Teheran: Seminare für Gehirnwäsche?

Eine Studentin, die vom Studenten-Bassidsch ausgewählt wurde, an einem Seminar an der Ajatollah-Beheschti-Universität in Teheran teilzunehmen, schreibt anonym über ihre Erfahrung von diesem einmonatigen Kurs, der zu Beginn des Fastenmonats Ramadan endete. Man versteht leicht, warum der Kurs nicht in den Fastenmonat gelegt wurde, denn die Studentin schildert die üppige Verpflegung für alle Teilnehmer, die in die Tausenden ging. Allein die Zahl der Frauen betrug schon 1100. Die Zahl der Männer war noch größer. Die Vorlesungen an der Uni waren von 8-12 und von 16-20 Uhr – um die Mittagszeit ist es bekanntlich zu heiß, da würden die ZuhörerInnen einschlafen. Die Studentin schreibt zwar von Gehirnwäsche, aber bei diesem Massenandrang kann sie nicht sehr effektiv gewesen sein. Viel effektiver war dagegen die Verspeisung der Teilnehmenden, so dass man auch solche Seminare eher unter dem Kapitel „Privilegien“ für die Unterstützer des Regimes abhaken kann als unter dem Kapitel Schulung oder Bildung.
Wie schreibt Heinrich Heine so treffend von den Wanderratten?
Es gibt zwei Sorten Ratten:
Die hungrigen und satten.
(…)
Der sinnliche Rattenhaufen,
Er will nur fressen und saufen,
Er denkt nicht, während er säuft und frißt,
Daß unsre Seele unsterblich ist.
(…)

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