Wissenschaft als Sprachrohr der Mächtigen


Zentrum für Dokumente der Islamischen Revolution

Die Zeiten sind vorbei, dass im Iran jemand die Interessen der islamistischen Machthaber freiwillig und unbezahlt aus innerer Überzeugung verteidigen möchte. Deshalb sind die Pasdaran seit einiger Zeit dazu übergegangen, Forschungsinstitute zum Beispiel in Qom zu finanzieren, die ihre Ansprüche und Aussagen „wissenschaftlich“ untermauern und ihr Treiben anständig verkleiden.

Zu diesen Instituten in Qom zählt die Forschungsakademie für Islamische Forschungen der Islamischen Revolutionswächter (Pazhuheshkade-ye Tahqiqat-e Eslami-ye Sepah-e Pasdaran-e Eslami). Auch die Akademie für Iranische Studien in London (Akademi-ye Motale‘at-e Irani-ye Landan) sowie das


Internationale Zentrum für Friedensstudien in London (Markaz-e Beyn-ol-Melali-ye Motale‘at-e Solh) werden von den Pasdaran finanziert. Der Direktor der beiden Zentren ist Seyed Salman Safawi, Bruder des ehemaligen Chefs der Pasdaran General Safawi. Ihre Aufgabe ist, in den staatlichen und halbstaatlichen Medien des Irans wie auch im Ausland Werbung für die jetzigen Machthaber zu betreiben. Finanziert werden diese Institute wohl aus dem Staatsbudget wie auch aus der Kasse des religiösen Führers Ajatollah chamene‘i, aber amtliche Zahlen dafür gibt es nicht.

Folter: Die Wissenschaft der Islamischen Republik Iran
Eine Eigenart der iranischen Machthaber ist die auszugsweise Veröffentlichung von unter Folter erlangten „Geständnissen“ als wissenschaftliche Dokumente, die diverse Behauptungen der Regierenden untermauern sollen. Davon gibt es eine ganze Reihe von Titeln:

  • Die Entstehung und der Sturz der Pahlawi-Herrschaft (Zohur wa soqut-e saltanat-e pahlawi);
  • Die Memoiren von Fardust (Khaterat-e Fardust) (Fardust war ein General des Schahs, der nach der Revolution verhaftet wurde);
  • Die Politik und Organisation der Tude-Partei (Siyasat wa Sazeman-e Hezb-e Tude) (Tude-Partei; Kommunistische Partei des Irans);
  • Die Memoiren von Iradsch Eskandari (Khaterat-e Iraj Eskandari) (Iradsch Eskandari war Mitglied des Zentralkomitees der Tude-Partei);
  • Die Organisation der Volksmudschahedin – vom Anfang bis zum Ende (Sazeman-e Mojahedin-e Khalq – Peyda‘i ta farjam).

Diese Titel wurden von diversen obskuren Institutionen herausgegeben, so vom Institut für politische Studien und Forschungen (Moassesse-ye Motale‘at wa Pazhuhesh-haye Siyasi), das indirekt dem iranischen Geheimdienst untersteht oder dem Institut für das Studium der Zeitgenössischen Geschichte des Iran (Moassesse-ye Motale‘at-e Tarikh Moasser-e Iran).
Einige „Wissenschaftler“ dieser Institute, so ein gewisser Herr Abdollah Shahbazi, hatten direkten Zugang zu den Verhörakten des Geheimdienstes und entwickelten wunschgemäß die Szenarien für ihre Auftraggeber.

Das Zentrum für Dokumente der Islamischen Revolution (Markaz-e Asnad-e Enqelab-e Eslami) unter der Leitung von Ruhollah Hosseiniyan hat Zugang zu den Akten des Sawak (Geheimdienst des Schahs) wie den Verhörakten des jetzigen Geheimdienstes. Die „Forscher“ des Zentrums sind meist ehemalige Verhörbeamten, also Folterer, die allerdings unter einem falschen Namen auftreten.

Hier die Webseite dieses Zentrums:
http://www.irdc.ir/fa/about.aspx

Auch die Zeitung Keyhan (Teheraner Ausgabe) von Hossein Schariatmadari, die dem religiösen Führer nahe steht, betreibt ein „Forschungsinstitut Keyhan“, das auf Foltergeständnisse zugreifen und sie veröffentlichen darf.

Quelle dieses Artikels:
http://www.radiofarda.com/content/f2_iran_revolutionary_guards_intelligence_penetrated_in_research_centers_tv_media/2238826.html

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