Versammlungen zum 1. Mai im Iran


rotes Plakat: „Der Tarifvertrag verstösst gegen die Verfassung“
gelbes Plakat: „Der Tarifvertrag wird jeden Tag schlechter“

Laut www.akhbar-rooz.com sind am Samstag, den 1. Mai, gegen 16 Uhr Menschen aus verschiedenen Richtungen auf das Arbeitsministerium in Teheran zugegangen. Doch die Freiheitsstrasse war voller Sicherheitskräfte und Polizei, insbesondere direkt vor dem Ministerium. Sie verhinderten, dass die Menschen sich vor dem Gebäude versammeln konnten. Die Menschen verteilten sich in den Nebenstrassen und riefen Parolen. Augenzeugen berichteten, dass gegen halb sechs Uhr in der Jeyhun-Strasse „Tod dem Diktator, Tod dem Diktator“ zu hören war. Spezialgarden haben eingegriffen, wurden aber in ihrer Beweglichkeit durch die vielen Autos auf der Strasse eingeschränkt. Von den Autos erklang ein Dauerhupen als Protest. Die Menschen verteilten sich in kleinen Gruppen zu etwa hundert Personen und riefen Parolen, so lang keine Sicherheitskräfte oder Bassiji auf Motorrädern in Sichtweite waren.

Zusätzlich zu den Aktionen in diesem Stadtteil versammelte sich eine Gruppe von Arbeitern vor dem Islamischen Parlament. Auch hier hörte man gegen die Regierung gerichtete Parolen wie „Tod dem Diktator“ und sah Sicherheitskräfte, die die Menschen schlugen.

Ähnliche Versammlungen der Arbeiter gab es in Schiraz, Tabriz, Ghazwin und anderen Städten:

In Schiraz sammelten sich die Arbeiter vor dem Gebäude des Gouverneurs. Unter anderem wurde ein Plakat hochgehalten auf dem „Schwarzes Schicksal“ stand. Ein anderes Plakat lautete: „Arbeiter, wir gratulieren dir zu dem Tag, an dem du arbeitslos wurdest.“


„Arbeiter, wir gratulieren dir zu dem Tag, an dem du arbeitslos wurdest.“

In Ghazwin haben sich gegen 9 Uhr tausende Arbeiter in einem Sportstadion versammelt und Parolen für ihre Rechte gerufen. Von Vertretern der Belegschaften verschiedener Firmen wurden Reden gehalten. In der gesamten Stadt waren Spezialgarden und Sicherheitskräfte im Einsatz und kontrollierten die Menschen.

In Tabriz fand um 11 Uhr eine Versammlung mit tausenden Arbeitern vor dem Arbeitsamt statt. Mehr als 40 Fahrzeuge von Sicherheitskräften, der Polizei, Geheimdienst und Männern in Zivil waren vor Ort und versuchten die Versammlung aufzulösen.

In Sanandaj versammelten sich gegen 11 Uhr Aktivisten der Arbeiter, der fliegenden Händler und der Studenten inmitten des Basars. Anfangs wurden Süssigkeiten und Flugblätter verteilt, im Anschluss daran hielten die Vertreter der drei Gruppen eine Rede und gratulierten zum Arbeiterkampftag am ersten Mai. Gegen Ende wurde ein Forderungskatalog mit 10 Punkten verlesen.

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