Iran: Tödlicher Rosenkranz


Tödlicher Rosenkranz

Wer hat sie nicht gesehen? Die frommen Männer, die mit dem Rosenkranz (im Persischen Tasbih genannt) in der Hand umhergehen und eine Perle nach der andern durch die Hände gleiten lassen. Wie wir alle wissen, ist die jetzige Regierung eine fromme Regierung. Ahmadineschad, Mesbahe Jasdi, Chamenei, alle sind erleuchtete Männer, die nur das Beste wollen. Sagen sie jedenfalls.
Fromme Menschen wollen für ihren Glauben Opfer bringen, und wahrlich sie bringen Opfer. Denn ihre Rosenkranzperlen sind Menschenköpfe, um die der Strick des Galgens geknüpft wurde.
Sie reihen die Schädel aneinander, Tag für Tag, und sorgen dafür, dass die Iraner ein einig Volk von Brüdern werden, von Galgenbrüdern.
Am Samstag, den 9. Oktober 2010, ließen sie drei Gefangene in Dehdascht aufhängen, am Vortag des Welttags zur Bekämpfung der Hinrichtungen. Die Opfer hießen: Mohammad Hossein Dastmard, Hasel Dastmard und Islam Barskar. Sie waren wegen angeblichen Drogenschmuggels vor sechs Jahren zum Tode verurteilt worden und wurden jetzt im Gefängnishof in Dehdascht gehenkt.
Am Sonntag, den 10. Oktober 2010, wurden in Sandschan vier Menschen aufgeknüpft, eine Frau und drei Männer. Auch ihnen wurden Drogendelikte vorgeworfen, aber da die Gerichtsverhandlung hinter verschlossener Tür abgehalten wurde, weiß niemand, was der wirkliche Grund ihrer Verurteilung ist. Sie wurden im Zentralgefängnis von Sandschan gehenkt.
Am Montag, den 11. Oktober 2010, wurden in Isfahan fünf Gefangene hingerichtet. Auch ihnen wurde Drogenschmuggel zur Last gelegt.
Die iranischen Medien berichten ständig von diesen Hinrichtungen, und das zeigt auch, was ihr eigentlicher Zweck ist: Die Bevölkerung im ganzen Land einzuschüchtern.

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