Die Anwort der iranischen Regierung auf friedliche Demonstrationen: Hinrichtungen

Obwohl die Machthaber sich vorbereitet hatten, konnten sie nicht verhindern, dass am 4. November die Menschen massenhaft auf die Strasse kamen und protestierten. Nun hat die Regierung beschloßen, die Repression zu verschärfen.


Ehsan Fatahian

Zuerst wurde in Iranisch Kurdistan begonnen. Am 11. November wurde eine junger Kurde namens Ehsan Fatahian in Sanandadsch hingerichtet. Nach den Wahlen im Juni hatte er an friedlichen Demonstrationen teilgenommen und wurde dabei festgenommen. Er wurde unter Folter dazu gezwungen, eine Mitgliedschaft in der kurdischen Partei Komeleh zu „gestehen“. Das Revolutionsgericht verurteilte ihn in erster Instanz zu 10 Jahren Haft. Im Berufungsverfahren wurde die Haft in ein Todesurteil umgewandelt, das am 11. November trotz internationaler Proteste vollzogen wurde. Seine Mutter beteuerte, dass Ehsan gegen keinerlei Gesetze verstoßen habe, und hatte angekündigt, sich zu verbrennen, falls ihr Sohn hingerichtet würde.


Ramin Pourandarjani

Am 10. November starb unter mysteriösen Umständen der Arzt Dr. Ramin Pourandarjani im Alter von 26 Jahren. Angeblich erlitt er eine Herzattacke im Gesundheitszentrum der Polizeidirektion in Teheran. Später hiess es, er habe Selbstmord begangen – eine Behauptung, die von seinen Eltern und seinen Freunden bestritten wird. Pourandarjani hatte im Gefängnis Kahrisak Gefangene betreut, die in der Folge der Massenproteste im Juni festgenommen, gefoltert, vergewaltigt und getötet worden waren. Er betreute u.a. Mohsen Ruholamini, den Sohn eines Vertrauten von Khamenei und sagte aus, dass dieser junge Mann an den Folgen von Schlägen gegen den Kopf, schweren Verletzungen und Vergewaltigung in Polizeigewahrsam verstorben ist. Kurz vor seinem Tod war Pourandarjani festgenommen, verhört und bedroht worden. Er wurde zwar gegen Kaution freigelassen, doch nur unter der Bedingung, nichts von dem zu erzählen, was er im Kahrisak Gefängnis gesehen hatte, andernfalls würde er wieder festgenommen und verlöre seine Lizenz als Arzt. Pourandarjani hatte vor seinem Tod einem Parlamentarier im Parlament anvertraut, dass er bedroht werde und um sein Leben fürchte.


Mohammad Reza Ali Zamani

Mohammad Reza Ali Zamani wurde am 8. Oktober wegen angeblicher „Feindschaft gegen Gott und Mitgliedschaft in einer Terrororganisation“ namens Anjoman-e Padeshahi-e Iran zum Tode verurteilt. Sein Geständnis wurde ihm unter Folter von seinem Verhörbeamten diktiert. Obwohl er schon vor den Protesten gegen den Wahlbetrug verhaftet worden war und somit gar nicht an diesen teilgenommen haben konnte, musste er mit seinem Verfahren an den Schauprozessen teilnehmen. Er war die erste Person, die von den insgesamt 100 Angeklagten zum Tode verurteilt wurde.

Bilder wie dieses waren in der letzten Wochen in verschieden Städten des Irans zu sehen. Insgesamt 16 Personen wurden in Isfahan, Sanandaj, Bojnourd, Ahvaz, etc. hingerichtet. Sie sind wegen angeblicher Vergehen gegen die Scharia oder wegen Drogenbesitz verurteilt worden.

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