Hinrichtungen im Iran: Es hagelt Proteste in Van, Hakkari und Diyarbakir

Das Foto aus Radikal von der türkischen Nachrichtenagentur DHA stammt von der Kundgebung in Van
Auf dem Plakat links steht: „Der Galgen wird auch für Euch aufgestellt“
Auf dem in der Mitte: „Henker Ahmadineschad“
Das Rechte ist schlecht leserlich.


Protestmarsch an die iranische Grenze

Die Hinrichtung von fünf politisch aktiven Menschen im Iran am 9. Mai 2010, darunter von vier Kurden, hat unter den Kurden der Türkei zu heftigen Protesten geführt.


Türkische Seite des Grenzübergangs

So berichtet gündem-online von Tausenden von Demonstranten in Hakkari, Yüksekova, Şemdinli und Çukurca, die sich dann gemeinsam zum türkisch-iranischen Grenzübergang Esendere begaben. Die nach dem Verbot der kurdischen Partei in der Türkei neu gegründete BDP übernahm vielerorts die Organisation der Proteste. Am Protestmarsch zum Grenzübergang Esendere nahmen auch die Bürgermeister von Hakkari, Yüksekova, Esendere und Şemdinli teil.


Iranische Seite des Grenzübergangs

In der Umgebung des Grenzübergangs Esendere wurden darauf von türkischer Seite einige Hundert Soldaten zusammengezogen, auf iranischer Seite zeigten die Pasdaran (Revolutionswächter) Präsenz. Als die türkischen Grenzbeamten, mit denen Vertreter der demonstrierenden Kurden verhandelten, das Grenztür nicht öffnen wollten, drückte die Menge das Tor auf. Als die Menge dann das geschlossene iranische Tor erreichte, hielten die kurdischen Vertreter sie von einem weiteren Vorschreiten ab. Die Menge warf darauf Steine gegen die iranischen Grenzwächter.
Der BDP-Vorsitzende von Hakkari Sıdık Akış erklärte an der Grenze: „Die Hinrichtungen im Iran sind ein Ergebnis des Bündnisses zwischen Türkei, Iran, Syrien und dem Irak. Diese Hinrichtungen müssen unbedingt eingestellt werden. Auch Saddam (Hussein) hat früher solches Unrecht verübt. Aber das Ende von Saddam, der die Menschen hinrichtete, hat jeder gesehen. Auch sie werden eines Tages wie Saddam am Galgen baumeln.“


Wasserwerfer in Yüksekova

In Yüksekova versuchten Jugendliche, die Verbindungsstraße zu blockieren, in dem sie auf der Straße Feuer machten, worauf die türkischen Behörden Wasserwerfer gegen sei einsetzten. Es gab sechs Verhaftungen unter den Demonstranten.


Weder Hinrichtung, noch Militäroperation,
Demokratische Lösung für das Kurdenproblem

In Van protestierte eine Menge von etwa 1000 Menschen gegen die Hinrichtungen im Iran, in Diyarbakir 300.
In Diyarbakir erklärte die Sprecherin des „Frauenparlaments“ Fidan Gençer: „Kerbela ist der Fall eines Massakers an wahren Muslimen, die auf der Seite der Entrechteten standen, wobei sich die Unterdrücker hinter dem islamischen Glauben versteckten. Jetzt ist ganz Ost-Kurdistan (d.h. der iranische Teil) Kerbela“. Sie bezeichnete den Iran als Feind des islamischen Glaubens.


Kurdisch und Türkisch: Euer Blut bleibt nicht am Boden liegen

Verschiedene Rednerinnen und Redner wiesen darauf hin, dass der iranische Außenminister Mottaki vor wenigen Tagen den türkischen Präsidenten Abdullah Gül besucht habe und nur 36 Stunden nach dem Besuch die Hinrichtungen im Iran vollstreckt wurden. Gündem-Online geht daher von einer geheimen Absprache zwischen der türkischen Regierungspartei AKP und dem iranischen Regime aus. Angesichts der Stationierung von türkischen Soldaten an der Grenze kann man davon ausgehen, dass die iranische Seite der türkischen Regierung im Vorfeld die Gelegenheit geben wollte, sich auf Proteste unter den türkischen Kurden „vorzubereiten“.


Die Hingerichteten

Quellen:
http://www.radikal.com.tr/Radikal.aspx?aType=RadikalHaberDetay&ArticleID=996511&Date=09.05.2010&CategoryID=97
http://www.yuksekovahaber.com/galeri/irana-kitlesel-protesto-275-n61.htm
http://www.gundem-online.net/haber.asp?haberid=91158

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