Iran: Generalstreik legt kurdische Gebiete lahm


geschlossene Läden in Sanandadsch

Aus Protest gegen die Hinrichtung von fünf Regimegegnern am 9. Mai 2010, von denen vier Kurden waren, haben die kurdischen Organisationen im iranischen Kurdistan am 13. Mai 2010 zum Generalstreik aufgerufen. Obwohl die Regierung ihre bewaffneten Kräfte aus anderen Gegenden zusammenzog, konnte sie den weitgehenden Stillstand des öffentlichen Lebens in den kurdischen Städten Sanandadsch, Oschnawije, Mahabad, Saqez, Mariwan, Piranschahr, Diwandare, Bane, Bukan, Nousud, Dehgolan und Kamyaran nicht verhindern.

Sanandadsch
Obwohl die Schulen in Sandandadsch geöffnet waren, sind die Schüler nicht zur Schule gegangen, die Ämter arbeiten nur mit halber Kraft.


leere Straßen in Mahabad

Trotz der allgegenwärtigen Patrouillen der Staatsorgane sind in Kamyaran, wo Farsad Kamangar, einer der Hingerichteten herkommt, gehen die Menschen zu seinem Wohnhaus, um ihre Solidarität zu bekunden.
In Mariwan werden die Schulen und Ämter nur mit Hilfe des Einsatzes der Sicherheitsorgane offen gehalten, die Staatsangestellten sind nicht zur Arbeit erschienen.
In einigen Städten erschienen die bewaffneten Staatsorgane bei den Ladenbetreibern, um sie zu zwingen, ihre Geschäfte zu öffnen. Sie stießen dabei auf den Widerstand der Bevölkerung, es kam zu Auseinandersetzungen.
Im Stadtteil Schuschmi der Grenzstadt Nousud (iranisch-irakische Grenze), wo der Zoll nur donnerstags geöffnet ist, hatten die Basarhändler ihre Läden nur zehn Minuten geöffnet, um ihre Waren entgegen zu nehmen. Dann schlossen die Händler die Rollläden wieder. Als die Polizeikräfte dagegen intervenierten und dabei einen alten Mann verprügelten, wurde die Bevölkerung wütend. Es kam zu Auseinandersetzungen mit den staatlichen Organen, die auch nach zwei Stunden (zum Redaktionsschluss dieser Meldung) noch andauerten. Durch das Viertel zieht Rauch, man hört Schüsse.
In der stadt Diwandare waren alle Geschäfte geschlossen, die Stadt schien wie ausgestorben, nur die Polizei patrouillierte, um zu verhindern, dass diese Szenen gefilmt – und dann über Internet verbreitet werden.


Bukan – tote Stadt, tote Telefone

In Bukan waren alle städtischen Telefone abgestellt, um zu verhindern, dass sich die Nachricht vom erfolgreichen Generalstreik verbreitet. Die Schulen waren geschlossen, die Studierenden an der Freien Universität und der Universität „Payam-e Nur“ in Bukan boykottierten den Unterricht. Die massive Präsenz der bewaffneten Organe erzeugt eine gespannte Lage.
In Urumije hat die Polizei die Studentenwohnheime gestürmt, um gegen die kurdischen Studenten vorzugehen. An der Universität von Urumije kam es zu heftigen Zusammenstößen zwischen kurdischen Studenten und der Polizei.

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