Leichen im Kühlhaus: Iranische Staatsverbrechen


ich rieche, ich rieche


Menschenfleisch

Der Journalist Hanif Mazru‘i, der Verantwortliche der iranischen Webzeitung Norooz (http://www.norooznews.net/), berichtet laut einer Meldung von http://www.peykeiran.com/ vom 25. August 2009 (3. Shahriwar 1388) von den Nachforschungen seiner Redaktion zu einem Thema, das viele Menschen im Iran bewegt. Es geht um die Menschen, die während der Kundgebungen gegen die Wahlfälschung verhaftet wurden und dann verschwunden sind. Wie Hanif Mazru‘i schreibt, hat sich eine Mutter an die Zeitung Norooz gewandt. Die Mutter hatte im Ewin-Gefängnis und an anderen Orten erfolglos nach ihrem verschwundenen Sohn gesucht. Aufgrund einflussreicher Kontakte wurde ihr erlaubt, in ein großes Kühlhaus (Sardkhane-ye Shahid Aminzade) im Stadtteil Eslamshahr im Süden Teherans zu gehen und dort nach ihrem Sohn zu suchen. Dieses Kühlhaus dient eigentlich der Lagerung von Fleisch und anderen Nahrungsmitteln. Als die Mutter am 19. Tir (10. Juli 2009) das Kühlhaus betrat, sah sie dort übereinander gestapelte Leichen. Ihren Sohn fand sie nicht darunter, der schaurige Anblick der Leichen ließ sie bewusstlos werden.
Die Mutter informierte die Zeitung Norooz, am 12. Juli 2009 (21. Tir 1388) veröffentlichte Norooz ihre Angaben ohne nähere Bezeichnung der Quelle. Dann stellte die Redaktion eigene Nachforschungen an. Von Mitarbeitern des Kühlhauses erfuhren sie, dass noch am Abend des selben Tages, an dem ihre Nachricht im Internet erschienen war, eine ganze Reihe von Autos erschienen seien und etwas aus dem Kühlhaus geholt hätten. In den Tagen danach haben einige Familien die Leichen von Angehörigen erhalten, die tiefgefroren waren, und zwar bei so tiefen Temperaturen, die in Leichenhallen nicht herrschen. Die Zeitung hat auch einige Fotos solcher Leichen erhalten, u.a. von Behzad Mohajer. Später hat die Webzeitung Norooz erfahren, dass einige der Leichen sogar in andere Städte gebracht wurden, z.B. nach Isfahan.


Friedhof Beheshte Zahra, Sektion 302
Im Rahmen weiterer Nachforschungen erfuhr die Zeitung von Mitarbeitern des Teheraner Friedhofs Beheshte Zahra, dass dort am 21. und 24. Tir (12. und 15. Juli 2009) eine Reihe von Fahrzeugen mit Leichen erschienen seien, die normal nicht für den Leichentransport verwendet werden. Die Leichen wurden ohne Namen oder sonstige Angaben auf dem neuen, abgelegenen Sektor 302 vergraben, neben anderen Leichen, die dort schon früher und ordnungsgemäß bestattet wurden und deren Grab auch mit Namen beschriftet ist.
Am 31. Mordad 1388 (22. August 2009) veröffentlichte die Zeitung eine Reportage über die Nachforschungen. Während ein Abgeordneter des Parlaments der Sache nachgehen wollte, reagierte ein anderer, der Abgeordnete Farhad Tajarri (Tadscharri), Mitglied des Ausschusses für Nationale Sicherheit und zugleich Mitglied des Ausschusses zur Untersuchung der Haftorte und Verhafteten (im Zusammenhang mit den Demonstrationen) mit raschem Dementi, ohne überhaupt Zeit zu haben, die Angaben der Zeitung zu prüfen.


Wen oder was hat der Abgeordnete Farhad Tajarri zu verbergen?

„Alles Lüge“, ließ er verlautbaren. Diesen Vorwurf wollte die Zeitung Norooz nicht auf sich sitzen lassen, und sie veröffentlichte auch die Nummern der Bestattungsscheine, die im Gegensatz zu den normalen Bestattungsscheinen die Namen der Beerdigten verheimlichen. Die Verantwortlichen des Friedhofs lehnten es freilich ab, sich dazu zu äußern, ob mit diesen Bestattungsscheinen Leichen beerdigt wurden oder nicht.


Bestattung anonymer Leichen, Beheshte Zahra, Sektion 302
Es sind Fakten wie diese, die ein Internationaler Strafgerichtshof zusammentragen sollte, um dem Regime den Prozess zu machen.

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