Iran-Balutschistan: die Bomben schweigen nicht


Abdolbasset Rigi, vor dem Selbstmordanschlag
Laut Angaben von Ali Abdollahi, des für Sicherheitsfragen zuständigen stellvertretenden iranischen Innenministers, kamen bei einem Bombenanschlag in Zahedan in der Nacht vom 15. auf den 16. Juli 2010 28 Menschen ums Leben, an die 300 Menschen wurden verletzt. Der Selbstmordanschlag fand im Eingangsbereich der schiitischen Dschame-Moschee in Sahedan (Zahedan) statt. Als Täter haben sich Mohammad Rigi und Abdolbasset Rigi bekannt, die der Organisation „Dschond-ollah“ (Soldat Gottes) angehören. Die Organisation bezeichnet diesen Anschlag als Vergeltung für den Tod von Abu Malek Rigi, des Führers der Dschond-ollah, der vor etwa einem Monat von der iranischen Regierung hingerichtet wurde.

Mohammad Rigi, vor dem Selbstmordanschlag
Eine Menge wütender Schiiten attackierte nach dem Selbstmordanschlag den Tschahar-Rahe-Rassuli-Basar, den Rus-Basar und das Viertel „Boutique Tanako“, in denen vorwiegend sunnitische Balutschen leben, und zündeten die Läden an. Als einige radikale Schiiten mit der Parole „Tod dem Molawi Abdolhamid“ (dem Imam der Sunniten in Zahedan) Richtung Faseli-Straße zogen, begannen sich Sunniten in der Faseli-Straße zu verbarrikadieren. Auf beiden Seiten waren Bewaffnete zu sehen. Die Behörden nahmen einige radikale Schiitenführer fest, um den Ausbruch eines Bürgerkriegs zu verhindern.

Die schiitische Freitagsmoschee in Zahedan

Kommentar:
Die Vorgänge in Zahedan zeigen, dass nicht nur die iranische Regierung bereit ist, Menschen umzubringen, um ihre Ziele durchzusetzen, sondern auch Organisationen wie Dschond-ollah, die Soldaten Gottes. Menschen umzubringen, ist und bleibt ein Verbrechen. Und auch bei den Dschond-ollah wird den Tätern der Eintritt ins Paradies versprochen. Seit dem iranisch-irakischen Krieg gehört es zur Grundausstattung der iranischen Staatspropaganda, junge Männer zu zeigen, die sich Bomben umgebunden hatten, um so gegen die vorrückenden Panzer von Saddam Hossein anzutreten. Dschond-ollah ist die Fortsetzung dieser Denkweise.

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