Explosive Stimmung im Iran

In Nordwest-Teheran liegt ein Stadtteil namens Gisha. Letzte Woche, am 16. Juni 2010, war ein fliegender Händler wie jede Nacht dabei, seine Waren auf der Gisha-Strasse zu verkaufen. Ein auf einem Motorrad vorbeifahrender Ordnungsbeamter hielt an und stellte den Händler zur Rede. Es entwickelte sich ein Streitgespräch, in dessen Verlauf der Ordnungsbeamte den Händler schlug. Er wollte die Waren beschlagnahmen. Der betroffene Händler wurde ärgerlich und schimpfte auf Chomeini und Chamenei. Passanten blieben stehen und unterstützten den fliegenden Händler. Der Ordnungsbeamte musste selbst ein paar Schläge einstecken und am Ende fliehen. 15 Minuten später kam er jedoch wieder und hatte vier weitere Ordnungsbeamte in seiner Begleitung. Sie versuchten erneut den Händler festzunehmen und seine Waren zu beschlagnahmen. Wiedrum entwickelte sich eine Schlägerei, in der die Beamten den Kürzeren zogen. Gegen 22:40 Uhr hatten sich an diesem Ort mehr als 200 Menschen versammelt, die wütende Parolen wie „Marg bar Diktator“ riefen. Einige hatten sich bereits wieder entfernt und andere sprachen noch darüber, wie es ist, wenn man keine richtige Arbeit mehr hat aber irgendwie seine Familie ernähren muss. Plötzlich näherten sich viele Polizisten, Spezialeinheiten und Basiji mit Autos und Motorrädern, die sofort zum Angriff übergingen. Die Menschen mussten fliehen, ein paar von ihnen wurden festgenommen.

Dieser Bericht erschien in einer Zeitschrift namens Bazr mit folgendem Kommentar: nicht nur in diesem Viertel auch in anderen Vierteln, nicht nur in Teheran sondern im ganzen Land kommt es immer wieder zu solch kleinen Explosionen.

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