Persische Schönschrift auf dem Stromverteilerkasten


Aufschrift auf einem Stromverteilerkasten in Maschhad, einer Stadt, wo viele Pilger das Grab des achten Imams der Schiiten – Imam Resa – besuchen. In dieser Stadt ist die religiöse „Sitten“kontrolle besonders scharf. Doch auch dort hat das Parolenschreiben gegen das Regime um sich gegriffen, jetzt treten auch wahrhafte Schriftkünstler – Kalligraphen – in Erscheinung, wie hier. Der Schriftzug auf der rechten Tür besagt: „Mein Leben nicht für Ghasa und nicht für Libanon, sondern als Opfer für den Iran.“ Unterschrift: Nationale Grüne Bewegung (Dies richtet sich gegen die ewig gestrigen Ansprachen der Regimevertreter, die immer wieder gegen Israel hetzen, Selbstmordattentäter organisieren und Bewegungen wie Hamas unterstützen, damit sie Anschläge verüben).
Die Aufschrift auf der linken Tür: „Nicht westlich, nicht östlich – iranische Republik“. (Wohlgemerkt: Nicht Islamische Republik!).
Auf den Freitagspredigten wird seit dreißig Jahren jedesmal die Parole verkündet: „Nicht westlich, nicht östlich – Islamische Republik“.
Wer solche Parolen schreibt, läuft ständig Gefahr, verhaftet und gefoltert zu werden. Also muss man schnell schreiben. Wer selbst bei der nötigen Eile noch immer so schön schreiben kann, muss sein Handwerk schon gut beherrschen.

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