Sakineh Ashtiani droht im Iran wegen Ehebruch die Hinrichtung


Sakineh Moha Ashtianimmadi

AMNESTY KRITISIERT TV-GESTÄNDNISSE

17. November 2010 – Am Montag strahlte das iranische Fernsehen eine Sendung aus, in der Sakineh Mohammadi Ashtiani, ihr Sohn Sajjad Qaderzadeh, ihr Rechtsanwalt Javid Houtan Kiyan und zwei deutsche Journalisten Aussagen machen bzw. ihnen Aussagen zugeschrieben werden, mit denen sie sich selbst beschuldigten.

Sakineh Mohammadi Ashtiani, die wegen Ehebruchs zum Tode durch Steinigung verurteilt wurde und deren Fall offenbar erneut wegen des Vorwurfs der Mittäterschaft bei der Ermordung ihres Ehemannes von der iranischen Justiz geprüft wird, hat sich als „Sünderin“ bezeichnet. Ihr Sohn „gesteht“ in der Fernsehsendung, dass er über die Behandlung seiner Mutter im Gefängnis gelogen habe. Eine persische Sprecherstimme berichtete, die beiden deutschen Journalisten, die gemeinsam mit dem Sohn und dem Anwalt von Sakineh Mohammadi Ashtiani festgenommen wurden, hätten angegeben, sie wären von Mina Ahadi „getäuscht“ worden. Mina Ahadi, eine in Deutschland lebende Iranerin, setzt sich für Sakineh Mohammadi Ashtiani ein. Sie soll die deutschen Journalisten in den Iran geschickt haben, was sie aber bestreitet.

„Diese sogenannten Geständnisse sind Teil einer zunehmenden Zahl von erzwungenen Geständnissen und Selbstbezichtigungen, die viele Inhaftierte im vergangenen Jahr gemacht haben“, sagte Ruth Jüttner, Iran-Expertin bei Amnesty International. „Viele Gefangene, die ähnliche „Geständnisse“ abgelegt haben, haben ihre Aussagen später zurückgenommen, und gaben an, sie seien dazu gezwungen worden – nicht selten unter Anwendung von Folter oder anderen Misshandlungen.“

Internationale Standards für faire Gerichtsverfahren verbieten das Erzwingen von Selbstbeschuldigungen. Auch der Iran hat sich diesen Standards verpflichtet.

„Die iranischen Behörden dürfen Sakineh Ashtiani unter keinen Umständen hinrichten. Sollte sie allein aufgrund von einvernehmlichen sexuellen Beziehungen gefangen gehalten werden, muss sie freigelassen werden. Sajjad Qaderzadeh, Javid Houtan Kiyan und die beiden deutschen Journalisten, müssen sofort und bedingungslos freigelasen werden, wenn sie – wie es scheint – allein wegen der friedlichen Weitergabe von Informationen über den Fall Sakineh Mohammadi Ashtianis inhaftiert sind.“

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