Die Heilige Stadt Qom – ein Schlachtfeld zwischen Konservativen und Reformisten

Die Machthaber im Iran wollten nach den Staatspräsidentenwahlen zumindest in der heiligen Stadt Qom Ruhe bewahren. Nach dem Wahlbetrug übten sowohl Reformisten als auch Konservative zunächst Zurückhaltung. Die konservativen Rechtsgelehrten bestätigten teils direkt, teils indirekt Ahmadinejad, während die Mullas, die die Reformisten unterstützten, teils direkt, teils indirekt von Wahlbetrug sprachen.

In den letzten Tagen erließen zwei sehr bekannte Geistliche, Ayatollah Montazeri und Ayatollah Bayat Zanjani, je eine Fatwa dahingehend, dass ein Lügner bzw. der dem Lügner Unterstützung Gebende sich unislamisch verhalte und bestimmte friedliche Massnahmen gegen Machthaber, die Menschen festnehmen, schlagen, schikanieren oder töten lassen, legitim seien.

Die Auseinandersetzung unter den Rechtsgelehrten wird in religiösen Zeitungen, auf Weblogs und in den letzten Tagen neuerdings auch in Form von Parolen auf den Häuserwänden der religiösen Privatschulen der Geistlichen des jeweils gegnerischen Lagers geführt.

Die Regierung hat seit letzter Woche in Qom angefangen, die Angehörigen der Unterschicht, die über kein geregeltes Einkommen verfügen, im Tausch gegen Geld und Nahrungsmittel für ihre Ziele einzuspannen.


Bild: Ayatollah Mesbah Yazdi

Beim letzten Freitagsgebet war der konservative Ayatollah Ostadi, nicht gerade ein Kritiker des Wahlbetrugs, als Vorbeter in Qom. Während seiner Predigt wurde er von Mohamad Javad Rahbar, einem Anhänger von Ayatollah Mesbah Yazdi, mit einem Knüppel angegriffen. Ayatollah Mesbah Yazdi wiederum ist einer der reichsten konservativen Ayatollahs und ein Unterstützer von Ahmadinejad. Ayatollah Ostadi hat nun im Freitagsgebet erklärt, dass er wegen dieses Vorfalls von der Funktion des Vorbeters zurücktrete.

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