Chomeini: Nur noch eine bärtige Schaufensterpuppe?

Chomeinis Todestag
Der 14. Chordad, also der 4. Juni 2010, ist ein wichtiger Tag im amtlichen Kalender der Islamischen Republik. Es ist der Todestag von Ajatollah Chomeini. An diesem Tag war geplant, dass Ahmadineschad die Trauerfeier mit einer Rede eröffnen sollte, dann war der Enkel von Ajatollah Chomeini, Hassan Chomeini, an der Reihe, und schließlich sollte der Revolutionsführer Ajatollah Chamene‘i das Freitagsgebet eröffnen. Ahmadineschad ließ die Trauergäste erstmal warten, bevor er auftauchte, und dann überzog er seine Redezeit beträchtlich. Als ihn der Veranstalter um Kürze bat, wurde dieser nur herrisch abgekanzelt.
Dann war eigentlich Hassan Chomeini dran, der den Reformisten nahesteht.

Hossein Dschabbari, der Mann hinter Ahmadineschad

Aber da begann eine organisierte Gruppe, so laut zu rufen, dass er gar nicht zu Wort kam. Das staatliche Fernsehen übertrug die Parolen der Störer klar und deutlich, während es die Worte von Hassan Chomeini „aufgrund technischer Defekte“ so zerhackte, dass die Fernsehzuschauer es nicht verstehen konnten. Derjenige, der die Störer auf der Trauerfeier organisiert hatte, war Hossein Dschabbari, ein ehemaliger Leibwächter von Chamene‘i und enger Berater. Zusammen mit General Wahid gehört er zu den wichtigsten Männern hinter Ajatollah Chamene‘i.

Hossein Dschabbari


nimmt sich vom Feinsten:


Klamotten von Chamene‘i,


nicht von ALDI

Obwohl Ajatollah Chamene‘i diese Missachtung eines Enkels von Ajatollah Chomeini nicht gutheißen konnte, was er auch dadurch deutlich machte, dass er den Niedergebrüllten anschließend ehrerbietig küsste, traute sich Chamene‘i nicht, etwas gegen Hossein Dschabbari zu sagen, der de facto die Organisation der Pasdaran vertritt. Allem Anschein nach ist Ajatollah Chamene‘i nicht mehr Herr im eigenen Haus. Auch die anwesenden Ajatollahs Akbar Rafsandschani, Sadeq Laridschani und Mahmud Schahrudi trauten sich nicht, den Mund aufzumachen. Erst später kritisierte die Geistlichkeit die „unbekannten“ Urheber dieser Störung mit den Worten, dieses würdelose Vorgehen verletze die Ehre des Begründers der Islamischen Republik.

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