Iran: Demo mit der Steckdose


Blackout für die Freiheit

Am 30. Tir 1388 (21. Juli 2009) um 21:00 soll im Iran das Licht ausgehen. In Gedenken an die Opfer der Unterdrückung vom 30. Chordad (Sa, 20. Juni 2009), zu denen auch die junge Iranerin Neda Agha-Soltan(i) gehört, sollen mindestens drei Millionen iranische Familien am Dienstag, den 21. Juli, Punkt 9:00 zum Ertönen des letzten Zeitzeichens vor den staatlichen iranischen Nachrichten ein stromfressendes Gerät (Bügeleisen, Staubsauger, Fön, Warmwasserboiler) in die Steckdose stecken und für 3 Minuten in Betrieb nehmen. Bei einer Leistung des iranischen Stromnetzes von 3000 Megawatt und einem zusätzlichen Verbrauch von 1000 Watt pro Familie (1000 Watt mal 3.000.000 Geräte macht 3000 Megawatt) dürfte dies ausreichen, das iranische Stromnetz zum Zusammenbruch zu bringen, selbst wenn das Regime, das ja von der Aktion weiß, sich startklar macht, um zusätzliche Anlagen in Betrieb zu nehmen. Falls die Regierung die Nachrichten von 21:00 ausfallen lässt, sind als Alternativtermin die von 22:00 bzw. 22:30 Uhr vorgesehen. Sollte die Regierung die Nachrichten je nach Stadt um eine Minute verzögern, dürfte dies trotzdem nicht ausreichen, den Stromausfall zu verhindern.
Die Initiatoren empfehlen, nach dem totalen Stromausfall alle elektrischen Geräte (Kühlschrank u.a.) aus dem Stecker zu ziehen, damit sie beim späteren Wiedereinschalten keinen Schaden erleiden.

Die Urheber weisen darauf hin, dass diese Aktion gleich mehrere Vorteile hat:
1. Sie zeigt den Machthabern, dass die Bevölkerung gegen sie geeint ist.
2. Sollte die Aktion gelingen, wird sich die Nachricht rasch in der ganzen Welt verbreiten. Dem Regime ist es dann auch nicht mehr möglich, die Aktion „ausländischen Kräften“ anzulasten.
3. Der Strom wird auch bei den Handlangern des Regimes ausgehen und sie werden es sich überlegen, ob sie weiter auf dessen Seite stehen.
4. Die Aktion lässt sich weder mit Bassidschi-Schlägern noch Revolutionswächtern niederknüppeln und niederschießen.
5. Die Machthaber werden es mit der Angst zu tun bekommen (AdÜ: Ob das nicht Wunschdenken ist?).
6. Die Bevölkerung wird Vertrauen in ihre Fähigkeiten schöpfen und überwindet damit eine wichtige Schwelle für weitere Aktionen.
7. Ohne einen Tropfen Blut zu vergießen und ohne dass jemand verhaftet wird, kann die Bevölkerung auf diesem Weg eine Demonstration von Millionen abhalten.
8. Nach dem völligen Stromausfall wird es dunkel sein. Um diese Zeit wird über dem Iran auch der Mond nicht scheinen, eine günstige Gelegenheit also, im Schutz der Dunkelheit Parolen für die Freiheit zu rufen.
9. Der totale Stromausfall eines Landes ist ein historisches Ereignis. So haben alle Teilnehmenden die Chance, Geschichte zu schreiben.
Es sollten (auch im Ausland) möglichst viele Iranerinnen und Iraner von dieser Aktion informiert werden, damit sie ihre Angehörigen (im Iran) informieren und zur Teilnahme ermutigen können.

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