Hyperinflation im Iran

Laut den staatlichen iranischen Nachrichtenagenturen verkaufen die staatlichen Wechselstuben seit gestern, Sonntag, den 10.10.2010, ausländische Währungen nur noch an Personen, die in der Lage sind, einen Reisepass und ein Flugticket vorzuweisen. Aus diesem Grund haben sich die Schlangen der Menschen, die für ausländische Währungen anstehen, von den staatlichen Wechselstuben hin zu den privaten Wechselstuben verlagert. Bei den staatlichen Wechselstuben, wechseln nur noch diejenigen, die Reisepass und Ticket vorweisen können.


Aushang im Schaufenster: „Ohne Reisepass und Flugticket werden keine Devisen gehandelt.“

Bei den privaten Wechselstuben ist es möglich, Devisen bis zu einer Höhe von 2000 US-Dollar gegen das Vorzeigen einer Karte Meli (Nationalkarte, eine Art Ausweis) zu beziehen. Auch das Vorzeigen mehrerer Nationalkarten ist möglich. Das führt bereits dazu, dass fremde Nationalkarten für 10.000 Toman (ca. 10 Dollar) pro Tag auf dem Basar gemietet werden können. Der Kurs ist bei den staatlichen Wechselstuben übrigens etwas günstiger (1060 Toman pro $) als bei den privaten (1065-1080 Toman pro $).

Für Geschäftsleute und Reisende sind dadurch viele Probleme entstanden. Sie mussten sich bei entsprechendem Devisenbedarf Nationalkarten von ihren Verwandten ausleihen oder eine fremde Nationalkarte mieten.

In der letzten Woche stieg der US-Dollar um 15% gegenüber dem iranischen Rial (10 Rial entsprechen 1 Toman). Heute waren die Schlangen bereits deutlich länger als gestern. Nicht nur Geschäftsleute und Reisende sondern auch normale Leute stellen sich inzwischen für Dollars an, aus Angst, dass der Toman/Rial weiter verfällt.

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