Erste Hinrichtungen in zeitlicher Nähe zum 22. Bahman (11. Februar)

Die Menschen im Iran sollen vor den zu erwartenden Protesten am 31. Jahrestag der Revolution in Angst versetzt werden.


Ayatollah Janati beim Freitagsgebet in Teheran

Am heutigen Freitag beglückwünschte Ayatollah Janati als Teheraner Vorbeter in der traditonellen Freitagspredigt den Leiter der Judikative, Ayatollah Larijani, zu den beiden Hinrichtungen iranischer Oppositioneller von gestern. Er ging sogar noch weiter und erklärte, dass es jetzt nicht an der Zeit sei, Nachsicht zu zeigen. „Wenn wir jetzt Schwächen zeigen, bekommen wir in Zukunft noch mehr Probleme“, sagte er. Weiter sagte er an Larijani gerichtet: „Sie haben richtig vor Gott gehandelt und diese zwei Gottlosen schnell hingerichtet. Wenn wir am 18. Tir 1999 (13. Juli 1999, dem Höhepunkt der iranischen Studentenproteste)“ ein paar von ihnen (Anm.: gemeint sind die StudentInnen) hingerichtet hätten, dann hätten wir heute nicht solche Probleme. Unser Imam Ali hat in einem Krieg ein paar tausend getötet (Anm.: Er will sagen, „Weil der erste Imam als unser aller Vorbild so viele Menschen für den Islam getötet, dürfen wir das auch“.)

Ayatollah Janati ist Vorsitzender des mächtigen Wächterrats, ein wichtiger Vertreter der radikalislamischen Linie der Machthaber im Iran sowie wichtiger Unterstützer von Ahmadinejad. Ohne die Zustimmung von Khamenei hätte er so eine Rede nicht halten können.


Hojatoleslam Gholam-Reza Hassani beim Freitagsgebet in Urumiyeh

Hojatoleslam Gholam-Reza Hassani, der Leiter des Freitagsgebets in Urumiyeh, einer Stadt in der Provinz Westazerbeijan, hat in seinem heutigen Freitagsgebet gut geheissen, dass gestern zwei junge Oppositionelle hingerichtet worden sind. Er forderte die Hinrichtung der übrigen 11 am gestrigen Tag zum Tode verurteilten Menschen. Er verkündete zudem, dass Hinrichtungen allein nicht genügten. Vielmehr sollten die Leichen den Einwohnern Teherans auf der Strasse präsentiert werden.

Von Hassani ist bekannt, dass er zu Beginn der islamischen Revolution sogar seinen eigenen Sohn zum Tode verurteilt hat, ein Urteil, dass tatsächlich vollstreckt wurde. Seine Tochter, die heftige Auseinandersetzungen mit ihm hatte, hat sich umgebracht.


Teheraner Staatsanwalt Abbas Jafari Dowlatabadi


Arash Rahmanipur


Mohammad Reza Alizamani

Arash Rahmanipur und Mohammad Reza Alizamani, die gestern hingerichtet worden sind, waren bereits drei Monate vor den Wahlen inhaftiert worden. Trotzdem wurde ihnen die Beteiligung an den Protesten gegen die Wahlfälschungen vorgeworfen. Dies wiederholte Staatsanwalt Dowlatabadi heute in einem Interview. Die Anwälte der beiden Hingerichteten erklärten vor der Presse, dass ihre Mandanten unter Ausschluß der Öffentlichkeit hingerichtet worden sind und nicht an den Protesten nach den Wahlen teilgenommen haben konnten, weil sie zu diesem Zeitpunkt bereits inhaftiert gewesen waren.

Bookmark speichern oder einem Freund mailen
  • Facebook
  • Twitter
  • studiVZ meinVZ schülerVZ
  • del.icio.us
  • email