Iran: Gleichschaltung der Universitäten gescheitert

Wie schon berichtet, hatte der iranische „Präsident“ Ahmadineschad versucht, die Freien Universitäten im Iran, die privat betrieben werden und etwa 100 an der Zahl sind, zu verstaatlichen, um sie unter seine Kontrolle zu bringen. Damit geriet er in direkten Gegensatz zu den Leuten um Rafsandschani. Immerhin hält Rafsandschani den Vorsitz im Aufsichtsrat über die Freien Universitäten inne. Der Beschluss des iranischen Parlaments, die Freien Universitäten nicht zu verstaatlichen, sondern in Stiftungsbesitz zu überführen, missfiel Ahmadineschad und den hinter ihm stehenden Pasdaran, weshalb sie diesen Parlamentsbeschluss vom Wächterrat aufheben ließen. Dann grub Ahmadineschad eine Institution aus der Mottenkiste der iranischen Revolution aus, nämlich den Hohen Kulturrat der Islamischen Revolution, der bislang funktionslos vor sich hindümpelte und den Ahmadineschad schon früher gesäubert hatte, indem er u.a. Mussawi aus diesem Rat entfernte. Die neue Parole hieß, dieser Kulturrat solle die Aufsicht über die Freien Universitäten ausüben. Darauf suchte Rafsandschani den Revolutionsführer Ajatollah Chamene‘i persönlich auf und wies ihn darauf hin, dass in der jetzigen heiklen Lage nur Einheit die Islamische Revolution retten könne. Ajatollah Chamene‘i gab angesichts der zunehmenden Streitigkeiten im fundamentalistischen Lager nach und erteilte Anweisung, nicht an der bisherigen Verfassung der Freien Universitäten zu rütteln. Die Eigentumsverhältnisse sollen so bleiben, wie sie bislang bestanden. Damit hat sich in diesem Punkt Ali-Akbar Rafsandschani durchgesetzt.

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