischen Teheran und Maschhad) kam laut der iranischen Regierungszeitung Jomhoriye Eslami (Islamische Republik) ein Jugendlicher unter verdächtigen Umständen ums Leben. Laut örtlichen Augenzeugen wurde der Jugendliche in der Schahid-Saduqi-Straße in Shahrud von sogenannten „Zivilisten“ verprügelt, verhaftet und ins Untersuchungsgefängnis abgeführt. Die Behörden behaupten, er habe sich in Haft erhängt.

Im Gefängnis von Karaj (Karadsch) wurden am Sonntag (5.7.2009) zwanzig Menschen hingerichtet. Die Behörden behaupteten, sie seien wegen Drogendelikten hingerichtet worden.

Ein paar Tage zuvor waren zwölf Personen im Ewin-Gefängnis von Teheran, sechs Personen in Qom hingerichtet worden. Unter den Hingerichteten im Ewin-Gefängnis befand sich ein bekannter politischer Gefangener namens Naser Kheirollahi (49 Jahre alt). Augenzeugen sagte, dass er bei seiner Hinrichtung wiederholt Parolen gegen Khamenei gerufen hat. Die Beerdigung musste ohne besondere Trauerfeierlichkeiten stattfinden.

In der Bevölkerung kreist das Gerücht, dass die Angehörigen verschwundener bzw. inhaftierte Jugendlicher die Leichen ihrer Kinder nur unter der Bedingung erhalten haben, dass sie über das Vorgefallene schweigen.

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