Die Studentenbewegung im Iran bleibt kämpferisch

Nach dem 7. Dezember organisierten StudentInnen an vielen Universitäten in Teheran und auch in anderen Städten Demonstrationen und Essensboykottaktionen. Beispielhaft berichten wir von den Aktionen in der Stadt Ghazvin.

Als die Studenten der Internationalen Khomeini Universität in Ghavzin (ca. 200km westlich von Teheran gelegen) Sonntag morgens in ihre Vorlesungen gehen wollten, mussten sie an auf Wände des Universitätsgebäudes geschmierten Parolen vorbeigehen, die teils gegen die Grüne Bewegung, teils gegen Khomeini gerichtet waren. Schnell war aber klar, dass beide Schriftzüge aus der selben Feder stammten und offensichtlich von Basiji-Studenten angebracht worden waren. Sie sollten wohl Auseinandersetzungen zwischen StudentInnen und Basiji Studenten provozieren.

Die StudentInnen vereitelten diesen Plan, indem sie sofort alle Parolen, egal wofür oder wogegen sie Position bezogen, von den Wänden entfernten. Gleich danach organisierten sie eine spontane Demonstration auf dem Campus, an der sich mehrere Fakultäten beteiligten. Einige der gerufenen Parolen lauteten: „Wenn Khomeini noch leben würde, wär er auf Seiten der Grünen Bewegung“, „Wo bist du Khomeini? Mussawi ist ganz allein“ und „Seda va simayema, nangema“ (Wir schämen uns für das staatliche Fernsehen).

Am Montag Mittag setzten die Studierenden ihre Aktionen mit einem Essensboykott fort. Ihre damit verbundenen Forderungen waren
a) die Freilassung der inhaftierten StudentInnen und
b) die Bestrafung der Basiji, die die Wandschmierereien zu verantworten haben.

Sie demonstrierten über drei Stunden hinweg und riefen immer wieder „Tod dem Diktator“, “ Wer den Wahlbetrug organisiert hat, der hat auch das Bild von Chomeini verbrannt“. Gegen Ende wurde das Essen in grünen Beuteln verpackt und an arme Menschen in der Stadt Ghazvin verteilt.


StudentInnen protestieren vor der Fakultät für Ingenieurswesen und Technologie


Demonstration auf dem Campus der Khomeini Universität, Ghazvin


„Seda va simayema, nangema“ (Wir schämen uns für das staatliche Fernsehen)


„Was Seda va Sima (der staatliche TV-Sender) gemacht hat, ist unerträglich.“


Essensboykott, später wird das Essen für arme Leute eingepackt.

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