Kampf um die kulturelle Hegemonie im Iran

Hamid Askari, ein bekannter Musiker, hatte am 27. Februar in Teheran einen Auftritt, der als Teil des Fajr-Festivals noch im Kontext des 22. Bahman stand. Dieses Event fand im prächtigen Saal des Kulturtempels Hamayesh Haye Borjemilad statt und wurde vom Kultusministerium organisiert. Anders als geplant, kam so wenig Publikum an dem Abend, dass es peinlich wurde. Die Gäste wurden gebeten, sich in einer Ecke des Saals zusammen zu setzen, anstatt über den ganzen Raum zu verstreut zu sitzen. Hamid Askari leitete seine Auftritt mit Worten des Bedauerns ein, dass nur so wenig Menschen hergefunden hatten. Bis zum letzten Jahr waren seine Auftritte stets ausverkauft gewesen und er habe noch nie vor so wenig Leuten gespielt. Er konnte sich die Gründe dafür nicht erklären.


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Zu Ehren von Khaje Nasirodin Toosi, einem bekannten schiitischen Theologen, Mathematiker, Astronomen, Philosophen und Forscher des 13. Jahrhunderts, wurde vor einigen Tagen das Seminar „Anniversary of Great Scientist Khaje Nasirodin Toosi“ in Teheran veranstaltet. Das Video zeigt ein Interview mit dem Veranstalter aus dem Kultusministerium. Der Reporter fragt nach einem Kommentar warum der riesige Saal praktisch leer ist obwohl der Toosi doch ein bedeutender persischer Dichter und Wissenschaftler sein. Ihm wird geantwortet, dass über 1200 bekannte Personen eingeladen worden seien. Einen Tag vor Beginn des Seminars habe er zahlreiche Anrufe bekommen von verschiedenen Personen die alle aus irgendeinem Grund überraschend abgesagt haben. Als der Reporter insistiert und darauf hinweist, dass nach seiner eigenen Zählung nur 40 Personen anwesend seien, wird der Veranstalter ärgerlich, beschwert sich darüber, vor der Kamera lächerlich gemacht zu werden und droht damit, den Reporter vom Geheimdienst verhaften zu lassen. Trocken bittet der Reporter darum, den Geheimdienst zu rufen.

Am 23. Februar 2010 besuchte Ahmadinejad Birjand, eine Stadt, die ziemlich im Osten des Irans gelegen ist. Trotz des üblichen Aufwands bei der Mobilisierung von Regierungsanhängern, Schulklassen und Bediensteten aus der Verwaltung, ist hier nur eine relativ kleine Menge versammelt. Birjand hat immerhin über 150.000 EinwohnerInnen.

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