Ex-Innenminister Ali Kordan tot

Am Sonntag, den 22. November 2009, ist der ehemalige iranische Innenminister Ali Kordan im Teheraner Krankenhaus „Bimarestane Daneshvari“ im Alter von 51 Jahren gestorben. Die staatlichen Medien sprechen natürlich von einem natürlichen Tod infolge einer Erkrankung. Laut der Londoner Ausgabe der iranischen Tageszeitung Keyhan vom 26. November 2009 war gegen ihn zur Schahzeit Klage wegen Vergewaltigung eines 16-jährigen Mädchens erhoben worden. Er war deshalb in Haft genommen worden, kam aber dank der Revolution frei. Darauf wurde er Leiter der Geheimdienstorganisation der Sepah-e Pasdaran der Region Masandaran. Damals war er einer der Täter, die für die politischen Verhaftungen, Folterungen und Morde im Norden des Irans verantwortlich waren. Dann wurde er Staatsanwalt der Stadt Amol (Region Masandaran), wo er im Jahre 1981 (1360) der Regierung half, einen Aufstand der Bevölkerung in Amol gegen das Regime Chomeinis niederzuschlagen und zahlreiche Todesurteile fällte. Später wurde er Gouverneur (Farmandar) der Region Torkamansahra, mit Sitz in Gonbad. Auch hier leistete er „wertvolle Dienste“ bei der blutigen Niederschlagung der turkmenischen Selbstverwaltung, die eines der ersten Opfer des Chomeini-Regimes war. Als Chamenei noch unter Chomeini das Amt des Staatspräsidenten ausübte, leitete Ali Kordan den Geheimdienst dieser Behörde.
Ein Mann mit derartig blutigen Verdiensten um den Erhalt des Regimes wurde natürlich belohnt und erhielt den Posten des stellvertretenden Erdölministers, wo er für den Abschluss von Verträgen mit ausländischen Erdölgesellschaften zuständig war. Wer ihm damals wieviel Bestechungsgeld gezahlt hat, werden wir wahrscheinlich erst in 50 Jahren aus den Geschichtsbüchern erfahren.
Man darf daher davon ausgehen, dass viele Amtsträger des jetzigen Regimes froh sind, einen Mann los zu sein, der so viel über ihre schmutzigen Geschäfte wusste.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email