Patt im Iran

Am Donnerstag, den 9. Juli 2009, ist nach dem iranischen Kalender der 18. des Monats Tir. An diesem Tag wurden vor zehn Jahren die Studenten in ihren Wohnheimen überfallen, aus dem Fenster geworfen, verhaftet oder ermordet. Aus dieser Zeit sind immer noch Studenten in Haft! Aus diesem Grund ist der 18. Tir ein Gedenktag der Studentenbewegung. Damit es nicht zu Protesten kommt, hat die Regierung „vorsorglich“ wieder die SMS-Verbindungen unterbrochen. Außerdem hat die Oppositionsbewegung gegen die Wahlfälschung die Bevölkerung aufgerufen, in dieser Woche zu streiken und zu Hause zu bleiben. Aber der Wind kam dazwischen. Aus dem Irak ziehen heiße Staubwolken über den Iran, die den Himmel verdunkeln und an den Bodensee bei Nebel erinnern, nur wärmer ist es.

Die kurdische Stadt Sanandadsch
Die Regierung hat dies zum Anlass genommen, die Behörden und Fabriken für diese Woche zu schließen, weil es gesundheitsschädlich sei, bei diesem Wetter im Freien zu sein. Wer könne, solle in den Norden in die Berge gehen, dort sei die Luft gesund.

Teheran wird eingestaubt
So bleiben die Leute also zu Hause – und keine der beiden Seiten kann sich als Gewinner betrachten.
Ein Parlaments-Abgeordneter aus Ahwas, ein Anhänger von Ahmadineschad, protestierte allerdings im Parlament gegen die Beurlaubung. In Ahwas hätten sie Jahr für Jahr so ein Wetter, und niemand verkünde deshalb Urlaub, aber kaum sei das Wetter mal so in Teheran, reagiere die Regierung. Das sei ungerecht.

Trübe Aussichten in Ahwas

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