Reaktionen auf die Hinrichtungen von fünf politischen Gefangenen im Iran

Gemäß der Nachrichtenagentur Horana sind die Familienangehörigen der hingerichteten politischen Gefangenen am Sonntag, den 9.5.2010, von ihren Heimatorten in Kurdistan nach Teheran gefahren. Sie hatten dazu eingeladen, sich am Montag um 11 Uhr vor der Universität Teheran zu versammeln. Seit dem frühen Montag Morgen waren in der gesamten Gegend (Revolutionsplatz, Revolutionsstrasse) die Strassen voller Sicherheitskräfte. Von den vielen Leuten, die der Einladung folgten durfte niemand stehen bleiben.


Ewin-Gefängnis in Teheran

Die Menschen haben sich untereinander abgestimmt und versammelten statt dessen später vor dem Ewin-Gefängnis. Die Familienangehörigen wollten die Leichen der Hingerichteten sehen und ihre Körper in ihren Heimatort überführen. Die Zuständigen im Gefängnis sagten, dass sie die Leichen nur unter der Bedingung herausgäben, dass die Familien garantierten, dass in Kurdistan keine Unruhen enstehen.


Proteste vor dem Ewin-Gefängnis

Die politischen Gefangenen im Gohardascht-Gefängnis der Stadt Karadsch, 30 km westlich von Teheran gelegen,veranstalteten am Sonntag um 19 Uhr in Verschiedenen Abteilungen für die fünf Hingerichteten ein Trauerfest. Dabei wurde ein Gedenkminute eingelegt. Dabei legten sie das Versprechen ab, dass sie ihre Ideen nicht verraten und sich weiter für Demokratie und Menschenrechte einsetzen würden.

Das Busfahrersyndikat hat eine Erklärung veröffentlicht, in der die fünf Hinrichtungen verurteilt werden. Sie kündigten ein Trauerfest für alle Hingerichteten an, deren Väter und Mütter sie in der letzten Zeit nicht einmal besuchen durften, besonders für Farzad Karmangar, der als Lehrer nur Kreide und Bleistift in der Hand gehalten und arme Kinder unterrichtet habe.


Farzad Karmangar, ein in ganz Kurdistan bekannter Verteidiger der Menschenrechte und Lehrer

Schon am Sonntag zeichnete sich ab, dass die Menschen in Kurdistan gegen diese Hinrichtungen protestieren würden. Am Montag fanden in Teilen von Iranisch – Kurdistan Streiks statt. Die Menschen, die am Montag in Moscheen ihrer Städte Trauerfeiern für die Hingerichteten abhalten wollten, wurden durch Sicherheitskräfte davon abgehalten. Vereinzelt entstanden Unruhen. Die Regierung hatte zusätzliche Sicherheitskräfte in die Region verlegt.

Am Montag nachmittag haben Jugendliche, Studenten und iranische Kurden in der Stadt Erbil (Irakisch-Kurdistan) eine Demonstration organisiert und die Hinrichtungen veruteilt.


Demonstration in Arbil, Irak

Ausser in Kurdistan und im Iran wurden in verschiedenen Hauptstädten von Europa, USA, Kanada und Australien Protestkundgebungen durchgeführt, vereinzelt wurden iranische Botschaften angegriffen.

Laut Menschenrechtsorganisationen im Iran sind 17 weitere kurdische Gefangene in Gefahr, in nächster Zeit hingerichtet zu werden.


Farhad Vakili


Schirin Alam Holi. Ihre Folterer machten ihr das Angebot, dass wenn sie im Fernsehen aufträte und im Interview gestehe, würde sie nicht hingerichtet. Laut verschiedenen Nachrichtenagenturen sind die Schwester und die Mutter von Schirin heute, Dienstag, von Sicherheitskräften festgenommen worden.


Ali Heydarian


Mehdi Eslamian aus der Stadt Schiraz. In seinem Testament schrieb er, dass ihm ein Sprengstoffattentat in der Stadt Schiraz zum Vorwurf gemacht wurde, was er vehement bestritt. Den Jugendlichen gab er den Rat, dass sie ihren Kampf für Demokratie und Freiheit fortsetzen sollten. Demokratie und Freiheit gäbe es nicht umsonst. Er kündigte an, dass bald ein Buch von ihm erscheine, in dem genau stünde, wie und warum er festgenommen wurde und was die Folterer von ihm verlangten.

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