Archiv für März 2010

Kermanschah: Nourus vor der Haftanstalt des Geheimdienstes


Kermanschah: Nourus vor der Haftanstalt des Geheimdienstes
Am iranischen Neujahrstag (dem Beginn des 13-tägigen Nourus-Festes), der am Samstag, den 20. März 2010, begangen wurde, versammelten sich die Angehörigen von Kawe Qasemi Kermanshahi, eines aktiven Menschenrechtlers, der vor ca. 6 Wochen verhaftet wurde, vor dem Haftzentrum des iranischen Geheimdienstes in Kermanshah. Die Familie hielt dort ihre Neujahrsfeier ab, als Zeichen des Protests gegen die Willkür des Geheimdienstes, der ihnen nicht erlaubte, ihren inhaftierten Angehörigen zu sehen, obwohl der zurständige Richter dies erlaubt hatte.

Am Grab des in Haft ermordeten Studenten Kiyanush Asa
Anschließend besuchten sie die Gedenkfeier der Familie des Studenten Kiyanush Asa, die sich zu dessen Geburtstag an seinem Grab versammelt hatten. Kiyanush war nach dem Wahlbetrug von 2009 verhaftet und zu Tode gefoltert worden.

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China kauft weniger Erdöl aus dem Iran

Wie der von den USA finanzierte Sender Radio Farda berichtet, hat die Volksrepublik China in den ersten beiden Monaten des Jahres 2010 im Umfang von 2,53 Millionen Barrel Rohöl aus dem Iran importiert, was einen Rückgang um 37,2 Prozent gegenüber dem gleichen Zeitraum im Vorjahr darstellt. Dies ist nicht auf einen Rückgang des chinesischen Erdölbedarfs zurückzuführen, da gleichzeitig die Importe aus Saudiarabien, Russland und Angola angestiegen sind. Iran ist damit als Erdöllieferant Chinas vom 3. auf den 4. Platz abgefallen.

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Iran: Kurdin und ihre zwei Kinder zum Tod verurteilt

Wie die iranische Webseite www.peykeiran.com unter Berufung auf die „Organisation für die Menschenrechte Kurdistan in Europa“ (Sazeman-e hoquq-e bashar-e kordestan dar urupa) berichtet, wurden am 22. März 2010 Jaziye Darwishzade (die Mutter) sowie ihre Tochter Afsane Darwishzade (19 Jahre) und ihr Sohn Fathollah Darwishzade (21 Jahre) vom Revolutionsgericht in Mahabad wegen „sozialer Delikte“ zum Tode verurteilt. Die Familie stammt aus Urumiye. Die drei Verurteilten sind im Gefängnis von Mahabad in Haft.
Weitere Einzelheiten liegen nicht vor.

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Iran in Flammen – Tschahar-Schanbeje Suri

In der Nacht vom 16. auf den 17. März 2010 begann im Iran der letzte Mittwoch des alten Jahres, bald steht das Neujahrsfest Nourus bevor.
Die Regierung betrachtete dieses Volksfest als Herausforderung und wollte beweisen, dass sie die Macht fest in den Händen hält.
So gab der Kommandant der Sicherheitskräfte Ahmadi-Moqaddam im Vorfeld bekannt, dass alle, die in der Nacht zum Mittwoch Parolen rufen oder die Bevölkerung „belästigen“, mit harten Maßnahmen zu rechnen hätten. Einer seiner Stellvertreter erklärte, dass die Bevölkerung das Fest – wenn schon – dann bei sich zu Hause feiern könne. Außerdem ordneten die Sicherheitskräfte an, dass die Geschäfte in den Städten ab 15 Uhr schließen müssen. Das Benutzen von Motorrädern wurde für den Dienstag ab 14 Uhr verboten. Gegen ausländische und oppositionelle Fernseh- und Radiosender wurden Störsender eingesetzt. Wichtige Gebiete wurden durch eine Spezialgarde geschützt.
Außerdem wurde wenige Tage vor den Tschahar-Schanbeje-Suri-Feiern das Todesurteil gegen sechs „Unruhestifter“, die anlässlich des Aschura-Fests verhaftet worden waren, bekannt gegeben.
Ajatollah Chamene‘i erließ eine Fatwa, dass dieses Fest unislamisch sei und deshalb nicht gefeiert werden dürfe.
Außerdem setzte das staatliche iranische Fernsehen für Nacht von Dienstag auf Mittwoch diverse Hollywood-Filme ins Programm, die sonst in aller Regelmäßigkeit von den Mollas in ihren Predigten als unislamisch verurteilt wurden und teilweise sogar verboten waren. Damit sollte die Bevölkerung vor dem Fernseher gefesselt werden.
In religiösen Städten wie Maschhad und Qom wurden sogar Trauer-Gruppen auf die Straße geschickt, die normalerweise nur während der Trauermonate Moharram und Ramesan auftreten.
An Vorbereitungen fehlte es also nicht. Wie sieht das Resultat aus?

Noch als es hell wurde, gingen die Jugendlichen auf die Straße und begannen zu feiern, nach Einbruch der Dunkelheit schlossen sich ihnen auch die übrige Bevölkerung an und ganze Familien mit ihren Kindern gingen auf die Straße.

Sie machten Feuer auf der Straße und sprangen darüber. Wenn an bestimmten Stellen zu viel Polizei konzentriert war, informierten sich die Leute telefonisch und gingen in Straßen und Gassen, wo der Staat nicht so stark vertreten war.

Diesmal waren die Menschen in so vielen Städten auf der Straße, dass die Sicherheitskräfte keine Verstärkung anfordern konnten, weil ihre Kräfte andernorts gebunden waren. Sogar in Städten, in denen sich die Bevölkerung bislang nicht auf die Straße getraut hatten, kamen alle zum Feiern raus.

In den kurdischen Gebieten waren die Feiern so massiv besucht wie noch nie in den letzten 30 Jahren. In den Filmen, die über youtube verbreitet werden, sieht man, dass die Jugendlichen das Fest vor allem zum Feiern und Tanzen nutzten, wobei im Schutz der Nacht auch Parolen gegen das Regime gerufen wurden und selbst in Rascht Plakate mit den Fotos von Chamenei und Ahmadineschad in Flammen aufgingen.

In einem Film sieht man sogar, wie Lehrerinnen ihren Schülern beibringen, sicher über die Feuer zu springen, die im Schulhof angezündet wurden. Für die beteiligten Lehrerinnen bedeutet das mindestens die Entlassung!

Während der 31. Jahrestag der Revolution im Februar 2010 ein halber Propaganda-Erfolg für die Regierung war, weil sich die Staatsmacht auf bestimmte, zentrale Plätze beschränkte, haben die Feiern zum Tschahar-Schanbeje Suri einmal mehr bewiesen, dass die Stärke der Bewegung in ihrer breiten Verankerung in der Bevölkerung liegt. So gab es keinen zentralen Ort, an dem der Staat zuschlagen konnte. Wenn sich die bewaffneten Organe in die Gassen vorwagten, geschah es öfter, dass sie eingekesselt wurden und von den Menschen auf der Straße und in den umliegenden Häusern vertrieben wurden.
Hinzu kommt, dass diese vorislamische Tradition in der Bevölkerung fest verankert ist und sich deshalb nicht einfach mit einer Fatwa – einem religiösen Urteil – auslöschen lässt. Da Ajatollah Chamenei mit seiner Fatwa sein religiöses Gewicht als Mardscha‘e Taqlid (Quelle der Nachahmung) in die Waage legte, bedeutet die rege Beteiligung der Bevölkerung an diesem Fest einen massiven Gesichtsverlust für ihn. Das heißt, auch als religiöser Führer findet er kaum noch Nachahmer.

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Tschahar-Schanbeje Suri, ein traditionelles Feuerfest im Iran, wurde dieses Jahr stark politisiert

Heute ist die Nacht vor dem letzten Mittwoch des iranischen Jahres, dem traditionell gefeierten Tschahar-Schanbeje Suri. Seit Jahrtausenden, vermutlich seit den Zeiten von Zarathustra und somit noch lange vor der Entstehung des Islams, ist es Brauch, an diesem Tag abends auf die Straße zu kommen, zu tanzen und zu singen, sowie auf öffentlichen Plätzen Feuer anzulegen, über die die Jugendlichen springen. Es werden dabei sieben kleine Feuer hintereinander angeordnet und während man vom ersten bis zum letzten Feuer darüber hinwegspring (und wieder den gleichen Weg zurück) ruft man die Worte „Zardiye man az to, sorchiye to az man“ (Dir meine gelbe Farbe und mir deine rote Farbe – will heißen: nach dem langen, kalten Winter, der uns krank gemacht hat, kommt nun der Frühling mit neuem Leben). Zu dem Brauch gehört auch das Verteilen von Süssigkeiten, wovon alle, Arm und Reich, gleichermassen profitieren. Mit den letzten Jahren der Schah-Regierung Ende der 70er Jahre kam zusätzlich der Gebrauch von Feuerwerk in Mode. Nachdem Chomeini diesen Brauch immer mehr unterdrückt hatte, mit dem Ziel, ihn letzlich vollständig als unislamisch zu verbieten, entwickelte sich daraus mehr und mehr ein Katz- und-Maus-Spiel zwischen Jugendlichen und Sicherheitskräften.

In der Woche vor diesem Fest haben sich dieses Jahr die iranischen Machthaber nach Kräften bemüht, die Bevölkerung einzuschüchtern, um ihr diese Freude, die selbst Ajatollah Chomeini nicht unterbinden konnte, zu nehmen. So wurde u.a. von der Teheraner Staatsanwaltschaft das Todesurteil für 6 Menschen verkündet, die angeblich an den Unruhen des Aschura-Tages teilgenommen hatten, sowie Manöver in Teheran und anderen Städten abgehalten (Siehe: Iran: die nächste Drohung hängt in der Luft) .

Informieren wir uns nun, ob diese Drohungen ihr Ziel erreicht haben…

Teheran
Ein Augenzeuge berichtet wie in dem Stadtteil Saadatabad im Nordwesten von Teheran, die Einwohner auf die Straßen kamen, Feuerwerkskörper anzündeten, obwohl die Sicherhheitskräfte mehrfach ihre Einheiten verstärkten. Eine kleinere Basiji-Station ging in Flammen auf. Ein weiterer Augenzeuge berichtet aus der Tadschrisch-Straße. Die Sicherheitskräfte waren hier so zahlreich, dass die Einwohner es vorzogen, ihr Fest im Hof ihrer Häuser oder auf den Dächern zu feiern. Gegen 19 Uhr berichtet ein weiterer Augenzeuge wie die Leute in der Rudaki-Straße feierten und Parolen wie „Marg bar Diktator“ riefen. Die Sicherheitskräfte griffen daraufhin die Menschen an, die sich sodann in kleine Strassen und Gassen zurückzogen. Als die Sicherheitskräfte nachsetzten, um die Menschen auch dort zu verfolgen, wurden sie plötzlich von zahlreichen Anwohner angegriffen, so dass nun sie auf der Flucht waren. Ein Anderer erzählt, wie er mehrere Freunde, die in unterschiedlichen Stadtteilen unterwegs waren, anrief, und stets laute Explosionen von Feuerwerkskörpern über das Handy hören konnte. Als er auf ein Hochhaus geklettert war, konnte er sehen, wie in dem Bereich der Vali Asr Straße, des Vali Asr-Platzes, der Karun-Straße, der Behbudi-Straße, …, der Himmel vom Feuerwerk hell erleuchtet war. Laut der Nachrichtenagentur Iran-Chabar hat um 18:30 Uhr im Stadtviertel Seid Chandan ein grosses Tschahar-Schanbeje Suri-Fest begonnen. Sowohl Frauen als auch Männer kammen in immer größerer Anzahl auf die Straßen. Regelmäßig und aus allen Richtungen waren die Explosionen der Feuerwerkskörper zu vernehmen. Die Sicherheitskräfte waren machtlos und unfähig zu reagieren. Der Fernsehsender Al Arabia berichtete von Zusammenstößen auf dem Revolutionsplatz. Der Blog daliranbibak.blogspot beschreibt, wie die Menschen durch niedrig fliegende Hubschrauber über den Stadtvierteln Yusef Abad und Vanak sowie in der Gegend derRevolutionsstraße und des Revolutionsplatzes eingeschüchtert werden sollten.

Feiern zum Tschahar-Schanbeje Suri im Teheraner Stadteil Amir Abad, 16.3.2010

Stadtviertel Ekbatan, Teheran, am 16.3.2010

Karadsch
Karadsch ist etwa 30 km westlich von Teheran gelegen. Laut den Berichten von iranischen Menschenrechtsaktivisten kamen in dieser Stadt heute abend, den 16. März, gegen 20 Uhr tausende Jugendliche auf die Straße. Sie entfachten Feuer und benutzten Feuerwerk. Bereits um 20:30 Uhr waren die kleinen und großen Straßen voller Menschen. Ihre hohe Zahl überforderte die Sicherheitskräfte restlos. Es wurden Fackeln in Richtung Sicherheitskräfte geworfen. In dem Stadtteil Azimiye kam es zu Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Jugendlichen, bei denen die Sicherheitskräfte mehrmals die Beine in die Hand nehmen mussten, um sich selbst in Sicherheit zu bringen. Dieses ständige Hin- und Her dauerte zum Zeitpunkt des Berichts (ca. 22 Uhr iranische Zeit) noch an.

Tanzende Jugendliche in der Stadt Karadsch

Bukan
Auch in dieser iranisch-kurdischen Stadt feuerten die Menschen auf den Straßen Feuerwerk ab. Und ebenfalls kam es zu Zusammenstößen zwischen den Einwohnern und den Sicherheitskräften. Ein junger Mann namens Anwar ist laut Iran Press News dabei erschossen worden. In der Stadt gab es in der Folge starke Unruhen von verärgerten Menschen.

Jawanrud
Diese Stadt liegt im Bezirk von Kermanschah. Die Polizei von Jawanrud musste die Polizeizentrale in Kermanschah um Hilfe anrufen, weil sie der Vielzahl der Feuer nicht mehr alleine Herr wurde.

Ahwaz
jonbeshe-ma.blogspot beschreibt, wie die Einwohner der Stadt Ahwaz ihr Fest mit dem Einbruch der Dunkelheit anfingen. In den Stadtvierteln Golestan und Barestan, in denen kaum Sicherheitskräfte präsent waren, sammelten sich offenbar die Jugendlichen, fackelten Feuerwerk ab und riefen Parolen gegen die Regierung.

Isfahan
Auch in Isfahan haben die Menschen heute das traditionelle Fest gefeiert, wie die folgenden Videos zeigen.

Weitere Städte
Laut verschiedenen Websites und Nachrichtenagenturen wurde auch in den Städten Maschhad, Schiras, Ardabil, Urumiye, Tabris, Raschd, Behbahan, Borudscherd etc. gefeiert.

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Iran: Auf die Armee ist kein Verlass…

Als Ende 2009 die Bevölkerung anlässlich des Todes von Ajatollah Montaseri in Esfahan und Nadschafabad in Massen auf die Straßen ging, forderte die Pasdaranzentrale Verstärkung bei der Marine an, um die Menschen mit Gewalt von den Straßen zu vertreiben. Die Marineoffiziere weigerten sich damals mit der Begründung, dass dies gegen das iranische Grundgesetz verstoße, die Armee dürfe in solchen Fällen nicht eingesetzt werden. Darauf wurde 31 Offizieren der Prozess gemacht, sie wurden entlassen, verbannt, zum Teil zu Haftstrafen verurteilt. Aber sie haben keine Unterstützungskräfte geschickt.

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Bettelbrief der Regierung Ahmadineschad

„Das Volk hat das Vertrauen der Regierung verscherzt. Wäre es da nicht doch einfacher, die Regierung löste das Volk auf und wählte ein anderes?“ (Bertold Brecht)


Im folgenden die Übersetzung dieses Dokuments:

An den Direktor der Gas- und Erdölraffinerie von Bandar-Abbas

Sehr geehrter Herr Direktor,
anlässlich der dritten geplanten Rundreise des geehrten Herrn Präsidenten der Islamischen Republik Iran in der Provinz Hormozgan (Hormosgan) und der vorgesehenen Begegnung mit der werten Bevölkerung der Provinz sind nicht nur Sie eingeladen, sondern es wird darum gebeten, dass Sie die notwendigen Vorbereitungen treffen, damit sich mindestens 1000 Angestellte der Raffinerie in der Berufskleidung dieser Firma und ausgestattet mit geeigneten Plakaten am Donnerstag (11.3.2010) Punkt 8 Uhr Morgen im Sportstadium „Takhti“ von Bandar-Abbas einfinden.

Ahmad Rasti
Berater des Arbeitsministers und Generaldirektor des Arbeitsministeriums


Ahmadineschad in Bandar-Abbas, die Frauen wollen ihm ihre Bitten brieflich übergeben

Kommentar:
Wenn der Fabrikdirektor ein solches Schreiben erhält und es nicht schafft, 1000 Arbeiter an den genannten Ort zu schicken, ist er seinen Job los. Ähnliche Briefe gehen natürlich auch an Schuldirektoren und andere Institutionen in Bandar-Abbas. Das Besondere in diesem Fall ist nur, dass jemand aus dem Arbeitsministerium den Brief in die Hand gekriegt und kopiert hat, bevor er ihn weiterleitete, so dass man ihn im Internet finden kann.

Diese Zuhörer im Takhti-Sportstadium haben auch ein Anliegen, sie bitten um ein persönliches Gespräch mit dem Präsidenten


Und diese junge Frau hat auch ein Anliegen, aber der staatlichen Agentur ISNA ist später aufgefallen, dass ihre Modevorstellungen nicht ganz den Vorstellungen der Designer mit den Rauschebärten entsprechen, und so fiel es zwischenzeitlich unter den Hammer der Zensur

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Iran: die nächste Drohung hängt in der Luft


Ajatollah Chamene‘i: Das Fest des Tschahar-Schanbeje Suri ist Feueranbetung!

In diesen Tagen hat der Staatsanwalt von Teheran Ja‘far Dowlatabadi verkündet, dass sechs „Unruhestifter“, die an den Protesten vom Aschura-Tag (27. Dezember 2009) teilgenommen hatten, zum Tode verurteilt worden seien. Wenn die Revisionsinstanz das Urteil bestätige, würden die sechs hingerichtet.


Allgemeiner und Revolutionsstaatsanwalt von Teheran, Ja‘far Dowlatabadi

Diese Meldung, die rasch in den staatlichen Medien verbreitet wurde, soll offensichtlich der Einschüchterung der Bevölkerung dienen. Denn morgen Abend, in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, wird im Iran traditionell der letzte Mittwoch des iranischen Jahres – der Tschahar-Schanbeje Suri – gefeiert. Dazu werden überall auf öffentlichen Plätzen Scheiterhaufen angelegt, über die die Jugendlichen springen. Es ist ein Brauch, der noch aus vorislamischer Zeit stammt und den selbst Ajatollah Chomeini nicht unterdrücken konnte.
Aber diesmal will das Regime seinen Willen durchziehen. Ajatollah Chamene‘i, der jetzige „Revolutionsführer“, hat bekannt gegeben, dass diese Feier reiner Aberglauben und unislamisch sei. Die Pasdaran, die Bassidschi-Milizen und die Polizei haben eine gemeinsame Kommandozentrale gebildet, um diese Feiern schnell überall unterdrücken zu können. Zu diesem Zweck finden heute auch Manöver in Teheran und in anderen Städten statt.

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Nationalpark Talab Bojagh

An der Südküste des Kaspischen Meeres und nordwestlich von Teheran gelegen, befindet sich der Talab Bojagh, ein iranischer Nationalpark. Auf seiner Fläche von 3000 Hektar beherbergt er zahlreiche Vogelarten. Die reichen Fischvorkommen werden wissenschaftlich beobachtet und untersucht.

In der Nachbarschaft zum Nationalpark hat die Regierung vor einem Jahr Land an ein Bauunternehmen verkauft. Diese Firma kann machen was sie will und die lokale Behörde sieht weg. Ein großer Teil des Parks dient heute als Müllablageplatz. Es wird gesagt, dass diese Firma einem engen Bekannten von Ahmadinejad gehört.

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Zutrittsverbote im Iran


„Frauen mit nicht korrekter islamischer Kleidung haben keinen Eintritt. Tiere, egal ob Haustiere oder wilde Tiere, dürfen nicht hinein.“


„Unglaublich aber wahr: kein Eintritt für ledige Männer“, „Alles für 4000 Tuman“ (ca. 2,5 Euro)

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Staatliche Verbote im Iran


Das obere Bild zeigt eine kleine Zeltstadt unter einem Plakat mit der Aufschrift „Zelten verboten“.

Das untere Bild zeigt Menschen, die sich in aller Seelenruhe neben einem Schild mit der Aufschrift „Betreten verboten“ niedergelassen haben.

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Hinrichtungsplakate im Strassenbild des Irans

Plakate wie dieses hängen in Iran an jedem belebten Platz. Es handelt sich um die Ankündigung von zwei Hinrichtungen in der Stadt Ahwaz samt genauem Datum und Ortsangabe. Die obere der beiden Hinrichtungsankündigungen kündigt für Morgen, Mittwoch, den 10. März 2010 (19.12.1388 nach iranischem Kalender) das Erhängen eines Menschen aufgrund von Drogenhandel an, die untere am 13. März 2010 (22.12.1388) die Hinrichtung eines Menschen der wg. eines bewaffneten Raubüberfalls und „mohareb“ (Gotteslästerung) verurteilt wurde.

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8. März 2010 im Iran


Ein Tag vor dem 8. März 2010 in Teheran

Im Verlauf der letzten Woche wurden in grossen und kleinen Städten im ganzen Iran Vorbereitungen für den Frauentag getroffen. Die Regierung liess jedoch keine offiziellen Veranstaltungen zu und drohte denjenigen Frauen, die sich an das Verbot nicht halten wollten.


Ein Tag vor dem 8. März 2010 in Teheran

Trotz dieser Drohungen und Verbote setzten die Frauen ihre Vorbereitungen fort. Sie organisierten Treffen in privaten oder halböffentlichen Kreisen, die über Mund-zu-Mund-Propaganda bekannt gemacht wurden. Insgesamt wurde der Frauentag im Iran am 7. und 8. März vorwiegend in kleineren Veranstaltungen gefeiert.


Ein Tag vor dem 8. März 2010 in Teheran

Am Sonntag, den 7. März versammelte sich in Teheran u.a. ein Gruppe von bekannten Frauen wie Nushin Ahmadi Khorasoni, Mansure Shojai und Sahra Rahnaward, etc.. Aufgrund der begrenzten Möglichkeiten, konnten nur die Vertreterinnen der verschiedenen Frauengruppen (Iranische Frauenvereine, Kommitte zu Betreuung von politischen Gefangenen, verschiedene Rechtsanwältinnen, Mütter für den Frieden, …) zusammen kommen.

Im Anschluß an dieses Treffen wurde eine politische Erklärung mit sieben Forderungen veröffentlicht:

  1. Diskriminierung von Frauen muss aus allen Gesetzen insbesondere aus dem Familienrecht und dem Strafrecht … verschwinden.
  2. Der Iran muss die Internationale Konvention gegen jegliche Diskriminierung von Frauen unterschreiben
  3. Es muss ein Weg gefunden werden um Gewalt in der Familie sowie die gesetzliche, gesellschaftliche und politische Gewalt in der iranischen Gesellschaft zu beseitigen.
  4. Chancengleichheit für Frauen in allen Bereichen, in der Politik, der Verwaltung, etc.
  5. Schluß mit der Separierung der Geschlechter, egal ob in den Universitäten, der Öffentlichkeit oder sonstwo
  6. Freiheit für friedliche Aktivitäten für die Rechte der Frauen
  7. Die politischen Gefangenen, auch die Frauen, müssen freigelassen werden.


8. März 2010 vor dem Ewin-Gefängnis

Gemäß den Berichten des Vereins zur Unterstützung der Familienangehörigen von politischen Gefangenen, sammelten sich am Montag Abend, kurz vor Einbruch der Dunkelheit, etwa 100 Menschen, vorwiegend Frauen, vor dem Ewin-Gefängnis. Gegen 20 Uhr war die Menge auf ca. 400 Frauen und Männer angewachsen. Eine Vertreterin der Gruppe der trauernden Mütter erklärte, dass ihre Gruppe sich am 8. März vor dem Ewin-Gefängnis versammele, um die VertreterInnen des Vereins zur Unterstützung der Familienangehörigen von politischen Gefangenen zu unterstützen. Ein Mann und seine Tochter hatten rote Blumen sowie Süssigkeiten mitgebracht. Die Tochter verteilte die Blumen an die trauernden Mütter und der Vater verschenkte die Süssigkeiten an alle Anwesenden.

An diesem Abend sind zehn Gefangene freigelassen worden, leider war unter ihnen keine Frau. Ein Teil der Freigelassenen begab sich zu der Versammlung und zeigte das Victory-Zeichen, woraufhin die Menge klatschte.


Protest gegen Geschlechterapartheid am 8. März 2010 an der Universität Ghom

Die Studentinnen der Universität Ghom versammelten sich am gestrigen Montag, den 8. März, um 14: 30 Uhr gegen Geschlechterapartheid und aus Respekt vor dem 8. März. Sie wurden dabei von Studenten unterstützt. Während des Verlaufs der Versammlung filmte und fotographierte der Geheimdienst um die Anwesenden einzuschüchtern, doch diese setzten ihren Protest ohne Angst fort. Der Leiter der Universität kam zu der Versammlung, bat um ruhiges Verhalten und machte das Angebot, dass eine Vertreterin oder ein Vertreter der Versammlung zu ihm kommen und in Ruhe seine /ihre Forderungen vorbringen könne.

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Ungebrochener Widerstandsgeist einer iranischen Zeitungsredaktion

Am gestrigen Mntag, den 1. März 2010, verfügten die Machthaber im Iran das Verbot der Tageszeitung Etemad (http://www.etemaad.ir/). Die Zeitung stand der Grünen Bewegung nahe. Der Grund für das Verbot ist nicht klar. Es wurde initiiert von Mohamad Ali Ramin, dem im Iran Zuständigen für Medien und Kommunikation. Er ist bekannt als der schärfste Holocaustleugner und Antisemit des iranischen Regimes.

Bemerkenswert ist das Redaktionsfoto, das einen Tag nach dem Verbot der Zeitung aufgenommen wurde. Die teils lächelnd, teils entschlossen dreinschauenden Redaktionsmitglieder zeigen das Victory-Zeichen, das gerne von Anhängern der Grünen Bewegung benutzt wird, bzw. recken die Fäuste in die Höhe. Von einigen Menschen werden Bilder von Mirhossein Mussawi hochgehalten.

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Kampf um die kulturelle Hegemonie im Iran

Hamid Askari, ein bekannter Musiker, hatte am 27. Februar in Teheran einen Auftritt, der als Teil des Fajr-Festivals noch im Kontext des 22. Bahman stand. Dieses Event fand im prächtigen Saal des Kulturtempels Hamayesh Haye Borjemilad statt und wurde vom Kultusministerium organisiert. Anders als geplant, kam so wenig Publikum an dem Abend, dass es peinlich wurde. Die Gäste wurden gebeten, sich in einer Ecke des Saals zusammen zu setzen, anstatt über den ganzen Raum zu verstreut zu sitzen. Hamid Askari leitete seine Auftritt mit Worten des Bedauerns ein, dass nur so wenig Menschen hergefunden hatten. Bis zum letzten Jahr waren seine Auftritte stets ausverkauft gewesen und er habe noch nie vor so wenig Leuten gespielt. Er konnte sich die Gründe dafür nicht erklären.


Video starten

Zu Ehren von Khaje Nasirodin Toosi, einem bekannten schiitischen Theologen, Mathematiker, Astronomen, Philosophen und Forscher des 13. Jahrhunderts, wurde vor einigen Tagen das Seminar „Anniversary of Great Scientist Khaje Nasirodin Toosi“ in Teheran veranstaltet. Das Video zeigt ein Interview mit dem Veranstalter aus dem Kultusministerium. Der Reporter fragt nach einem Kommentar warum der riesige Saal praktisch leer ist obwohl der Toosi doch ein bedeutender persischer Dichter und Wissenschaftler sein. Ihm wird geantwortet, dass über 1200 bekannte Personen eingeladen worden seien. Einen Tag vor Beginn des Seminars habe er zahlreiche Anrufe bekommen von verschiedenen Personen die alle aus irgendeinem Grund überraschend abgesagt haben. Als der Reporter insistiert und darauf hinweist, dass nach seiner eigenen Zählung nur 40 Personen anwesend seien, wird der Veranstalter ärgerlich, beschwert sich darüber, vor der Kamera lächerlich gemacht zu werden und droht damit, den Reporter vom Geheimdienst verhaften zu lassen. Trocken bittet der Reporter darum, den Geheimdienst zu rufen.

Am 23. Februar 2010 besuchte Ahmadinejad Birjand, eine Stadt, die ziemlich im Osten des Irans gelegen ist. Trotz des üblichen Aufwands bei der Mobilisierung von Regierungsanhängern, Schulklassen und Bediensteten aus der Verwaltung, ist hier nur eine relativ kleine Menge versammelt. Birjand hat immerhin über 150.000 EinwohnerInnen.

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