PLO-Erklärung gegen das System Khamenei-Ahmadinejad

Der Sprecher der Palästinensischen Befreiungsbewegung (PLO) hat eine Erklärung in der arabischen Zeitung „Al Schargholosat“ «الشرق الاوسط» veröffentlicht.

Frei übersetzt steht in der Erklärung:

„Ayatollah Khamenei hat das palästinensische Problem missbraucht, während er im Iran gleichzeitig die Menschen unterdrückt.“


Ayatollah Khamenei vor wenigen beim Ramadan-Fest

Beim Gebet anlässlich des Fastenmonats Ramadan hatte Khamenei die Friedensgespräche zwischen Israel und Palästina kritisiert: Die USA und die westlichen Länder säßen auf der Zuschauerbank, während die Palästinenser unterdrückt würden. D.h. die westlichen Länder organisieren Friedensgespräche. Die Frage sei nur: Frieden zwischen wem? Welches Ziel habe dieses Gespräch? Diese Friedensgespräche sollen die Brutalität gegen Menschen in diesem Gebiet verschleiern. Beide Seiten seien Feinde der Palästinenser.

„All dies zeigt“, kommentiert der Sprecher der PLO , „dass Khamenei sich in unverschämter Weise in die palästinensischen Angelegenheiten einmischt.“

Und weiter:

„Ziel von Khamenei-Ahmadinejads System ist die Ausweitung des Konflikts zwischen den palästinensischen Gruppierungen. Khamenei und Ahmadinejad wollen den Krieg zwischen den palästinensischen Gruppierungen anheizen. Beide versuchen dauernd, das palästinensische Problem zu einem Trumpf in dem Konflikt zwischen der arabischen Welt und den westlichen Ländern zu verwandeln. Diese Politik ist aber gegen das nationale Interesse der Palästinenser gerichtet. Ahmadinejad ist ein Räuber der Macht und kein legitimer Präsident des iranischen Volkes. Das Schicksal der Palästinenser kann nur aus der Widerstandsbewegung und nicht von Khamenei und Ahmadinejd bestimmt werden.“


Abbas und Netanjahu in Washington

Am Al-Qods Tag hatte Ahmadinejad das Treffen zwischen Abbas und Netanyahu scharf kritisiert und behauptet, dass das Schicksal der Palästinenser in Palästina bestimmt würde und nicht in Washington oder London. Nabil Abu Radineh, Sprecher der PLO, hatte zu dieser Aussage kommentiert, dass Ahmadinejad nicht der Vertreter des iranischen Volks sei, dass er bei den Wahlen betrogen habe, sich die Macht geraubt habe und sein Volk unterdrücke. Deswegen dürfe er nicht über Palästina und Abbas sprechen.

„Das palästinensische Volk kämpft seit 50 Jahren für seine Rechte und hat tausende Märtyrer und Gefangene für die Befreiungsbewegung gegeben. Unser Volk braucht keine Rechtsgelehrten wie Khamenei oder andere. Die arabische Welt muss sich der Politik von Khamenei und Ahmadinejad entgegenstellen. Weil sich Khamenei und Ahmadinejad eingemischt haben, hat sich der Riss zwischen den palästinensischen Gruppen vertieft. Teheran will sich als Unterstützer der Palästinenser aufführen, doch Iran-Gate im Jahr 1985 hat gezeigt, dass sich der Iran auch Waffen aus Israel liefern liess.“

Abschließend heißt es in der Erklärung:

„Die Palästinenser haben legitime und gewählte Führer, die ihre Position aufgrund ihres Kampfes einnehmen konnten und sich die Macht nicht geraubt haben.“

Kommentar von Ali Schirasi:

Während die iranische Opposition unter Khomeini festgenommen, gefoltert und hingerichtet wurde, kam von palästinensischer Seite kein kritisches Wort. Der langjährige Vorsitzende der PLO, Yassir Arafat, hat über viele Jahre hinweg versäumt, die Verbrechen der Islamischen Republik an der iranischen Bevölkerung zu kritisieren. Im Gegenteil, er war weltweit der erste Repräsentant einer Widerstandsbewegung, der nach der Islamischen Revolution 1979 Khomeini seine Aufwartung machte. Damals versprach er, das System von Khomeini mit all seinen Möglichkeiten zu unterstützen. Im Gegenzug erhielt die PLO eine Menge finanzielle und militärische Hilfe.

Nachdem die Spaltung zwischen der PLO und der Hamas vollzogen war, konzentrierte sich die Unterstützung von Teheran direkt auf die Hamas. Seitdem reisten der Führer der Hamas, Khaled Maschal, oder andere Hamasvertreter immer wieder nach Teheran und kamen stets mit gefüllten Taschen zurück – eine Option, die der PLO nicht mehr zur Verfügung steht. Bei Vertretern der Grünen Bewegung im Iran sagt man, die Hamas sei ein Instrument der iranischen Revolutionswächter. Bei gegen die Regierung gerichteten Demonstrationen für die Bezahlung ausstehender Löhne im Iran kommt immer schnell eine Parole dass so viel Geld für die Hamas oder Hisbollah im Libanon ausgegeben werde und im Iran scheinbar kein Geld mehr übrig sei. Bei den letzten Großdemonstrationen war dann z.B. folgender Spruch skandiert: „Na Ghaze, na Lobnan, janam fadaye Iran“ (Ich opfere meine Leben nicht für Gaza, nicht für Libanon sondern nur für den Iran).


Na Ghaze, na Lobnan, janam fadaye Iran.

Diese jüngste Erklärung der PLO ist für die iranische Bevölkerung und die Grüne Bewegung eine überraschende Wendung.

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