Iranische KünstlerInnen und ihr Anteil an der aktuellen Demokratiebewegung

Als die Mullahs 1979 an die Macht kamen, wurden von Anfang an die KünstlerInnen unter Druck gesetzt, einige sind umgebracht worden, viele kamen in die Gefängnisse und sehr viele mußten das Land verlassen.

Das Künstlerleben ging jedoch weiter und war geprägt von starker Kontrolle und Zensur – dafür wurde ein spezielles Ministerium (Vezarate Ershad – Ministerium für Belehrung) gegründet. Wer ein Buch geschrieben, einen Film produziert oder eine Ausstellung geplant hatte, musste sich hier eine Genehmigung holen.

Die Regierung selbst brauchte die KünstlerInnen, um sie für ihre Propaganda einzuspannen. Die Zahl der KünstlerInnen wuchs stetig und entsprechende Fakultäten und Kunsthochschulen wurden eingerichtet. Diese neue Generation von KünstlerInnen aber auch die ältere Generation, die im Iran geblieben war, musste lernen, unter der Zensur zu arbeiten.

Die Auseinandersetzung zwischen KünstlerInnen und Regierung war ständig präsent, nie war es eine ungebrochene Zusammenarbeit. Immer wieder haben die KünstlerInnen versucht, Wege zu finden, ihre Meinung auszudrücken und viele haben dafür teuer bezahlt. Zahlreiche Werke konnten aus diesem Grund nicht veröffentlicht werden.

Unter Ahmadinejads Regierung hat sich die Tendenz, kritische Filme zu produzieren, kritische Gedichte zu schreiben, politische Karikaturen, etc. zu veröffentlichen, verstärkt. In verschiedenen Bereichen der Kultur hielten moderne Formen und Stile Einzug, in denen auf die geänderten Bedürfnisse der Menschen eingegangen wurde. Parallel entwickelte sich eine Subkultur mit Untergrundmusik, Untergrundtheatern, usw.

Die neue politische Bewegung hat die KünstlerInnen im Iran inspiriert und ihnen neuen Mut gegeben. Es fand eine Politisierung statt. Während die KünstlerInnen vor dem Aufkommen der neuen Bewegung vornehmlich individuelle Themen ansprachen, treten sie in der Bewegung gemeinsam auf, veröffentlichen politische Erklärungen oder schreiben offene Briefe, in denen sie direkt die Opposition unterstützten und Folter oder Gerichtsprozesse anprangern. Viele KünstlerInnen verweigern ihre Teilnahme an Regierungsveranstaltungen.

Beispielhaft wollen wir hier einige KünstlerInnen vorstellen.

Bei den Karikaturisten möchten wir Nikahang Kosar und Mana Neyestani nennen.

„Sabz“ (grün)
Nikahang Kosar

„Zufriedenheit“
Mana Neyestani

Bei den bei den FilmemacherInnen kann man Jafar Panahi und Rakhshan Bani Etemad anführen.

Bei den Sängern wollen wir etwas ausführlicher auf Parvaz Homay und Mohammad Reza Shajarian eingehen.

Parvaz Homay ist ein junger Dichter, Komponist und Sänger, der sehr kreativ mit traditioneller iranischer Musik arbeitet und rasch populär geworden ist. Nach einigen Konzerten in Teheran und seiner Heimtstadt, wurde seine Musik verboten. Er hatte mit seiner Gruppe Mastan, die sich aus jungen, hervorragenden Musikern zusammensetzt, Tourneen in Europa und Amerika. Seine Musik und Texte zeichnen sich durch eine hohe künstlerische und kritische Qualität aus.


Parvaz Homay


Parvaz Homay & Mastan Group

Mohammad Reza Shajarian, ein berühmter Sänger der älteren Generation, singt heute auch kritische Lieder. In einem seiner letzten Werke“زبان آتش – Zaban e Atash“ („Die Sprache des Feuers“ ), singt er u.a. „Leg dein Gewehr nieder, ich hasse dieses Instrument, was weisst du von Menschlichkeit, dieses Instrument ist die Sprache der Brutalität, wenn Gott das Leben geschaffen hat, warum sollst du es den Menschen wieder nehmen, warum tötest du deinen Bruder in Blut und Asche, …“ (siehe Video).


Mohammad Reza Shajarian


Mohammad Reza Shajarian & Ensemble Shahnaz

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email